BLKÖ:Lodron, Dominik Anton Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lodoli, Karl
Band: 15 (1866), ab Seite: 369. (Quelle)
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Lodron, Dominik Anton Graf (k. k. Oberst und Ritter des Maria Theresien-Ordens (geb. zu Trient 13. Juni 1728, gest. 1806). Ein Sohn des Grafen Hieronymus Joseph (geb. 1694, gest. 1738) aus dessen Ehe mit Anna Margaretha Gräfin Wolkenstein (geb. 1696, gest. 1733, n. A. 1744). Trat im J. 1745, 17 Jahre alt, als Volontär in das Dragoner-Regiment Württemberg. Er focht mit demselben bei Rocour und Laffeld und commandirte während der Belagerung von Schweidnitz, 1762, als Rittmeister das in die Festung geworfene Cavallerie-Detachement. Er zeichnete sich in dieser Zeit bei mehreren Anlässen durch Umsicht und Tapferkeit aus. Am 8. August g. J. ordnete Oberst Freyenfels [Bd. IV, S. 351] einen Ausfall an, dem auch Graf Lodron mit 150 Reitern beigegeben wurde. Der Graf unternahm seine Attaque mit großer Herzhaftigkeit und im rechten Augenblicke. Als aber Oberst Freyenfels, von der Uebermacht des Feindes gedrängt, den Rückzug anzutreten gezwungen war, durchblickte der Graf rasch die Gefahr der Unseren, unternahm, um den sehr gefährdeten Rückzug des Obersten zu decken, ohne erst Befehl abzuwarten, drei Attaquen hintereinander auf die feindliche Reiterei, in welchen dieselbe jedesmal zurückgeworfen und durch ihr vereiteltes Vordringen den Unseren so viel Zeit erkämpft wurde, daß sie den Rückzug geordnet und ungefährdet bewerkstelligen konnten. Der Graf wurde [370] für diese Waffenthat in der 8. Promotion (vom 21. October 1762), welche anläßlich der heldenmüthigen Vertheidigung der Festung Schweidnitz (vom 30. Juli bis 9. October) stattfand, des Ritterkreuzes des Maria Theresien-Ordens würdig erkannt. Im nämlichen Jahre noch wurde der Graf zum Dragoner-Regimente Prinz Savoyen übersetzt, in welchem er aber nur mehr wenige Jahre diente. Im April 1765 trat er aus der activen Armee und begab sich in seine Heimat, in der er als Landesoberst diente. Im Jahre 1806 starb er als k. k. Oberst im hohen Alter von 78 Jahren.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 168 u. 1730.