BLKÖ:Lamberg, Joseph Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 32. (Quelle)
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26. Joseph Freiherr von L. (geb. zu Orteneck in Krain im Jahre 1489, gest. zu Laibach 20. October 1554), von der Linie zu Lichtenwald. Ein Sohn Georg’s [Nr. 11] und Bruder Kaspar’s [Nr. 33] mit dem er die von seinem Vater gestiftete Orteneck’sche Hauptlinie theilte, indem er, Joseph, die ältere Orteneck’sche Linie zu Lichtenwald und Greiffenfels, sein Bruder Kaspar aber die jüngere zu Ottenstein und Stockern stiftete. Joseph, einer der denkwürdigsten Staatsmänner seiner Zeit, verlor im Alter von 10 Jahren seinen Vater. Der Landeshauptmann von Steyr, Rupprecht von Reichenberg, nahm Joseph als Edelknaben zu sich. Dort wurde er in den ritterlichen Künsten seiner Zeit geübt und geleitete im Jahre 1503 seinen Herrn in den Krieg nach Bayern. 17 Jahre alt, kam er an den Hof des Kaisers Maximilian und zog mit diesem 1506 in den venetianischen Krieg. In dem im Jahre 1515 in Krain ausgebrochenen Bauernaufruhr, in welchem es die aufständischen Bauern auf den Adel des Landes abgesehen hatten, hielt L. gegen die Rebellen Stand und theilweise durch [33] seine geschützte Stellung, theilweise durch Unterhandlungen, schob er jeden gegen ihn beabsichtigten Angriff so lange hinaus, bis kaiserliche Truppen anlangten und unter den aufrührerischen Bauern die Ruhe herstellten. Nach des Kaisers Maximilian Tode schlug ihn sein Nachfolger Karl V. bei Gelegenheit seiner Krönung zum Ritter und ernannte ihn im Jahre 1523 zum Landverweser von Krain. Nach dem Tode des Königs Ludwig von Ungarn, im Jahre 1526, berief ihn der Kaiser, der ihn zum Kriegsrathe ernannt hatte, nach Ungarn. Später schickte ihn der Kaiser zugleich mit Nikolaus Jurischitz als Gesandten an den Sultan. Im Jahre 1531 von dieser Sendung zurückgekehrt, ging L. im Jahre 1532 mit Leonardo Nogarola in einer zweiten zum türkischen Machthaber, der ihn und seine Gefährten fünf Monate lang den verschiedenen Plätzen folgen ließ, wo er eben sein Lager aufschlug, und sie dann beide mit einer hochmüthigen Antwort entließ. In den folgenden Jahren wurde L. mit verschiedenen Sendungen an deutsche Fürsten betraut und im Jahre 1535 zum Obersthofmeister der Kaiserin ernannt. In dieser Stellung begleitete er seine Gebieterin auf ihren Reisen. Im Jahre 1544 auf dem Reichstage zu Speyer in den Reichsfreiherrnstand erhoben, wurde er auch noch im nämlichen Jahre zum Landeshauptmann von Krain ernannt, welchen Posten er aber, immer wieder zu neuen Diensten bei Hofe oder für denselben verwendet, erst im Jahre 1551 antrat. L. war 65 Jahre alt geworden und dreimal verheirathet. Von den zehn Kindern seiner drei Ehen pflanzte nur Balthasar, der einzige Sohn der zweiten Ehe, dessen Mutter Margaretha von Khuen im Kinderbette starb, diese Linie fort. Lamberg hat eine Beschreibung seines bewegten Lebens, nebst angehängter Ermahnung an seine Kinder, in deutschen Reimen niedergeschrieben, welche in Valvasor’s „Ehre des Herzogthums Krain“ abgedruckt steht. [Gévay (Anton), Urkunden und Actenstücke zur Geschichte der Verhältnisse zwischen Oesterreich und der Pforte im 16. und 17. Jahrhundert, 1. Band (enthält urkundliche Nachrichten über beide Sendungen des Grafen, die erste mit Jurischitz, die zweite mit Nogarola an die Pforte). – Wegrayss kayserlichen Majestät-Legation in 32. Jar, zu den Türken geschickt, wie und was gestalt sie hinein und widerumb herauss komen ist warhaftiklich von denen die mit und bei gewest in Schrifft verfasset (o. O. 1532, 4°., 8 Bl.), umfaßt die Zeit vom 3. Mai bis 27. December; verfaßt ist die Schrift von dem im Dienste des Grafen Lamberg stehenden lateinischen Dolmetsch Curipeschitsch von Obernburg.] –