BLKÖ:Mosel, Katharina von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mosel, Prosper Joseph
Band: 19 (1868), ab Seite: 136. (Quelle)
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Mosel, Katharina von (Schriftstellerin und Componistin, geb. zu Klosterneuburg nächst Wien 15. April 1789, gest. zu Wien 10. Juli 1832). Eine geborne Lambert, Tochter eines Oberbeamten im Stifte von Klosterneuburg, die im Elternhause eine sorgfältige Erziehung und, da sie nicht gewöhnliches Talent für die Musik besaß, auch eine tüchtige Ausbildung in derselben erhalten hatte. In letzterer war der berühmte Tonsetzer und Virtuos J. N. Hummel [Bd. IX, S. 419) ihr Lehrer. Ihre Virtuosität im Pianospiele war eine so große, daß sie innerhalb der Jahre 1811–1817 sich mehrmals in Concerten, die zu wohlthätigen Zwecken bestimmt waren, öffentlich hören ließ; auch wurde sie mehrmals zu größeren und kleineren Hofconcerten beigezogen, wo sie vor dem versammelten Hofe ihre seltene Kunstfertigkeit entfaltete. Mit der Virtuosität ihres Spieles vereinigte sich auch ein schönes Compositionstalent, und sie schrieb mehrere Variationen für das Instrument, das sie mit solcher Meisterschaft spielte, eine Partie derselben war auch im Stiche erschienen. Auch auf schriftstellerischem Gebiete war sie thätig und schrieb unter dem Pseudonym Elisa zum ersten Maie zum Besten einer verarmten Familie, dann in das Taschenbuch [137] Aglaja. Ihre im Drucke erschienenen Schriften sind die Novellen: „Sühnung“; – „Rosa“, im Taschenbuche „Aglaja“, 1823, abgedruckt. – und „Elisens Bemerkungen über die elegante Welt“. So lange sie lebte, wurde der Schleier ihrer Pseudonymität nicht gelüftet. Katharina war seit dem Jahre 1808 mit dem damaligen Hofofficial, nachmaligen Hofrath und ersten Custos der Hofbibliothek, Ignaz Franz Edlen von Mosel [s. d. Vor. S. 130], vermält, mit dem sie als dessen zweite Frau in einer 24jährigen, ungemein glücklichen Ehe lebte. Sie starb, erst 43 Jahre alt, und liegt auf dem Hietzinger Friedhofe bei Wien begraben. Das ihrem Andenken errichtete einfache Denkmal trägt folgende Inschrift: „Fromm in Werken | Liebenswürdig durch Gemüth | Geist und Talent | als Gattin und Mutter | ohne Gleichen.“

Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.), S. 623. – Schmidt (August), Denksteine, Biographien ... (Wien 1848, Mechitaristen-Congregation, 4°.) S 71, in der Biographie ihres Gemals Ignaz Franz Edl. von Mosel.