BLKÖ:Mariássy von Markus und Batisfalva, Andreas Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 442. (Quelle)
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Mariássy von Markus und Batisfalva, Andreas Freiherr (k. k. Feldzeugmeister und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Botzdorf (Batisfalva) in Ungarn im Jahre 1759, gest. zu Kaschau 17. Juni 1846). Entstammt einer alten, noch heute in mehreren Zweigen blühenden ungarischen Adelsfamilie, über welche Iván Nagy’s „Ungarisches Adelslexikon“ ausführliche Aufschlüsse ertheilt. M. trat im September 1775 als Cadet in das 37. Infanterie-Regiment, damals Graf Siskovics, dessen Inhaber er selbst später durch 34 Jahre gewesen. Den bayerischen Erbfolgekrieg machte er schon als Fähnrich mit und im Verlaufe des Türkenkrieges rückte er zum Hauptmann vor. Von da an, bis zum Jahre 1799, gab er bei vielen Gelegenheiten solche Beweise von Umsicht und Tapferkeit, daß er, als im Juli 1799 das Brentano’sche Feldjägercorps aus Piemontesen zusammengesetzt wurde, als Major in dasselbe kam. Das Corps selbst erhielt, nachdem Brentano zum General-Major befördert worden, Mariássy’s Namen. Diese Jäger standen in den Jahren 1800 und 1801 bei der Armee in Italien, wurden an der östlichen Küste von Genua verwendet, wo sie unter M.’s Commando bei verschiedenen Gefechten gegen Genua ihre Tapferkeit bewährten, in der Schlacht bei Marengo aber großen Verlust erlitten. Im August 1801 wurde das Corps zu Mariano in Friaul aufgelöst, M. aber in das 48. Infanterie-Regiment übersetzt, aus welchem er im September 1805 als Oberst in das Infanterie-Regiment Nr. 60 kam. Im Jahre 1809 wurde er nach der Schlacht von Aspern zum General-Major befördert und erhielt eine Brigade im 6. Armeecorps. In der Schlacht bei Wagram erprobte M. seine schon oft bewiesene Tapferkeit und Umsicht, insbesondere während des Rückzuges nach Mähren. Am 7. Juli erkämpfte er sich bei Hollabrunn das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Klenau, welcher die Arrièregarde unserer Armee befehligte, war nämlich am 7. über Korneuburg und Stockerau vor Hollabrunn gerückt, wo er Stellung nahm. Klenau’s Nachhut wurde um 9 Uhr Vormittags bei Stelzendorf vom Feinde eingeholt und heftig verfolgt, starke feindliche Abtheilungen drangen auf Hollabrunn vor, und es entspann sich ein hitziges Gefecht. Der Feind hatte nämlich die Absicht, den rechten Flügel unseres 6. Armeecorps zu umgehen. Diese Absicht durchblickend, stellten sich Mariássy mit dem Infanterie-Regimente Benjowsky und General-Major Wallmoden mit zwei Huszaren-Regimentern dem Feinde entschlossen entgegen. Während Wallmoden denselben attakirte, drang M. gegen den durch Granaten in Brand gesteckten Ort Hollabrunn vor, trieb nach einem hartnäckigen Gefechte die Franzosen aus demselben und behauptete, alle weiteren Angriffe energisch zurückweisend, seine Stellung bis Mitternacht. Durch diese standhafte Vertheidigung von Hollabrunn wurden die Franzosen verhindert, zu debouchiren und unsere Armee zu beunruhigen, so daß diese am folgenden Tage ihren Rückzug ungehindert fortsetzen konnte. M.’s Name stand in der Relation des Generalissimus unter den Ausgezeichneten und mit Armeebefehl vom 13. Juli wurde er mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens geschmückt. Auch in den Schlachten bei Dresden und Leipzig that sich M. an der Spitze seiner Truppen in ausgezeichneter Weise hervor. In ersterer wurde er schwer verwundet, [443] in letzterer auf dem Schlachtfelde zum Feldmarschall-Lieutenant befördert. Im Jahre 1815 befand sich M. bei dem Belagerungscorps zu Hüningen, welches unter Erzherzog Johann stand, und befehligte die Belagerungstruppen bis zur Uebergabe des Platzes. Nach dem Wiener Frieden setzte M. als Divisionär seine Dienstleistung bis zum Jahre 1832 fort, in demselben wurde er mit Feldzeugmeisters-Charakter in den erbetenen Ruhestand versetzt. Seit dem Jahre 1813 war M. Inhaber des 37. Infanterie-Regiments, zur Zeit Erzherzog Joseph. M. hat auch ein Stiftungscapital, bestehend in der fünfpercentigen Staatsschuldverschreibung Nr. 783 B, vom 1. Juli 1859, p. 7860 fl. österr. Währ., zu dem Zwecke gewidmet, daß über die Interessen desselben der jeweilige Regimentscommandant mit Zuziehung der Stabsofficiere zum Besten des Regiments zu verfügen habe.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1038 u. 1747. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Mor. Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 315. – Ueber die Familie selbst gibt Nachricht Nagy am bezeichneten Orte, S. 305–318, und überdieß hat ein Michael Kayser folgendes Werk verfaßt: „Compendium historiae Familiae Mariássy de Markusfalva, ex manuscripto sub decursu regestrationis archivi ejusdem fida manu concinnata excerptum“ (Posonii 1803, 4°.). – Auch melden die „Annalen der Literatur und Kunst in dem österreichischen Kaiserthume“ (Wien, Ant. Doll, 4°.) Jahrg. 1819, Intelligenzblatt Jänner, Sp. 18, daß im Juli 1807 ein Herr von Maryássy aus Botzdorf (Batisfalva) in der Zips auf einer Reise nach Pesth gestorben sei, wohin er wegen einer censurwidrigen Schrift über die 16 Zipser Kronstädte citirt worden war. Seine Kutsche hatte nahe bei Pesth umgeworfen und ihn erschlagen.