BLKÖ:Lamberg, Karl Eugen Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 34. (Quelle)
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31. Karl Eugen Fürst L. (geb. 1. April 1764, gest. 11. Mai 1831). Ein Sohn des Grafen Maximilian Joseph [s. d. S. 42] aus dessen Ehe mit Maria Josepha Freiin von Dachsberg. Wenn Franz Xaver Pritz in der weiter unten angeführten Abhandlung über die Familie Lamberg schreibt: „Von seinem (d. i. Karl Benedict’s) Sohne Anton (richtiger Karl Anton) stammte Karl Eugen, der nach dem Tode des Fürsten Johann Nepomuk von der maximilianischen Linie die Herrschaft Steyer und den Rang als Fürst von Lamberg erhielt“, so begeht Pritz einen Irrthum, wenn er den Fürsten Karl Eugen einen Sohn Anton’s (richtiger Karl Anton’s) nennt, denn er ist nur ein Enkel desselben, da der Vater des Fürsten Karl Eugen der als Philosoph, Reisender, Mathematiker und überhaupt als geistvoller Cavalier allgemein bekannte Graf Maximilian Joseph [s. d. S. 42], der Verfasser des seiner Zeit so stark gelesenen „Memorial d’un mondain“ ist. Fürst Karl Eugen diente anfänglich in der königlich bayerischen Armee. Als er im Jahre 1797 nach des Fürsten Johann Nepomuk Friedrich Joseph Ableben die Fürstenwürde und mit dieser die Herrschaft Steyer in Oberösterreich, und die Herrschaften in Böhmen und in Tirol erhielt, suchte er am 5. October 1801 um Aufnahme als Mitglied der ob der ennsischen Stände an, welche ihm auch gewährt und ihm aus besonderer Rücksicht für seine Person der erste Sitz auf der Herrenbank angewiesen wurde, auf dem er als der Jüngste keinen Anspruch hatte. Der Fürst hatte mit den bald darauf gefolgten Kriegsjahren schweres Ungemach zu überstehen, und zwar drei feindliche Einfälle der Franzosen in den Jahren 1800, 1805 und 1808. Im Jahre 1824, als die Stadt Steyer ein Raub der Flammen wurde, brannte am 21. Juni auch das Schloß daselbst ab, welches der Fürst dann wieder ganz herstellen ließ. Der Fürst vermehrte besonders die Bibliothek und die Kupferstichsammlung im Schlosse. Er war (seit 19. September 1802) mit Friederike Fürstin Oettingen-Wallerstein vermält und hatte aus dieser Ehe drei Kinder, nämlich eine Tochter und zwei Söhne. Die Tochter Wilhelmine Friederike war (seit 8. Jänner 1829) mit Felix Grafen Montecuculi-Laderchi vermält, starb aber bereits im ersten Wochenbette. Von den zwei Söhnen Gustav Joachim und Emil starb der jüngere, Emil, welcher Lieutenant im zweiten Uhlanen-Regiments war, an den Folgen der durch das Zerspringen des Gewehres auf der Jagd erlittenen schweren Verwundung; der ältere, Gustav Joachim, folgte dem Vater, als dieser im Jahre 1831 starb, in der Fürstenwürde. [Archiv für die Kunde österreichischer Geschichtsquellen, herausgegeben von der kaiserl. Akademie der Wissenschaften (Wien, gr. 8°.) Bd. VII (1851), S. 187–203: „Ein Beitrag zur Geschichte der Lamberge von Steyer, besonders in jüngerer Zeit“, von Franz Xav. Pritz.] –