BLKÖ:Milutinovich, die Freiherren von, Genealogie

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 18 (1868), ab Seite: 337. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Milutinovich, die Freiherren von, Genealogie|18|337|}}

Zur Geschichte und heutiger Familienstand der Freiherren von Milutinovich. Die Milutinovich – die Schreibart mit zwei ll, Millutinovich, ist ebenso unrichtig, als dem Geiste der slavischen Sprache entgegen; General Milutinovich selbst schrieb sich immer nur mit einem l und im Freiherrn-Diplome erscheint er ebenfalls mit einem l – sind Serben von Ursprung. Ob der berühmte serbische Dichter Simon[1] Milutinovich[WS 1] (geb. 3. October 1791 a. St., gest. zu Belgrad im Jahre 1848), der durch seine Serbianka, eine Sammlung lyrisch-epischer, historisch-treuer Gesänge über die letzte Kriegsepoche des serbischen Volkes unter Cerni Djordje und Milosch Obrenowitsch (1804–1815), seinen Dichterruhm erlangte, derselben Familie angehört, kann Herausgeber nicht bestimmen. Als Gründer der freiherrlichen Familie erscheint Axentius Milutinovich, der um 1740 in der österreichischen Militärgrenze geboren, im Jahre 1756 in das Peterwardeiner Grenz-Regiment eintrat und, von der Pique an dienend, zum Oberst vorgerückt war. Am 21. Juli 1760 wurde er Fähnrich, am 1. Mai 1768 Lieutenant im deutsch-banater Regimente, am 21. Juli d. J. Hauptmann im Peterwardeiner Regimente; am 22. Februar 1786 zweiter, am 26. April 1788 erster Major, am 25. September 1789 Oberstlieutenant und am 8. Februar 1794 Oberst im Regimente. Während seiner vieljährigen Dienstzeit zeichnete er sich öftere Male aus, so im siebenjährigen Preußenkriege, im Türkenkriege, insbesondere bei der Belagerung der türkischen Festungen Schabatz und Belgrad. Für seine Verdienste wurde er im Jahre 1796 in den erbländischen Adelstand – und nicht, wie es im „Genealogischen Almanach der freiherrlichen Häuser“ 1866, S. 642 u. 643. heißt, in den Reichsritterstand – mit dem Prädicate von Millovský erhoben. Wohl aber erhielt er, wie Nagy in seinem „Magyarország családai“, Bd. VII, S. 505, erwähnt, im nämlichen Jahre noch den ungarischen Adel. Axentius hinterließ außer mehreren Töchtern zwei Söhne, Theodor und Paul. Von Theodor, der in Folge des ihm verliehenen Ritterkreuzes des Maria Theresien-Ordens mit Diplom vom 12. December 1815 in den Freiherrnstand erhoben worden, stammt der heutige Familienstand der Milutinovich. Freiherr Theodor hatte drei Söhne und eine Tochter. Die ersteren sind: Michael, Alexander und Joseph, die letztere ist Maria Anna. Von den Söhnen sind Michael und Alexander im italienischen und ungarischen Kriege, 1848/49, auf dem Schlachtfelde geblieben; es leben nunmehr nur Joseph, seine Schwester Maria Anna und die Witwen der zwei vorgenannten Michael und Alexander. Der heutige Familienstand ist demnach: Joseph Milutinovich von Millovsky, Freiherr von Weichselburg, k. k. Oberstlieutenant in Pension, vermält mit Elise geb. von Palik-Ursevny; die Witwen seiner beiden Brüder, des Michael (gest. 1849): Clara geb. von Manassy, und des Alexander (gest. 1849): Julia geb. von Sevils; und Joseph’s Schwester Maria Anna (geb. 6. Mai 1806), vermält (seit 19. Juni 1825) mit Alexander Freiherrn Jović von Stegenberg, k. k. General-Major in Pension, geschieden seit 1836.

Wappen. Rother, in vier Felder getheilter Schild mit Herzschild: Herzschild. In Gold auf grünem Boden eine aus Quadersteinen erbaute Burg mit geschlossenem schwarzen Thore und von drei gezinnten Thürmen überragt. Hauptschild. 1 u. 4: ein geflutheter silberner Schildesfuß, hinter welchem sich ein grüner Dreihügel erhebt, dessen mittlerer höherer und golden gekrönter Theil einen einwärtsgekehrten silbergeharnischten, auf seinem Elbogen ruhenden Arm trägt. Die entblößte Faust schwingt einen goldgefaßten blanken Säbel, auf dessen Spitze ein abgehauener Türkenkopf steckt (Stammwappen); 2 und 3: ein einwärtsgekehrter säbelschwingender entblößter Arm. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher zwei gekrönte Turnierhelme emporragen. Die Krone des rechten Helms trägt drei wallende Straußenfedern, eine silberne zwischen rothen; die Krone des linken Helms trägt den geharnischten Arm, der den Säbel mit dem Türkenkopfe schwingt. Die Helmdecken sind zu beiden Seiten roth, mit Silber belegt.


  1. Eine authentische, auf Angaben Simon’s beruhende Biographie des Dichters brachte seiner Zeit das „Ausland“ (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1831, Nr. 177 u. 178.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Sima Milutinović (Wikipedia).