BLKÖ:Kop, auch Kopp, Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 419. (Quelle)
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Kop, auch Kopp, Ferdinand (Schriftsteller, geb. zu Prag um das Jahr 1824). Schon im Jahre 1843 begegnet man seinem Namen in einigen čechischen Blättern, wie z. B. im Časopis pro katol. duchenstwo, d. i. in der Zeitschrift für die kathol. Geistlichkeit, wo sein Aufsatz: „Die Macht des Gebetes“, und in den Kwěty, wo im Jahre 1845 seine „Lidmila“ und „Rosen auf dem Hügel“ abgedruckt stehen. Im Jahre 1845 war er Alumnus im Prager erzbischöflichen Priesterseminar. Er trat aber bald wieder aus demselben, begann das Studium der Rechte und ward Erzieher. Auch in diesen Verhältnissen litt es ihn nicht lange; er verließ Prag und ging nach Schemnitz, wo er an den dortigen Akademien die bergmännischen Studien begann und mit den slavischen Elementen jener Gegenden rasch sich befreundete. Im Jahre 1848, als eben die vernichtenden Flammen der neuen Freiheit überall hell aufloderten, trieb es auch den jungen Bergmann nach Prag, und er mußte wohl aufmerksamer und selbstthätiger Augenzeuge der denkwürdigen Vorfälle jener Tage gewesen sein, denn bald nach den Pfingsttagen erschien seine Schrift: „Die Ereignisse der Pfingstwoche“ (Prag 1848, Kretschmar). Dann übernahm er die Redaction der „Řemeslnické noviny“, d. i. Handwerkerzeitung, welche er bis zum April 1849 führte. Nun nahm er wieder das Studium auf und begab sich nach Wien, um, wie Rittersberg vermuthet, dort die Medicin zu studiren, jedoch stets seine literarischen Arbeiten fortsetzend. Nun aber wurden seine Studien durch seine Assentirung unterbrochen. Zu Anfang des Jahres 1851 befand er sich als Unterofficier einer Abtheilung der kais. Sanitätstruppen in Prag. Ueber seine weiteren Arbeiten und Schicksale ist nichts bekannt.

Rittersberg, Kapesní slovníček novinářský i konversační, d. i. Kleines Taschen-Conversations-Lexikon (Prag 1850, 12°.) Theil II, S. 228. – Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, 4°.) Zweite Ausgabe, S. 381, Nr. 275 d; S. 430, Nr. 913 d; S. 583.