BLKÖ:Knedlhans, J. Slawibor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 141. (Quelle)
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Knedlhans, J. Slawibor (Schriftsteller, geb. zu Liblin im Pilsner Kreise Böhmens im Jahre 1823). Bis zum Jahre 1847 unbekannt, trat er im genannten Jahre mit dem Werke „Česká přísloví a pořekadla“, d. i. Böhmische Sprichwörter und Redensarten (Prag, [142] 8°.), welches er jedoch unter dem von seinem Geburtsorte entnommenen Pseudonym Liblinski herausgab, in die Oeffentlichkeit. Im Jahre 1848 einer der Choragen der Bewegungspartei, begann er in Prag die Herausgabe des radicalen in čechischer Sprache erscheinenden Prager Abendblattes, auf welchem er sich anfänglich mit dem Pseudonym Liblinski, später mit dem Zusatze seines eigentlichen Namens Knedlhans unterzeichnete. Er war auch eines der thätigsten Mitglieder im Comité der Prager Slovanská lípa, deren Umtriebe er in seinem Abendblatte auf das Energischeste vertrat, im Uebrigen zählte der deutschnamige Knedlhans zu den brünstigsten Aposteln des Slaventhums im Allgemeinen und der čechischen Nationalität im Besonderen. Sein schrankenloses Auftreten hatte, sobald die Militärbehörde und der Belagerungszustand die Ordnung in Prag wieder hergestellt, seine Einreihung in’s Militär zu Folge. Sein Prager Abendblatt übergab er mit dem Vorbehalt der Herausgabe in späterer Zeit in die Hände des Prager Schriftstellers Prokop Chocholaušek. Er selbst begab sich mit dem Regimente, in das er eingereiht worden, nach Tirol, wo er es zum Unterofficier brachte. Im Jahre 1851 wäre er aber, wie das in den Quellen bezeichnete Werk berichtet, nach Prag gebracht, daselbst vor das Kriegsgericht gestellt und zu schwerem Kerker verurtheilt worden. Sein Verbrechen selbst wird nicht näher angegeben.

Encyklopedija powszechna, d. i. Allgemeine Encyklopädie (Warschau, Orgelbrand, gr. 8°.) Bd. XIV, S. 906.