BLKÖ:Lucchini, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Lucchi, Luigi
Band: 16 (1867), ab Seite: 132. (Quelle)
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Lucchini, Joseph (Geschichtsschreiber, geb. zu Cavona im Jahre 1801, gest. ebenda 14. November 1855). Nachdem er die theologischen Studien im Seminar Rovelli zu Como beendet, begab er sich nach Padua und erlangte an der dortigen Universität die theologische Doctorwürde. Zuerst widmete er sich dem Lehramte und versah es einige Jahre in den Schulen des Collegiums Gallio. Im Jahre 1829 wurde er Pfarrer zu Cavona und versah das Pfarramt durch 15 Jahre, bis zum 18. Juli 1844, worauf er dasselbe niederlegte und da er nicht geringes eigenes Vermögen besaß, nach Mailand übersiedelte, wo er ausschließlich seinen historischen Arbeiten lebte. Seine Absicht, sich in ein Kloster zurückzuziehen, gab er seiner, in hohem Alter stehenden Mutter, die er so lange sie lebte nicht verlassen wollte, zu Liebe auf. Sie starb neunzigjährig, sechs Tage vor ihm. Lucchini machte von seinen Glücksgütern einen edlen Gebrauch. Die Armen und die Waisen genossen reichliche Spenden von seiner Hand. Eine Frucht seiner geschichtlichen Forschungen ist das folgende Werk: „Discorso storico sopra l’impero d’Occidente in seguito a Carlo Magno diviso in quatro epoche“ (Milano 1848–1854, Pirotta), der fünfte Band dieses Werkes sollte erscheinen, nachdem L. noch mehrere Quellen in Rom eingesehen und die größeren Bibliotheken des Continents besucht haben würde; der Tod hinderte ihn an der Ausführung seines Vorhabens.

Corriere del Lario (ein Mailänder politisches Blatt) 1856, Nr. 17. –