BLKÖ:Monti, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 59. (Quelle)
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Noch sind folgende Personen des Namens Monti bemerkenswerth:

1. Alexander Monti (geb. zu Brescia im März 1818, gest. 22. Mai 1854). Erhielt seine erste Erziehung im Collegium zu Monza, dann in jenem der Porta nuova zu Mailand und kam dann auf das Lyceum ebenda. Da er von früher Jugend an eine unüberwindliche Neigung für den Soldatenstand zeigte, schickten ihn die Eltern nach Wien in die Ingenieur-Akademie. Diese verließ er nach beendetem Curse als Officier. Er wurde nun Oberlieutenant im 2. Chevauxlegers-Regimente, damals Prinz Hohenzollern, und war im Jahre 1847 bereits Rittmeister in demselben. Er stand mit seiner Truppe in Krakau, als die Wirren des Jahres 1846 in Galizien, wo er gegen ein Volk, das, um seine Unabhängigkeit zu erringen, sich wieder erhoben hatte, zu kämpfen gezwungen war, ihn bestimmten, seine Entlassung zu fordern. Im Jahre 1847, wenige Monate vor Ausbruch der Märzbewegung des Jahres 1848, erhielt er dieselbe. Er kehrte nun in sein Vaterland zurück, wo auch bereits die Revolution ausgebrochen war. Hier glaubte er nun die in dem kaiserlichen Militärinstitute erworbenen Kenntnisse in seiner Weise verwerthen zu können. Bei der Errichtung der Nationalgarde bewies er einen großen Eifer, jene von Brescia organisirte er in kürzester Zeit. Die provisorische Regierung der Lomdardie verlieh ihm auch sofort in Anerkennung der ihr geleisteten Dienste den Generalsrang. M. lehnte jedoch diesen ab, begnügte sich mit der Stelle eines Majors und erklärt: seine weitere Beförderung sich mit seinem Säbel erkämpfen zu wollen. Nach dem unglücklichen Ausgange des ersten Feldzuges, den Carlo Alberto gegen die österreichischen Waffen unternommen, begab sich Monti nach Piemont, wo Gioberti an der Spitze der Rathgeber des Königs sich befand. Monti erhielt nun eine diplomatische Sendung nach Ungarn, und war beauftragt, eine innige Allianz zwischen Ungarn und Piemont abzuschließen. Monti befand sich bereits in Ungarn, als die Nachricht von der von Radetzky siegreich geschlagenen Schlacht bei Novara ankam Jetzt in sein Vaterland zurückzukehren, hielt er ebenso für gewagt als nutzlos, er bot somit seine Dienste der ungarischen Nation an, errichtete eine italienische Legion im Revolutionsheere derselben und kämpfte als ihr Oberst an der Spitze derselben, bis die Katastrophe bei Villágos den Kampf endete. Gleich vielen Anderen begab sich auch Monti in die Türkei. Mit 250 Mann seiner Legion ging er nach Gallipoli. Die ihm dort gemachten Anträge lehnte er ab, da er zum Mohamedanismus zu übertreten sich nicht entschließen konnte. Er kehrte somit im Jahre 1850 nach Italien, und zwar zunächst auf die Insel Sardinien zurück. Dort zwang ihn seine durch die bisher überstandenen Fatiken geschwächte Gesundheit, sich einige Zeit Ruhe zu gönnen; dann erhielt er von der piemontesischen Regierung die Stelle des Gefängnißdirectors in Turin und später jene des Poenitentiar-Gefängnisses zu Oneglia. Ehe er aber noch diesen letzten Posten antrat, überraschte ihn bereits der Tod im besten Mannesalter von 36 Jahren. [Kertbeny (K. M.), Die Ungarn im Auslande. I. Namensliste ungrischer Emigration seit 1849. 2000 Nummern mit biografischem Signalement (Brüssel und Leipzig 1864, Kießling u. Comp., 8°.) S. 41, Nr. 1145]. –