BLKÖ:Krapf, Albert von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Krapf, Adam
Band: 13 (1865), ab Seite: 131. (Quelle)
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Krapf, Albert von (k. k. Major im Geniecorps). Diente im Jahre 1809 im k. k. Geniecorps und war im genannten Jahre in Kärnthen mit der Vertheidigung der aus drei mit einander verbundenen Blockhäusern bestehenden Forts von Sachsenburg, deren Aufgabe die Deckung des Möll- und oberen Drauthales war, beauftragt. Gleich seinen Waffenbrüdern, den Hauptleuten Hensel [Bd. VIII, S. 309] und Hermann [Bd. VIII, S. 392], zählt auch Krapf zu den Helden des Jahres 1809, dessen Name der Zukunft als leuchtendes Beispiel höheren Soldatenmuthes und opferwilliger Vaterlandsliebe erhalten zu werden verdient. Am 22. Mai 1809 erschien General Rusca mit 2500 Mann, 180 Pferden, 9 Kanonen und 2 Haubitzen von Villach und Spital her auf den Höhen von Lehndorf vor dem noch nicht ganz vollendeten und nur schwach besetzten Fort, stürmte den dominirenden Sachsenberg und versprengte die dort aufgestellte Szluiner Division in’s Möllthal. Am 24. Mai wurde das Fort zweimal aufgefordert, sich zu ergeben und ihm sonst das Schicksal angedroht, das die Besatzung von Predil und Malborghetto getroffen, um so mehr, da auf den Parlamentär gefeuert worden war. Major Krapf erwiderte auf diese Aufforderung: „Nicht auf den Parlamentär, der wider Kriegssitte keinen Trompeter, wohl aber eine ziemlich starke Truppe bei sich gehabt habe, sondern nur auf diese letztere habe er feuern lassen, weil diese sonderbare Annäherung offenbar nur die Herstellung des abgetragenen Theiles der Möllbrücke beabsichtigt habe. Die Aufforderung, sich zu ergeben, weise er zurück, er werde sich als rechtschaffener Soldat wehren und sich eines gleichen Todes wie seine Kameraden in Predil und Malborghetto würdig machen. Die Ueberzeugung dessen möge General Rusca beim ersten ernstlichen Versuch auf das Fort selbst abholen“. An solchen Versuchen fehlte es auch nicht. Am 27. und 28. Mai versuchte der Feind auf den äußerst gefährlichen Lamprechtsberg Kanonen zu bringen und die Brücke bei Gschieß wieder herzustellen. Aber alle Versuche mißlangen, und nach großen Verlusten mußte er alle weiteren aufgeben. Indessen streifte die kleine Sachsenburger Garnison, von dem Grafen Favarges, Hauptmann bei Erzherzog Karl-Infanterie, geführt, durch ganz Oberkärnthen, hemmte die feindlichen Requisitionen, nahm Geld, Gewehre, fing feindliche Couriere auf u. dgl. m. Major Krapf [132] hielt die ihm anvertrauten Forts und würde sie nie übergeben haben; erst als der Waffenstillstand zu Znaim geschlossen worden, wurde im Artikel 4 die Uebergabe stipulirt und dieselbe nunmehr durch General-Major Baron Schmidt und Major Krapf bewerkstelligt.

Taschenbuch für die vaterländische Geschichte (Wien, Anton Doll, 24°.) II. Jahrg. (1812), S. 154, in der Anmerkung. –