BLKÖ:Lubomirski, Heinrich Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Luby, Anton
Band: 16 (1867), ab Seite: 118. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 133522458, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Lubomirski, Heinrich Fürst|16|118|}}

Lubomirski, Heinrich Fürst (Kunstkenner und Kunstsammler, geb. in Galizien 15. September 1777, gest. 20. October 1850). Ein Sohn des Fürsten Joseph, Castellans von Kiew. Hatte eine vortreffliche Erziehung genossen und war ein besonderer Freund und Kenner vaterländischer Alterthümer. Von Joseph Maximilian Grafen Ossoliński, dem Stifter des nach ihm benannten wissenschaftlichen National-Institutes in Lemberg zum lebenslänglichen und erblichen Curator desselben ernannt, hat der Fürst wesentliche Verdienste um das Gedeihen dieser, durch den Reichthum ihrer Bibliothek und übrigen Sammlungen bemerkenswerthen Anstalt. So hat er denn seine eigenen werthvollen Sammlungen an Büchern, Medaillen, Gemälden und Alterthümern mit jenen des Ossoliński’schen Institutes vereinigt und in demselben ein besonderes Lubomirski’sches Museum begründet. In seinen jüngeren Jahren verweilte der Fürst öfter und mitunter längere Zeit in Wien, wo der Reiz seiner gediegenen Anmuth und hinreißenden Liebenswürdigkeit sein Andenken in den Salons der höheren Gesellschaft lange noch lebendig erhielten, nachdem er bereits ein seltener Gast in denselben und dann auch immer nur auf kurze Zeit geworden war. Man stellte den Fürsten hinsichtlich der genannten Eigenschaften dem berühmten Prinzen de Ligne [Bd. III, S. 213], mit dem ihn freundschaftliche Bande vereinten, zur Seite. Ein Freund, Kenner und Förderer der Wissenschaften, schrieb der Fürst die Nachrichten über Krzemieniec, [119] welcher in polnischer Sprache verfaßte Aufsatz in dem von dem Ossoliński’schen Institute herausgegebenen Czasopis (d. i. Zeitschrift) abgedruckt ist; auch gab er das Prachtwerk: „Zbiór widoków celniejszych ogrodów w Polsce“, d. i. Sammlung von Ansichten der berühmteren Gärten in Polen heraus. Auf seine Kosten ließ er ferner die Abbildungen der polnischen Medaillen zu dem Werke über dieselben von Albertrandi stechen. Dieselben wurden später von Raczyński zu seinem, unter dem Titel: „Gabinet Medalów“, d. i. Medaillenkabinet, herausgegebenen Werke benützt. Der Fürst Heinrich war (seit 24. Mai 1807) mit Therese geborenen Fürstin Czartoryska (geb. 13. Juli 1783) vermält und entstammen dieser Ehe Fürst Georg, von dem bereits oben [S. 106] die Rede gewesen, Prinzessin Isabella (geb. 1. März 1808) vermält (seit 6. Juli 1829) mit Ladislaus Fürsten Sanguszko-Lubartowicz; Prinzessin Hedwig Julie Wanda (geb. 29. Juni 1815), dritte Gemalin (seit 28. October 1836) Eugen Lamoral’s Fürsten de Ligne, Prinzen von Amblise u. s. w., eines Enkels des berühmten Prinzen de Ligne. Fürst Heinrich Lubomirski ist auch der Stifter des Majorates von Przeworsk in Galizien.

Gräffer (Franz), Wiener Dosenstücke, nämlich Physiognomien, Conversationsbildchen, Auftritte, Genrebildchen, Scenen, Caricaturen und Dieses und Jenes, Wien und die Wiener betreffend; thatsächlich und novellistisch (Wien 1852, J. F. Greß, 8°.) II. Theil, S. 26. im Aufsatze: „Eine Erinnerung an Professor Wittmann“.