BLKÖ:Lubomirski, Georg Roman Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 117. (Quelle)
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Lubomirski, Georg Roman Fürst (geb. in Galizien 9. October 1799, gest. auf der Herrschaft Charzewice im Rzeszower Kreise Galiziens, 7. Februar 1865). Ein Sohn des Fürsten Franz, Herrn auf Rzeszow. Da dieser bald starb, kam der junge Fürst Georg Roman unter die Vormundschaft seines Oheims des Fürsten Heinrich [s. d. S. 118], der ihn auf das Sorgfältigste erziehen ließ und dann nach Deutschland schickte, wo er auf der Universität zu Göttingen die Studien vollendete. Nach seiner Rückkehr, obwohl mit gründlicher wissenschaftlicher Bildung ausgestattet und dadurch zum Eintritte in öffentliche Dienste befähigt, und unter Begünstigung seiner Geburt und Kenntnisse einer glänzenden Zukunft gewärtig, beschied er sich doch mit der schlichten Rolle eines adeligen Landwirthes, indem er die Ansicht aufstellte: die Hauptaufgabe eines jeden Polen seien der Pflug und der Acker; wenn jeder Pole zuvörderst den von seinen Vätern ererbten Acker sorgfältig bebaut und vor Verwüstung behütet und sorgt, daß er nicht in fremde Hände falle, so erfüllt er bereits einen großen Theil seiner Obliegenheiten. Diesem seinen Grundsätze durch das Leben hindurch treu, übte der Fürst rationell [118] die Landwirthschaft aus und brachte seine Besitzungen in dieser Richtung zu einer außerordentlichen Bedeutendheit. Unter den praktischen Landwirthen Galiziens zählte der Fürst zu den Notabilitäten, und was die Ordnung und Verwaltung seiner Güter betrifft, so galt er als ein wahres Muster. Mit einem, für seine Verhältnisse fast unansehnlichen Vermögen beginnend, hat er Millionen hinterlassen. Ueberdieß im wahren Sinne des Wortes durch und durch ein Charakter, der mit tiefer Bildung eine seltene Energie verband, legte er überall selbst Hand an und war so ein erhebendes Beispiel, wie ein eiserner Wille, eine Beharrlichkeit im Handeln, ein Festimaugebehalten der vorgesteckten Ziele von überraschenden Erfolgen gekrönt werden. Der Fürst war (seit 28. Februar 1832) mit Felicie, gebornen Gräfin von Mniszek-Buzenin (geb. 22. December 1810, gest. 5. October 1855) vermält; da jedoch aus dieser Ehe keine Kinder vorhanden sind, so setzte er zum Erben seiner großen Hinterlassenschaft seinen Bruder Adam, jedoch mit der Verpflichtung ein, ein Majorat zu gründen und zwei Stiftungen in Ausführung zu bringen, eine mit einem jährlichen Betrage von 1000 fl. für wissenschaftliche Sammlungen unter der Verwaltung der Krakauer Gelehrtengesellschaft und eine zweite ebenfalls mit dem jährlichen Betrage von 1000 fl. zu Prämien für Autoren der besten wissenschaftlichen Werke in polnischer Sprache ohne Unterschied des Gegenstandes, worüber sie handeln, und zur Herausgabe solcher Werke. Die Verwaltung beider Stiftungen hat der Fürst der Krakauer Gelehrtengesellschaft übertragen.

Gazeta narodowa, d. i. Volkszeitung (ein in Lemberg erscheinendes großes politisches Journal) 1865, Nr. 46, in der Rubrik „Kronika“. – Gazeta Lwowska (d. i. Lemberger Zeitung) 1865, Nr. 52, auch unter der Rubrik „Kronika“. – Wiener Zeitung 1865, Nr. 49, S. 644. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1865, Nr. 64.