BLKÖ:Müller Edler von Müllenau, Andreas

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 340. (Quelle)
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5. Müller Edler von Müllenau, Andreas (k. k. Oberst, geb. zu Mecheln in den Niederlanden im Jahre 1777, gest. zu Gratz 28. Juli 1862). Erscheint öfter auch mit dem bloßen Prädicate als Oberst von Müllenau. Müller wurde von seinen Eltern für den Kriegerstand im nächsten Hinblick auf den Eintritt in kaiserlich österreichische Dienste erzogen, obwohl er als damaliger französischer Unterthan zum Eintritte in Frankreichs Dienste verpflichtet war. Ungeachtet dieser seine Zukunft gefährdenden Hindernisse, trat doch M. in die österreichische Armee, welcher Umstand bei der Uebergabe der Festung Mantua, in welcher er sich damals befand, für ihn bald lebensgefährlich geworden wäre. Nur die Freundschaft einiger Kameraden rettete ihn bei der Uebergabe von der Auslieferung. M. hatte die Artillerie gewählt und diente in derselben über fünfzig Jahre. Er machte während seiner Dienstzeit zehn Feldzüge mit, darunter jene der Jahre 1805 und 1813, in deren ersteren er sich durch seine Tapferkeit so auszeichnete, daß die Relation über die Schlacht bei Caldiero am 30. October 1805 seiner mit den folgenden Worten gedenkt: „Herr General der Cavallerie Graf Bellegarde rühmt ganz besonders den Oberfeuerwerker Müller von der Artillerie, der mit der rühmlichsten Entschlossenheit dem in die Laufgräben eindringenden Feinde festen Widerstand geleistet und sich gegen denselben behauptet hat“. Müller wurde für seine Waffenthat mit der goldenen Medaille geschmückt und mehrere seiner Vorgesetzten sprachen es aus, daß nur der Mangel der Officierscharge es nicht gestattet habe, ihn dem Capitel zur Verleihung des Maria Theresien-Ordens vorzuschlagen. In kurzer Zeit darauf wurde M. zum Officier befördert. Im Feldzuge des Jahres 1813 that sich M. in den Kämpfen vom 22. bis 30. August bei Dresden und Kulm neuerdings so hervor, daß ihn die Generale Graf Crenneville und Freiherr von Bianchi seiner „ausharrenden Bravour“ und „ausgezeichneten Entschlossenheit“ wegen der Gnade des Kaisers besonders empfahlen. Bei Dresden wurde M. so schwer verwundet, daß er längere Zeit nur auf Krücken zu gehen im Stande war. Im Jahre 1820 wurde M. Hauptmann, 1834 Major, 1837 Oberstlieutenant und als solcher zum Commandanten des Garnisons-Artillerie-Districtes in Slavonien ernannt; später wurde er nach Prag, dann nach Peterwardein übersetzt, worauf er im Jahre 1843, nach 50jährigem vollendeten Dienste, mit Oberstens-Charakter in den Ruhestand übertrat, den er in Gratz verlebte. Im J. 1851 erhielt er einen Elisabeth Theresien-Militär-Stiftungsplatz, den er bis an sein im hohen Alter von 87 Jahren erfolgtes Lebensende genoß. Im Februar 1824 ist M. mit dem Prädicate Müllenau und dem Ehrenworte „Edler von“ in den erbländischen Adelstand erhoben worden. Die Familie blüht noch fort. Im Jahre 1868 war ein Heinrich Müller Edler von Müllenau Lieutenant im 17. Infanterie-Regimente Freiherr Kuhn v. Kuhnenfeld, und ein [341] Karl M. v. Müllenau diente in der kaiserlichen Marine als Schiffslieutenant. Beide sind jedenfalls nahe Verwandte des Obersten Andreas M.

Tagespost (Gratzer politisches Blatt) 1860, Nr. 176: „Oberst von Müllenau“. – Oesterreichische Militär-Zeitung, herausg. von Hirtenfeld (Wien, 4°.) Jahrg. 1862, S 501. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von J. Hirtenfeld (Wien, kl. 8°.) XV. Jahrg. (1864), S. 79. – Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1862. Nr. 182, Beilage, S. 288 [nach dieser gest. am 29. Juli 1862]. – Wiener Zeitung 1862, Tagesbericht Nr. 180, S. 1122 [nach dieser und anderen Quellen gest. am 28. Jul 1862].