BLKÖ:Kovács, Michael (I.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kovács, Mathias
Band: 13 (1865), ab Seite: 76. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 119235919, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kovács, Michael (I.)|13|76|}}

Kovács, Michael (I.) (Maler, geb. zu Tisza Abád im Heveser Comitate 18. Juli 1819). Im Alter von zehn Jahren besuchte er die lateinische Schule zu Kunhegyes; aber schon damals verrieth er durch Zeichnungen, die er ohne Anleitung selbst ausführte, sein hervorragendes Talent für die Kunst. Ladislaus Baron Orczy machte um jene Zeit seine Reisen im Orient; hatte aber, bevor er sie angetreten, den Auftrag hinterlassen, daß besonders talentvolle Kinder seiner Unterthanen zu unterstützen und auf seine Kosten zu erziehen seien. Auf diese Art kam K. nach Pesth, wo er seine Studien fortsetzte, zugleich aber Zeichnenunterricht erhielt. Etwas über zwei Jahre war K. bereits in Pesth, und dort lernte ihn sein mittlerweile von seiner Reise zurückgekehrter Wohlthäter, der Baron Orczy kennen. Als dieser sich nun selbst von dem schönen Kunsttalente Michael’s überzeugt hatte, schickte er ihn zur weiteren Ausbildung auf seine Kosten nach Wien, wo er tüchtige Fortschritte machte, und insbesondere der zu früh gestorbene Danhauser [Bd. III, S. 153] sich dem talentvollen jungen Künstler liebevoll erwies. Nun reiste K. auf Orczy’s Kosten nach Italien, und zwar ebenso wohl aus künstlerischen Zwecken, als weil seine sehr angegriffene Gesundheit ein milderes Klima erheischte. In Venedig verweilte K. längere Zeit, lernte Lipparini kennen und studirte fleißig die Kunstwerke der Kirchen und Gallerien. Von Venedig begab er sich nach Florenz, wo er aber nur kurze Zeit verweilte, nachdem er in Erfahrung gebracht, daß sein Landsmann Karl Marko sich in Pisa aufhalte. Er eilte nun dahin und bald umschloß beide Künstler das Band inniger Freundschaft. Von Pisa ging K. nach Rom, wo er fleißig die classischen Werke der Kunst studirte und copirte. Auch fand er dort Gelegenheit, Cornelius, Overbeck, Podesta und Schrader persönlich kennen zu lernen. Während seines mehrjährigen Aufenthaltes in der ewigen Stadt machte er zwei längere Ausflüge, 1843 und 1847, nach Toscana, welches er mit seinem Freunde Marko nach verschiedenen Richtungen bereiste, und in dessen Atelier auch einige Bilder ausführte. Seinen ferneren Aufenthalt in Italien vereitelte der Ausbruch der 1848ger Revolution, und K. kehrte somit 1849 eben zur Zeit der höchsten Aufregung in sein Vaterland zurück. Er blieb in demselben, ausschließlich seiner Kunst lebend. Von Zeit zu Zeit wird sein Name genannt, wenn irgend eines seiner Werke in den Ausstellungen die Aufmerksamkeit der Kunstkenner auf sich zieht. Von seinen Werken sind bisher mehrere Porträte, Altar-, Genre- und Historienbilder bekannt geworden, u. z. in der Ausstellung 1840: „Räuber, die sich in die gemachte Beute theilen“; – in den Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins in den Jahren 1854, 1855 und 1856 mehrere Studienköpfe und Bildnisse von Privatpersonen; – „Der Leichnam des Evangelisten Markus wird zu Alexandria den Venetianern übergeben“, bezeichnet: [77] Fest. Kovács Mihaly Romaban 1849 ben (Höhe 4 Fuß 9 Zoll, Breite 6 Fuß 2 Zoll), es befindet sich in der Abtheilung der modernen Schule in der k. k. Belvedere-Gallerie; – „Sabinerin mit ihrem Kinde“ (ö. K. V. 1851, Preis 400 fl.); – in Pesther Ausstellungen: „Mater dolorosa“, – eine „Kreuzerhöhung“, beides Altarblätter für Kirchen des Heveser Comitates; – „Der H. Stephan“, für die Kirche zu Sajo St. Peter im Borsoder Comitate; – „Moses“, Brustbild; – „Ecce homo“; – „Die H. Regina“; – „Sybilla“, sämmtlich im Privatbesitze. Außerdem malte K. eine große Menge von Porträten; auch zeichnete er als Prämienblatt für den Pesther Kunstverein die sehr populäre Composition „Arpad’s Königswahl“.

Ujabb kori ismeretek tára, d. i. Neues ungarisches Conversations-Lexikon (Pesth 1852, Heckenast, 8°.) Bd. V, S. 135. – Ungarns Männer der Zeit. Biografien und Karakteristiken hervorragendster Persönlichkeiten. Erzählende Skizzen (Prag 1862, Steinhauser, 8°.) S. 128 [nennt K. einen „ernsten, strebsamen Künstler“, dessen Bilder „etwas herb in der Farbe, doch sehr geschickt im Vortrage“ sind]. – Engert (Erasmus), Catalog der modernen Schule der k. k. Gemälde-Gallerie im Belvedere zu Wien (Wien 1860, 8°.) S. 17. – Kataloge des (neuen) österreichischen Kunstvereins, 1854, November Nr. 29, December Nr. 35; 1855, Jänner Nr. 37; 1856, April Nr. 41.