BLKÖ:Müllner-Gollenhofer, Josepha

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 416. (Quelle)
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Müllner-Gollenhofer, Josepha[BN 1] (Harfen-Virtuosin, geb. zu Wien um das Jahr 1770, gest. ebenda, Todesjahr unbekannt). Da sie Talent für die Musik zeigte, erhielt sie in früher Jugend Unterricht in derselben, und zwar im Harfenspiel, in welchem sie es durch Fleiß, rastlose Uebung und Ausdauer zu einem hohen Grade von Meisterschaft brachte, Kaiser Joseph, selbst ein großer Freund der Musik, als er von dem Talente des Mädchens Kenntniß erhielt, setzte Josepha in den Stand, eine Kunstreise nach Italien zu unternehmen, wo sie in den größeren Städten auftrat und mit ihrem vollendeten Spiele allgemeinen Beifall erntete. Nach der Rückkehr von dieser Kunstreise wurde ihr die Ehre zu Theil, die Erzherzoginen im Harfenspiele zu unterrichten. In der Folge besuchte sie die bedeutendsten Städte Deutschlands und gab Concerte auf ihrem Instrumente, in denen sie theils eigene Compositionen vortrug, theils in freien Phantasien die Zuhörer zu einem Entzücken ohne Gleichen hinriß. In der Folge wurde sie mit dem Titel einer kais. Kammervirtuosin als Solospielerin beim Hoftheater angestellt. Ihr Instrument, eine Pedalharfe von großer Schönheit und Güte, soll die Künstlerin von Kaiser Joseph zum Geschenke erhalten haben. Sie hat viel für ihr Instrument geschrieben, darunter Lieder, Phantasien, melodramatische Begleitung zu mehreren Gedichten, auch ein Streichquartett für ihren Mäcen, den Kaiser Joseph II., und auf Veranlassung der Kaiserin Maria Theresia eine Oper unter dem Titel: „Der heimliche Bund“. Von Haus aus hieß sie Josepha Müllner; den Namen Gollenhofer scheint sie erst nach ihrer Verheirathung hinzugefügt zu haben. Wann sie starb, ist nicht bekannt. In den Dreißiger-Jahren war sie noch am Leben.

Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, Kühnel, gr. 8°.), Bd. III, Sp. 524. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1857, Rob. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 1065. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst, Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, gr. 8°.), S. 634. – Schilling (G.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S 247.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Müllner-Gollenhofer, Josephine [Bd. XIX, S. 416].
    Handschr. biogr. Nachrichten – 17 Folioseiten – im Archiv u. s. w., wie bei Haas. [Bd. 26, S. 398.]