BLKÖ:Kneer, Vincenz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kneer, Maximilian
Band: 12 (1864), ab Seite: 142. (Quelle)
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Kneer, Vincenz (Tonsetzer aus dem Orden der barmherzigen Brüder, geb. zu Klosterneuburg in Oesterreich u. d. Enns im Jahre 1738, gest. zu Sachsen-Teschen in Schlesien 8. Mai 1808). Zeigte in seiner Jugend Talent für Musik und erhielt, während er die Schulen besuchte, Unterricht im Gesange, und zwar vorerst in der Singschule des Klosterneuburger Chorherrnstiftes, später in Wien, wo ihn der Hofcapellmeister Reutter unter die Sängerknaben bei St. Stephan aufnahm. Während er die Philosophie an der Wiener Hochschule hörte, wurde er krank, und da seine Krankheit sich in die Länge zog, kam er in’s Spital zu den barmherzigen Brüdern. Dort genas er unter der Pflege der frommen Mönche, zugleich aber wurde in ihm das Verlangen lebendig, diesem Orden, dessen Wohlthat er eben empfunden, anzugehören. Er wurde aufgenommen, machte den Apothekercurs durch und kam sodann nach Prag, wo er mehrere Jahre zubrachte. Von dort wurde er nach Neustadt in Preußisch-Schlesien geschickt, um daselbst eine Klosterapotheke einzurichten. Von Neustadt sendete ihn der Orden nach Gratz, wo unter seiner Leitung Kloster und Krankenhaus gebaut wurden, dann wurde er Prior und versah diese Würde in mehreren Klöstern seines Ordens, als zu Gratz, Laibach, Prag, Linz, Papa und Waitzen, zuletzt zu Sachsen-Teschen, wo er im Alter von 70 Jahren starb. Der Musik und dem Gesange blieb er auch als barmherziger Bruder treu. K. war ein trefflicher Baßsänger und zudem ein tüchtiger Tonsetzer. Er hat mehrere Gesänge für Kirchenchöre componirt, die er dann auch zu singen pflegte, und sein Orden bewahrt noch seine Tondichtungen in Handschrift. Auch meldet Dlabacz in seinem Künstler-Lexikon, daß er ihm für dasselbe die Nachrichten über alle Mönche des Ordens [143] der barmherzigen Brüder, welche künstlerisch thätig waren, verdanke.

Dlabacz (Gottfried Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gottlieb Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 77. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 712. –