BLKÖ:Kiefer, Friedrich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kiechl, Joseph
Band: 11 (1864), ab Seite: 239. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kiefer, Friedrich|11|239|}}

Kiefer, Friedrich (Lithograph, geb. zu Basel 16. März 1821, gest. zu Vicenza 19. Juli 1857). Hegte von Jugend auf eine besondere Vorliebe für die Lithographie, und kaum hatte er einige Classen beendet, als er das Studiren aufgab und sich auf die Kunst verlegte. Er machte gute Fortschritte und besuchte, um sich mehr auszubilden, die verschiedenen lithographischen Anstalten in der Schweiz; dann machte er Reisen im Auslande, besuchte die größeren Städte in Frankreich und in Italien, hielt sich längere Zeit in Genua, Neapel, Venedig und Verona auf und ließ sich endlich 1843 bleibend in Vicenza nieder, wo ihn Gaetano Longo, der eben [240] eine lithographische Anstalt begründete, in seine Dienste nahm. Besonders Ausgezeichnetes leistete K. in der Schrift; die Zahl seiner Arbeiten ist sehr groß, hier seien aus denselben angeführt sein „Saggio di Caratteri“, 1850 herausgegeben, eine große Reihe von Blättern in gr. Qu. Fol., mit von K. erfundenen, auf das Netteste und Kunstreichste ausgeführten Schriftproben; der Künstler hat das Werk dem Feldmarschall Radetzky gewidmet; – „Venezia“, von dem Municipium der Stadt Venedig 1847 den Mitgliedern des 9. Gelehrtencongresses dargebracht; – „La pianta del veneto ospedale civile“, 1856 vollendet bei Gelegenheit als Se. Majestät Kaiser Franz Joseph diese Stadt besuchte; – „Il mazzo di fiore“, eine Festgabe für Gaetano Longo – und „Il proprio indirizzo“. Ein Ausschlag brachte ihm in der Vollkraft des Lebens, K. zählte erst 39 Jahre, den Tod. Auf dem Sterbebette trat er von dem lutherischen Glauben seiner Väter zu dem katholischen über.

Ein in Treviso 1857 (Tipi longo, 4°.) gedruckter italienischer Nekrolog, unterzeichnet von G. P. C.