BLKÖ:Le Breux, Michael Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lebrecht, Michael
Band: 14 (1865), ab Seite: 271. (Quelle)
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Le Breux, Michael Freiherr von (k. k. Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Termonde in Flandern im Jahre 1769, gest. zu Wien 4. August 1830). Nachdem er im [272] Erziehungsinstitute zu Mecheln gebildet worden, trat er im Alter von 16 Jahren als k. k. Cadet in das Infanterie-Regiment Prinz de Ligne Nr. 30 (später Nugent, heut Martini) ein, machte mit demselben den Türkenkrieg mit, wurde Fähnrich und im Jahre 1797 als Oberlieutenant zu Terzy-Infanterie Nr. 16 übersetzt. Im Feldzuge des Jahres 1800 befand sich das Regiment bei der Armee in Italien. Der General der Cavallerie Melas rückte am 6. April g. J. in drei Colonnen in die Riviera. Während die linke auf dem Wege über Montenotte und die mittlere Colonne auf dem Wege über Cadibuona gegen Genua operiren sollten, hatte die rechte von dem Feldmarschall-Lieutenant Elsnitz befehligte den Auftrag über San Giacomo über die dortigen Anhöhen bis an das Meer vorzurücken, diese Stellung zu behaupten und die beiden anderen Colonnen so lange im Rücken zu decken, bis sie mit ihren Operationen gegen Genua fertig sein würden. Am Ende dieser Bergrücken ist Finale gelegen. Eine kleine von dem General-Major Ulm geführte Nebencolonne hatte den Auftrag Settepani zu nehmen. Die Dispositionen wurden, wie sie getroffen worden waren, ausgeführt. Der Feind hatte Finale verlassen, vorher aber noch die Kanonen vernagelt. Nachdem Feldmarschall-Lieutenant Elsnitz den erwähnten Bergrücken besetzt hatte, verlegte er sein Hauptquartier in die Stadt Finale. Als aber der französische General Suchet seine Truppen wieder gesammelt und am 10. Settepani wieder genommen hatte, verließ Feldmarschall-Lieutenant Elsnitz in der Nacht vom 10. auf den 11. Finale und zog sich wieder nach San Giacomo zurück. So blieb das Fort Finale sich selbst überlassen. Hauptmann Le Breux war mit einer zweihundert Mann starken Division im Schlosse geblieben. Finale sperrt den Seeweg, auf welchem General Suchet nach Savonna hätte gehen können, um diesen befestigten Ort zu deblokiren, dadurch aber wäre er unserer Hauptarmee in den Rücken gefallen und diese zwischen Massena und Suchet gekommen. Die Lage stand in der That so, daß, wenn Suchet Finale genommen hatte, unsere Operationen in der Riviera wenn auch nicht ganz vereitelt, doch sehr gehemmt worden wären. Zwischen Finale und San Giacomo durchzubrechen, war jedenfalls zu gewagt; Suchet richtete sonach seinen Angriff auf die Abtheilung des Feldmarschall-Lieutenants Elsnitz, dem er zuvor den höchsten Bergrücken von San Giacomo abzugewinnen und dann Finale blokirt zu erhalten suchte. Suchet’s Angriff auf San Giacomo am 20. April war zurückgeschlagen worden. Die Lage in Finale aber war ungeachtet dieses für die Unseren so glücklichen Zwischenfalles eine trostlose. Die Lebensmittel reichten nicht für einen Tag aus; die Kanonen hatte der Feind vernagelt, überdieß war kein Kanonier zu ihrer Bedienung da und die Besatzung bestand unter Le Breux’ Befehl aus einer schwachen Division. Le Breux hätte, wie die Verhältnisse lagen, ohne weitere Verantwortung Finale verlassen können. Er hat es aber nicht gethan, sondern es während der oberwähnten Operationen vom 10. bis 22. April vertheidigt. Vor Allem hatte er selbst die Kanonen entnagelt; dann in aller Eile zuerst von der Stadt selbst einige Lebensmittel requirirt, sofort aber, da er von der Seeseite noch nicht blokirt war, von den Engländern Lebensmittel gefordert, die sie ihm auch auf Kähnen zukommen ließen. Nun verlangte er von den Engländern auch noch zwei Kanonen, die sie ihm zwar schickten, welche er aber, [273] da er damals schon von der Seeseite her blokirt war, nur dadurch, daß er sich durch einen Ausfall den Weg zur See öffnete, in sein Fort bringen konnte. Das Fort selbst aber befand sich in ganz verwahrlostem schlechten Zustande und seine, für den Augenblick so wichtige Vertheidigung zählt zu den schönsten Heldenthaten jener Kriegsperiode. Von feindlicher Seite wurde L. zur Uebergabe aufgefordert und ihm und seiner Mannschaft, wenn das Fort mit den Waffen genommen würde, fünfzehn Minuten nach erfolgter Einnahme sicherer Tod in Aussicht gestellt. Aber Le Breux ließ diese Drohung unbeachtet, vertheidigte das Fort, und die Bewegungen unserer Armee zogen aus dieser Heldenthat großen Vortheil. Le Breux wurde für seine ausgezeichnete Waffenthat in der 66. Promotion (vom 18. August 1801) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet, und zwei Jahre später den Statuten gemäß in den Freiherrnstand erhoben. Noch machte L. den Feldzug des Jahres 1809 als Major und Commandant des mährischen Freibataillons mit. Im Jahre 1812 trat er aber in den Ruhestand über, den er noch 28 Jahre genoß.

Tapferkeits-Zeugniß, ausgestellt von dem General-Major, General-Quartiermeister Ant. von Zach ddo. Görz 10. März 1801. – Ein zweites, ausgestellt von dem General der Cavallerie Melas ddo. Grätz 10. April 1801. – Freiherrnstands-Diplom ddo. 19. Jänner 1803. – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 675 und 1744. – Wappen. In Roth auf grünem Rasen ein Castell mit beiden Seitenmauern, deren jede eine viereckige Oeffnung hat. Das Thor ist geöffnet, hat ein goldenes Fallgitter und zwei Stücklöcher. Darüber erhebt sich ein wie das Castell selbst gezinnter Thurm, der gleichfalls eine viereckige Oeffnung zeigt. Das Castell ist von natürlicher Farbe. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf der sich drei gekrönte Turnierhelme erheben. Aus der Krone des rechten nach innen gekehrten Helms wächst ein geharnischter Mann mit offenem Visir, mit rothem Busche auf dem Helme, in der Linken eine Lanze aufrechthaltend, die Rechte in die Seite gestemmt. Auf der Krone des mittleren in’s Visir gestellten Helms erhebt sich ein rechtssehender schwarzer Adler mit ausgeschlagener Zunge, ausgebreiteten Flügeln und einer goldenen Krone auf dem Haupte; endlich aus der Krone des linken nach innen gekehrten Helms wachsen drei wallende Straußenfedern, eine silberne zwischen zwei rothen. Die Helmdecken sind sämmtlich roth mit Silber belegt.