BLKÖ:Kovács, Paul (II.)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kovács, Paul (I.)
Band: 13 (1865), ab Seite: 78. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1017318220, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kovács, Paul (II.)|13|78|}}

Kovács, Paul (II.) (Rechtsgelehrter und Theolog, geb. zu Waitzen 6. October 1810). Die Elementarschulen besuchte er theils in seinem Geburtsorte, theils zu Pesth; die Philosophie hörte er zu Waitzen, worauf er nach Pesth ging, um dort die Rechte zu studiren. Nach beendeten Rechtsstudien begab er sich in das Honter Comitat, um dort die juridische Praxis zu nehmen. Dort blieb er bis zum Jahre 1831, wurde dann bei der Gerichtstafel als beeideter Notar angestellt, als er den Wünschen seiner Mutter nachgebend, mit einem Male die juridische Laufbahn aufgab und das theologische Studium aufnahm. Er begab sich nun in das Seminar nach Kalocsa, ging aber später, da ihm die Luft dort nicht zusagte, nach Waitzen, wo er im April 1834 die h. Weihen erhielt. Er trat nun in die Seelsorge und zwar als Caplan in Dorosman, wo er bis zum folgenden Jahre blieb. Obgleich bereits Priester, setzte er doch seine juridischen Studien fort, unterzog sich den strengen Prüfungen und erwarb im Juli 1835 die juridische Doctorwürde, bei welcher Gelegenheit er die Inaugural-Dissertation „De locis credibilibus“ veröffentlichte. Vom Jahre 1835–1837 war er als Aushilfspriester zu Felegyháza thätig. Im letzgenannten[WS 1] Jahre berief ihn aber sein Bischof zu sich, und nun diente K. als bischöflicher Bibliothekar, Notar des h. Stuhles und Secretär bis zum Jahre 1846, in welchem er zum Professor des allgemeinen und Privatrechtes zu Waitzen ernannt wurde. Dieses Lehramt versah K. bis zum Ausbruche der Revolution. Während der revolutionären Zwischenperiode amtlos, trat er im Jahre 1850 in die Seelsorge zurück und wurde Pfarrer zu Dorosmany. Als Gelehrter auf zwei Gebieten thätig, schrieb K. ein größeres Werk über das ungarische Recht in seiner Muttersprache, dessen Druck jedoch nicht zu Stande kam. Im Jahre 1848 gab er eine Flugschrift heraus unter dem Titel: Szemelvények az 1791 és 1827-iki orsz. egyházi választmányok munkálataiból“, d. i. Auszüge aus den Arbeiten der geistlichen Landesausschüsse der Jahre 1791 und 1827. Mehrere Abhandlungen seiner Feder sind in der kirchlichen [79] Zeitschrift „Religio“ abgedruckt. Selbstständig ließ er außer einigen geistlichen Reden ein Handbuch für Seelsorger unter d. Tit.: „Manuale Parochorum“ (Pesth 1854, 8°.) erscheinen. Ueberdieß war K. einige Zeit hindurch eines der thätigsten Mitglieder des neben kirchlichen Zwecken auch nationale auf das Eifrigste fördernden St. Stephan-Vereins.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, G. Emich, 8°.) I. Theil, S. 282. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 877, Nr. 14.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: letzgenannten.