BLKÖ:Lynker, Nikolaus Christoph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 184. (Quelle)
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Ein Nikolaus Christoph Lyncker (geb. zu Marpurg 2. April 1643, gest. zu Wien 28. Mai 1726) hat für das fürstlich Eisenach’sche Haus mehrere diplomatische Sendungen mit Geschick ausgeführt, im Jahre 1680 als Professor der Rechte zu Jena gewirkt und wurde von Kaiser Leopold I., als er im Jahre 1688 für seinen und den weimar’schen Hof in Lehenangelegenheiten nach Wien kam, in den Adelstand erhoben. Im Jahre 1700 verlieh ihm der Kaiser die Freiherrnwürde und berief ihn ein paar Jahre später als kaiserlichen Reichshofrath nach Wien, welche Würde er viele Jahre bekleidete, bis er im hohen Greisenalter von 81 Jahren starb. L. war ein ungemein fruchtbarer juridischer Schriftsteller und noch in seinem Todesjahre erschien in Wien sein Werk: Novellarum Justiniani exegesis methodica“ (Vindobonae 1726, Kraus, Fol.), wovon eine zweite Ausgabe ebenda im Jahre 1751 herauskam. Eine Schrift betitelt: „Monita quibus Sam. Strykius in suo tractatu de actionibus forensibus investigandis et eligendis 5000 errorum convicitur“, hat er unter dem Pseudonym Carolus Sylbindus Nicaeus herausgegeben. Seine zahlreichen Schriften führt Jöcher’s „Gelehrten-Lexikon“ freilich ohne bibliographische Genauigkeit auf, woran Uebrigens, da sie meist veraltet sind, wenig gelegen ist. Schließlich sei hier bemerkt, daß im Jahre 1696 zu Jena eine 16 Quartbogen starke Schrift erschienen ist, welche den Titel führt: „Scripta quae lynckerianum nomen praeferunt, vel ad istud pertinent, edita plurimum et adhuc ex MSCC. edenda“. [Jöcher (Christian Gottlieb), Allgemeines Gelehrten-Lexikon u. s. w. (Leipzig 1750, Gleditsch, 4°.) Band II, Sp. 2624. – Allgemeines historisches Lexikon (Leipzig 1730, Thom. Fritschens Erben, Fol.) Erste Fortsetzung, S. 834.]