BLKÖ:Loy, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Loy, David
Band: 16 (1867), ab Seite: 98. (Quelle)
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2. Joseph Loy (geb. zu Triest im Jahre 1810, gest. zu Verona 7. Juli 1859). Trat, 14 Jahre alt, als ex propriis-Unterkanonier in die Artillerie, wurde nach anderthalb Jahren in das Bombardiercorps übersetzt, in welchem er während der acht Jahre, die er darin diente, mit allem Eifer dem Studium aller in seiner Waffe einschlägigen Gegenstände oblag. Im Jahre 1833 wurde L. Unterlieutenant im damaligen 4. Artillerie-Regimente, im Jahre 1841 Oberlieutenant im 2. und kam im Jahre 1848 als Hauptmann in das 4. zurück. Im Jahre 1854 wurde er Major im 5., 1857 Oberstlieutenant im 9. und 1859 Oberst im 3. Feldartillerie-Regimente und zugleich Chef der Artillerie des 3. Corps. Als Oberlieutenant erhielt er im Jahre 1846 das Commando der Regimentsschule und führte es bis zu seiner Ernennung zum Hauptmann. Im Jahre 1849 wohnte er als Commandant der Geschütz-Reserve des 1. Armeecorps dem Feldzuge in Italien bei, war aber nicht in’s Feuer gekommen. Im Feldzuge des Jahres 1859 als Oberst des 3. Artillerie-Regiments und zugleich Chef der Artillerie des 3. Corps bewies er sich bei mehreren Gelegenheiten als tapferer, besonnener und tüchtiger Stabsofficier. In der Schlacht bei Solferino (24. Juni 1859) war die sechspfündige Projects-Batterie Nr. 12 bereits genöthigt gewesen, sich zurückzuziehen, da führte sie Oberst Loy heldenmüthig wieder in den Kampf und commandirte in Person das Feuer. Nun hatte sich aus dem naheliegenden Gebüsche eine dort versteckt gewesene Abtheilung Zuaven auf die Flanke der Batterie [99] gestürzt und sich bereits eines Geschützes bemächtigt. Während dieses Angriffes erhielt Oberst Loy einen Schuß in die rechte Seite, der ihm das rechte Backenbein zerschmetterte und durch den Leib bis auf die innere Fläche des linken Backenbeines ging. Verwundet stürzte der Oberst vom Pferde in einen Graben, wo ihn später die heranrückenden Jäger fanden, welche ihn nun auf den Verbandplatz brachten. Von dort wurde er in das Spital fate bene fratelli nach Verona gebracht, wo er in zwei Wochen seiner Wunde erlag. Den sterbenden L. zeichnete Se. Majestät noch mit dem Orden der eisernen Krone 3. Classe aus. [Oesterreichische militärische Zeitschrift. Von V. Streffleur (Wien, gr. 8°.) I. Jahrgang (1860), Bd. I, Heft 1, S. 64: „Nekrolog“. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von Hirtenfeld und Meynert (Wien, kl. 8°.) XII. Jahrg. (1861), S. 151.]