BLKÖ:Hummel, Johann Nepomuk

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 9 (1863), ab Seite: 419. (Quelle)
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Hummel, Johann Nepomuk (Tonkünstler, geb. zu Preßburg 14. November 1778, gest. zu Weimar 17. October 1837). Sein Vater Johann H. war selbst ein guter Musikus und Musiklehrer auf der Militärstiftung zu Wartberg. Vier Jahre erhielt der Sohn bereits Musikunterricht; ohne besondere Fortschritte zu machen, zeigte er doch offenbar ein hübsches Talent. Als Kaiser Joseph 1785 diese Lehranstalt aufhob, begab sich der alte Hummel nach Wien und wurde Orchesterdirector bei dem neu erbauten Schikaneder’schen Theater. Um diese Zeit zog der 7jährige Hummel schon die Aufmerksamkeit der Musikkenner auf sich, und als er einst eine Bach’sche Sonate vor Mozart spielte, wurde letzterer so von dieser Leistung zufriedengestellt, daß er sich, ungeachtet seines Widerwillens gegen jedes Unterrichtertheilen, entschloß, den jungen Hummel zu unterrichten, doch nur unter der Bedingung, daß er ihm gänzlich übergeben werde und sogar bei ihm wohne. Zwei Jahre genoß Hummel Mozart’s Unterricht, dann machte der Vater auf dessen Rath mit dem 9jährigen Knaben eine Kunstreise, auf welcher er Deutschland, Dänemark, England, Schottland und Holland besuchte und überall außerordentlich gefiel. Schon während dieser Zeit versuchte sich der junge Hummel in der Composition und gab auch seine ersten Compositionen, ohne die Satzkunst gelernt zu haben, in Schottland in Druck. Nach seiner Rückkehr von der Kunstreise, welche 6 Jahre gedauert hatte, lernte er aber den Contrapunct, und zwar studirte er die Composition unter Albrechtsberger, später genoß er auch den Unterricht Salieri’s. Hummel bildete sich sofort im Stillen und erst seine „Fugen“ (Op. 7) und „Variationen“ (Op. 8) lenkten die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihn. Durch Haydn’s Empfehlung erhielt Hummel im Jahre 1803 einen Ruf nach Stuttgart, jedoch zerschlugen sich die Unterhandlungen wieder, weil der Herzog keinen Capellmeister aus Wien nehmen wollte. So trat H., ebenfalls auf Haydn‘s Empfehlung, als Concertmeister in die Dienste des Fürsten Nikolaus Eßterházy und stand dessen berühmter Musikcapelle, welche nicht weniger denn 100 Personen [420] zählte, bis zum Jahre 1814 vor. In diese Periode fallen von seinen Arbeiten, die in Haydn’s Geiste gehaltene und ihm auch zugeeignete „Sonate in Es“ (Op. 13), welche Hummel’s Ruf als Componist eigentlich begründete; die „Phantasie in Es“ (Op. 18); die „Sonate in F-moll“ (Op. 20), und das „Concert in C“ (Op. 34). Nach seinem Austritte aus des Fürsten Diensten, also von 1811 an, ließ sich H. in Wien nieder und war daselbst bis 1816 als Lehrer des Clavierspiels und zwar in einer Weise thätig, daß er manchen Tag 10 Stunden Unterricht ertheilte. In diese Zeit fällt die Composition der „Caprice“ (Op. 49), und das „Rondo in A“ (Op. 56), womit Musikkenner gewissermaßen einen Wendepunct in Hummel’s Compositionsweise bezeichnen und in ihr zum ersten Male jene brillante Satzart erblicken, die nachmals lange die Hauptnorm aller Pianofortemusik geblieben ist. Im Jahre 1816 folgte er, einem Rufe als Capellmeister nach Stuttgart, nahm nun das seit seiner Rückkehr von den Kunstreisen vernachlässigte Clavierspiel wieder auf und begann, obgleich nach nicht geringem Kampfe und nach langem Zureden seiner Freunde, Concerte zu geben. Nach dieser langen Ruhezeit brach aber auch ein neues Talent hervor, jenes der Improvisation oder freien Phantasie, welches sich zu einer Bedeutenheit steigerte, daß es seinem Namen neuen Glanz verlieh. Auch erschien um jene Zeit das berühmte „Septett“ (Op. 74), welches in der Musikwelt die beifälligste Aufnahme fand. Nur vier Jahre blieb er in Stuttgart, schon 1820 nahm er einen Antrag nach Weimar an, der ihm unter den ehrenvollsten und vortheilhaftesten Bedingungen gestellt wurde und ihm eine freie unabhängige Stellung sicherte. Die Großfürstin Maria Pawlowna, selbst eine Freundin des edlen Clavierspieles, wählte H. zu ihrem Begleiter auf der Reise nach St. Petersburg, 1822, und hier feierte H. Erfolge, welche diese Epoche seines Lebens zur glänzendsten machen. Am kais. Hofe mit Auszeichnung aufgenommen, wurde H. bald der Mann des Tages und seine Concerte wurden zahlreich besucht. Aus der ersten Zeit seines Weimarer Aufenthaltes bis zur Petersburger Reise stammen mehrere der beliebtesten von Hummel’s Werken, die „Sonate in Fis“ (Op. 81), das „Concert in A-moll“ (Op. 85), das „Quintett in E-moll“ (Op. 87), die zwei „Trio’s in E“ und „Es“ (Op. 83 u. 93), die „Vierhändige Sonate in As“ (Op. 92), das „Rondo in B“ (Op. 98), und die „Sonate in D“ (Op. 106). Nach seiner Rückkehr von St. Petersburg, wo auch die pecuniäre Ernte beträchtlich ausgefallen war, machte H. alljährlich Kunstreisen, 1825 nach Paris, wo sich die Petersburger Triumphe wiederholten und er Ritter der Ehrenlegion wurde; für diese Kunstreise schrieb er das „Concert in E“ (Op. 110); 1826 nach Holland und Belgien; 1827 nach Wien, aus welcher Zeit das große „Concert in As-dur“ (Op. 113) stammt; 1828 nach Warschau; 1829 wieder nach Frankreich, und 1830 nach England, für welchen Kunstausflug er das große „Septett militaire“ (Op. 114), die „Phantasie Oberons Zauberhorn“ (Op. 116), und die „Variationen le retour de Londres“ (Op. 119) schrieb, in welch’ letzteren Werken die Kunstkenner zwar nicht mehr den Schwung der Phantasie seiner früheren Arbeiten, aber noch immer dieselben Schönheiten der Form entdecken. Während seines Aufenthaltes in London im Jahre 1833 leitete H. die deutsche Oper. Aber schon begann seine Gesundheit merklich abzunehmen, [421] selbst seine Functionen als Capellmeister mußte er öfter einstellen. Zwar schien er sich durch den Besuch von Bädern wieder herzustellen, aber es war nicht auf die Dauer. Seine Thätigkeit nie gänzlich unterbrechend – so schrieb er kurz vor seinem Tode, den er selbst noch in weiter Ferne glaubte, das Arrangement einer Beethoven’schen Symphonie – endete er im Alter von erst 59 Jahren. Mit ihm war ein reichbegabter Genius, ein großer deutscher Meister im Gebiete der Tonkunst dahin gegangen. Der letzte Schüler Mozart’s, strebte er seinem erhabenen Meister mit rüstiger Kraft und glänzendem Erfolge nach. Als Componist und Claviervirtuos schuf und leistete er, was nur den Auserwählten zu schaffen und zu leisten vergönnt ist. Aus seinen Compositionen weht ein tiefer, sinniger Geist; seine Töne reden die ewig wahre Sprache des Herzens in ergreifenden und großartigen, wie in lieblich klaren Harmonien. Als Virtuos ist er der Begründer einer neuen Schule. Mit seelenvollem Ausdrucke verband er Rundung. Solidität und Eleganz des Spiels. Bei meisterhafter Beherrschung der Technik waren ihm doch Fertigkeit und Ueberwindung der höchsten Schwierigkeiten nicht Hauptzweck, sondern nur Mittel, um auf Geist und Gemüth erhebend zu wirken. An innerer Gediegenheit und Grazie des Spiels wurde er zu seiner Zeit von Keinem übertroffen, aber auch als Meister der freien Phantasie, als Improvisator auf dem Piano stand er wahrhaft groß und unerreicht da. Wenn er in Dämmerungsstunden am Piano saß und seine Phantasie ausströmen ließ, theils eigene Gedanken in den mannigfaltigsten Umschreibungen, theils bestimmte Themen in freien oder gebundenen und fugirten Formen verarbeitete, in allerlei Gestaltungen und Wendungen darstellte, dann offenbarte sich der volle Reichthum, die ganze Kraft, Schönheit und Originalität seines Geistes, dann sprach er in wunderbar ergreifenden Tönen zu den Seelen. Hier wird namentlich auf die geistvolle Charakteristik Hummel’s von Kahlert in Bagge’s „Deutscher Musikzeitung“, 1860, Nr. 7–9, aufmerksam gemacht. Als Mensch hat H. durch Liebenswürdigkeit, Anspruchslosigkeit und eine seltene Bescheidenheit, wie durch das wohlwollende und humane Benehmen seinen Untergebenen gegenüber, sich allgemeine Achtung erworben. Die Zahl seiner im Drucke erschienenen Compositionen (das Verzeichniß desselben folgt unten) ist im Verhältniß zu seinem Fleiße weniger groß; denn H. pflegte regelmäßig zu arbeiten; bei der reichen Phantasie, die er besaß, brauchte er nicht lange auf den beglückenden Kuß der Göttin zu warten; aber er überstürzte sich nicht, er feilte, rundete seine Arbeiten mit beispielloser Geduld und eben die Vollendung, mit der er dieselben in die Welt schickte, half mit zu ihren Erfolgen. Auch auf theoretischem Gebiete hat H. eine tüchtige Arbeit veröffentlicht, es ist seine „Ausführliche theoretisch-praktische Anweisung zum Pianofortespiel vom ersten Elementar-Unterricht an bis zur vollkommensten Ausbildung“. 3 Theile (Wien 1828, Tob. Haslinger; London bei Boosch und Comp., und Paris bei A. Ferreur), und wurde auch in’s Spanische übersetzt; weniger bekannt oder eigentlich schon ganz vergessen ist eine andere Arbeit des Meisters, u. z.: „Fünfzig leichte ein- und zweistimmige Lieder verschiedener Componisten für die Schuljugend“ (Schleusingen 1838, Glaser, gr. 8°.), wovon 4 Auflagen erschienen sind. Hummel soll [422] seinen zwei Söhnen, die ihn überlebten, ein beträchtliches Vermögen, man sprach damals von 200.000 Thalern, hinterlassen haben, merkwürdig aber war seine Sammlung von Geschenken, die sich nach seinem Tode vorfand, da dieselbe außer 2 Orden, 26 kostbare Brillantringe, 24 goldene Dosen und 114 prächtige Taschenuhren enthielt.

I. Hummel’s Compositionen. A. Ballete, Opern, Cantaten: „Helena und Paris“, Op. 26 und 41; – „Das belebte Gemälde“ (Wien, bei Artaria), Op. 33. – „Der Zauberring“ (Wien, bei Weigel), Op. 46 – „Stücke aus dem Singspiele „Die Eselshaut“, Op. 60; – „Sappho. Ballet“, Op. 68; – „Die Rückfahrt des Kaisers. Singspiel im Clav. Ausz.“, Op. 69; – „Mathilde von Guise. Oper im Clav. Ausz.“, Op. 100; – „Diana et Endimone“, Oper; – „Le vicende d’Amore“, Oper; – „Das Haus ist zu verkaufen“ (Oper, 1actig); – „Der Zauberkampf“ (Pantomine); – „Lob der Freundschaft. Cantate mit Chören“. – B. Messen, Gradualien und Offertorien: „Messe Nr. 1, in B“, Op. 77; – *„Messe Nr. 2, in Es“. Op. 80; – *Messe Nr. 3, in D“, Op. 111, alle drei für 4 Singstimmen mit Begleitung des Orchesters; – *„Graduale (Quod quod in orbe), für 4 Singstimmen mit Orchesterbegleitung“, Op. 88; – *“Offertorium (alma virgo), für Sopran, Solo, den 4stimmigen Chor und Orchesterbegleitung“ (Wien, bei Haslinger), Op. 89. – C. Fugen, Trio’s, Quatours, Quintetten, Septetten und Chöre: „3 Fugen für das Piano-Forte“, Op. 7; – „Trio in Es“, Op. 12; – „Trio in F“, Op. 22; – „Trio in G“, Op. 35; – „Trio“, Op. 65; – *„Trio in E“ (Leipzig, bei Peters), Op. 83; – *„Grand Trio in Es“ (Wien, bei Diabelli), Op. 93; – „Trio in Es“, Op. 96, sämmtliche Trio sind für Pianoforte, Violin und Violoncelle; – „3 Quatours pour 2 Violons, Alto et Violoncelle“, Op. 30; – „Quintett de Negros für das Pianoforte“, Op. 42; – *„Quintett in E-moll für Pianoforte, Violin, Viola, Violoncell und Contrebaß“, Op. 87; – *„Septett für das Pianoforte“ (Wien, Artaria), Op. 74; – „Großes Septett (Militaire) für Pianoforte, Flöte, Violin, Clarinette, Trompete, Violoncell und Contrebaß“, Op. 114; – „Chor für 4 Singstimmen und Pianoforte“, Op. 62. – D. Ouverturen: „Ouverture zum Schauspiel „Johann von Finnland“ für das Pianoforte zu 4 Händen“, Op. 43; – „Ouverture zur Oper „Die gute Nachricht“ für das Pianoforte“ (Wien, Haslinger), Op. 61; – „Ouverture pour Pianoforte in B“, Op. 101; – „Ouverture au Mathilde pour Orchestre“ (Leipzig, bei Peters), Op. 102. – E. Concerte: „Concert pour le Pianof. et Violon av. Orch.“ (Wien, Diabelli und Comp.), Op. 17; – „Concert in C für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“, Op. 34; – „Concertino für das Pianoforte mit Begleitung des Quartetts (Blasinstr. ad libit.)“ (Wien, bei Haslinger), Op. 73. – *„Großes Concert (in A-moll) für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“ (Wien, bei Haslinger), Op. 85. – *„Concert in H-moll für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“ (Leipzig, Peters), Op. 90;– *„Les Adieux, gr. Concerto in E“ (Leipzig, ebenda), Op. 110; *„Großes Concert in As-dur für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“ (Wien, Haslinger), Op. 113. – F. Rondeau’s: „Rondeau pour le Pianof.“, Op. 11; – „Rondeau (ou Fantaisie) in E pour le Pianof.“, Op. 19; – „Rondo in A für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“, Op. 56; – *„Rondeau brill. melé d’un théme russe in B“, Op. 98; – „Rondeau brillant in H-moll pour le Pianof.“ (Wien, Haslinger), Op. 109; – „Gesellschafts-Rondo in D für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“, Op. 117; – „La Galante Rondo pour Ie Pianof. in Es“ (Leipzig, Kistner), Op. 120; – „Rondo elegant pour Pianoforte“ (Paris, chez Tarrene), Op. 121; – „Rondo villageois pour Pianof.“ (ebd.), Op. 122. – G. Fantasien, Serenaden, Lieder: *„Fantasie in Es pour le Pianof.“, Op. 18; – *„Oberons Zauberhorn. Große Fantasie für das Pianoforte mit Begleitung des Orchesters“, Op. 116; – „Fantasie für das Pianoforte“, Op. 123, – ebenso, Op. 124; – „Serenade für Pianoforte, Violine, Guitarre, Clarinette, Fagott und Violoncello“, Op. 63; – „Serenade für dieselben Instrumente“, Op. 66; – „La Sentinelle für eine Singstimme mit Chor mit Begleitung des Pianoforte, Violine, Guitarre und Violoncell“, Op. 71; – „Duett: Laß uns in Trauer scheiden. Aus der Oper „Jeannet und Collin“, Op. 72 – „Polymelos. Russische [423] Lieder“. Op. 82; – „5 Lieder (An die Entfernte; Schiffbruch; Jünglings Klage; Bewunderung; Meiner Geliebten)“, Op. 84. – H. Variationen: „Variationen für das Pianoforte“, Op. 1; – „Airs avec Variations pour le pianof.“, Op. 3; – „Ariette (Castor et Pollux) variée pour le Pianof. av. Orch.” (Offenbach, Andrée), Op. 6; – „13 Variations pour le Pianof.“ (Wien, Artaria), Op. 8; – „Variations pour le Pianof.“ (Offenbach, Andrée), Op. 9; – Variations pour le Pianof. sur le chanson: God save the king“, Op. 10 ; – „Variations pour le Pianof. av. flûte (ou Viol.)“, Op. 14 ; – Variations pour le Pianof.“ (Wien, Artaria), Op. 15; – „Variations sur une chanson hollandaise pour le Pianoforte“, Op. 4 ; – « 3 Themas var. (Partant pour la Syrie. La sentinell. Vivat Bachus) p. P.“ (Wien, Artaria), Op. 36; – „Variationen über den Marsch aus der Oper „Aschenbrödel“ für das Pianoforte“, Op. 40; – „Variations p. Pianof. et Vcelle“, Op. 54; – „Variations pour le Pianof.“, Op. 7; – „Adagio, Variationen und Rondo über das englische Lied „The Pretty Polly“ für das Pianoforte“ (Wien, Haslinger), Op. 75; – „Variations pour le Pianof.“ (Wien, Artaria), Op. 76; – „Adagio, Variationen und Rondo über ein russisches Thema für Pianoforte, Flöte und Violoncello“, Op. 78; – „Variations (air russe) avec 2 Violons, Violoncelle et B. (2 Flût. et 2 cors ad lib.)“, Op. 37; – „Variationen über ein Thema aus dem Singspiel: „Das Fest der Handwerker“ für das Pianoforte mit Orchesterbegleitung“, Op. 115; – „Air à la tirolienne avec Variations pour un voix av. Orchestre“ (Wien, Haslinger) Op. 118; – „Le retour de Londres; trois thèms variés, pour Pianof.“ (Leipzig, Peters), Op. 119. – J. Sonaten: „3 Sonaten für Pianoforte, Flöte (oder Violine) und Violoncell“, Op. 2; – „3 Sonates p. Pianof. et Violon“, Op. 5; – *„Sonate in Es pour le Pianof.“ (Wien, Haslinger), Op. 13; – „Sonate in F-moll pour le Pianof.“, Op. 20; – „Sonate für Pianoforte und Mandoline“ (Wien, Diabelli und Comp.), Op. 37; – „Sonate für das Pianoforte“ (Wien, Artaria). Op. 38; – „Sonate pour Pianof. et Violon“ (Bonn, Simrock), Op. 50; – „Sonate für Pianoforte und Violine (oder Flöte)“. Op. 64; – *„Große Sonate in Fis-moll für das Pianoforte“ (Wien, Haslinger), Op. 81; – *„Sonate in As für das Pianoforte zu 4 Händen“, Op. 92; – „Grand Sonate pour Pianof. et Violoncello in A“, Op. 104; – *„Sonate in D pour le Pianoforte“ (Wien, Diabelli), Op. 106. – K. Tänze: „6 deutsche Tänze für das Pianoforte“, Op. 16; – „Balli ongaresi pour le Pianoforte“, Op. 23; – „Menuetten für das Pianoforte“, Op. 24; – „Deutsche Tänze für das Pianoforte“, Op. 25; – „Tänze für den Apollosaal für das Pianoforte“, 1. bis 5. Lieferung, Op. 27, 28, 31, 39, 45; –„Redout-Deutsche für das Pianoforte“, Op. 29; – „6 Deutsche für den Apollosaal für das Pianoforte“ (Wien, Haslinger), Op. 32; – „Deutsche Tänze zur Katharinen Redoute für das Pianoforte“, Op. 44; – *„Polonaise pour le Pianoforte“, Op. 55; – „6 Polonaisen für das Pianoforte“ (Wien, Artaria), Op. 70; – „Walzer mit Trio’s und Schlacht-Coda für den Apollosaal“ (Wien, Haslinger), Op. 91; – „Valses en forme de Rondeaux pour le Pianof.“, Nr. 1–3 (Wien, Haslinger), Op. 103; – „12 neue Favoritwalzer à la Sontag“ (Leipzig, Peters), Op. 112. – L. Potpourri’s: „Trois Potpourri p. Pianof.“ (Wien, Artaria), Op. 47; – „Potpourri pour Pianof. et Guit.“, Op. 53; – „Potpourri für das Pianoforte“, Op. 58; – ein anderes, Op. 59; – „Potpourri national pour Pianof. et Guit.“, Op. 79; – Potpourri pour Vcelle“ (Leipzig, Peters) Op. 86; – „Potpourri p. Alto ed Orchestra“, Op. 94; – „Potpourri p. le Viol. av. Orch.“, Op. 95. – M. Verschiedene Tonstücke: „Romance françoise (le Portrait d’amour) p. Piano“ (Wien, Diabelli), Op. 48; – „Caprice pour le Pianoforte“ (Leipzig, Breitkopf und Härtel), Op. 49; – „Marsch für das Pianoforte zu 4 Händen“ (Wien, Artaria), Op. 51; – „6 Pieces très faciles p. l. Pianof.“ (Leipzig, Breitkopf und Härtel), Op. 52; – „Vorspiele für das Pianoforte“, Op. 67; – „Notturno p. Ie Pianoforte a 4 mains“, Op. 99; – „Amusemeus pour Ie Pianof.“ (Leipzig, Peters), Op. 105; – „Bagatelles pour Pianof. seul“, Op. 107; – „Amusement pour Pianof. et Violon“ (Leipzig, Peters), Op. 108; – „Etudes pour le Pianof.“ (Wien, Haslinger), Op. 125.
II. Biographien und Biographisches. Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, Voigt, kl. 8°.) XV. Jahrg. (1837). S. 915. – Pietznigg (Frz.), Mittheilungen aus Wien (Wien, kl. 8°.) 1834, Bd. II, S. 14 und [424] 76. – Preßburger[WS 1] Zeitung 1858, Nr. 113: „Andenken an Joh. Nep. Hummel“ [nach dieser gest. 14. October 1837]. – BrockhausConversations-Lexikon, 10. Aufl. Bd. VIII, S. 137. – Fetis, Biographie universelle e musiciens.Oesterreichische National-Encyklopädie herausgegeben von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. II, S. 665, Bd. VI Supplement, S. 490. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Franz Köhler, Lex. 8°.) S. 445. – Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, Kühnel, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 743 [nach diesem geb. 1780]. – Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden, Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 463. – Oesterreichischer Zuschauer, redigirt von Ebersberg (Wien, gr. 8°.) 1837, S. 1366: „Hummel’s Tod“ [nach diesem gest. 19. October 1837]. – Nouvelle Biographie générale … publiée par MM. Firmin Didot frères, sous la direction de M. le Dr. Hoefer (Paris, 1850 et seq., 8°.) Tome XXV, p. 542. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt, Fol.) 1856, Nr. 287 [im historischen Erinnerungskalender]. – Vasárnapi Ujság, d. i. Sonntagsblätter (Pesth, 4°.) 1859, Nr. 38, mit Porträt. – Hirsch (Rudolph), Gallerie lebender Tondichter (Güns 1836, C. Reichard, 8°.) S. 52. – Milde (Theodor), Ueber das Leben und die Werke der beliebtesten deutschen Dichter und Tonsetzer (Meißen 1834, Friedr. Wilh. Gödsche, kl. 8°.) Theil II, S. 51. – Deutsche Musik-Zeitung (Wien, 4°.) herausgegeben von Selmar Bagge, 1860, Nr. 7, 8 und 9: „Zur Erinnerung an Johann Nepomuk Hummel“, von Dr. August Kahlert. – Morgenblatt für die gebildeten Stände (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1837, S. 1051 [Nachricht von seinem Tode]. – Schilling (Gust. Dr.), Encyklopädie der gesammten musikalischen Wissenschaften (Stuttgart 1836, Köhler, 8°.) Bd. III, S. 647. – Spohr in seiner jüngst erschienenen Selbstbiographie erzählt von H.’s wunderbarer Improvisationsgabe ein schönes Beispiel und sagt von Hummel ausdrücklich, „daß ihn darin kein anderer Claviervirtuose bis jetzt erreicht habe“.
III. Porträte. 1) Unterschrift. Facsimile des Namens: Joh. Nep. Hummel. Grünler del., Fr. Stöber sc. Viennae, in 8°. und 4°. – 2) Unterschrift: Hummel. F. H. Müller pinx., M. Eßlinger sc. (Zwickau, bei den Gebrüdern Schuman. 4°.). – 3) in Kupfer gest. von Fleischmann (Leipzig, Peters, Fol.). – 4) Stahlstich von C. Mayer (Hamburg, Niemeyer, gr. 4°.). – 5) Lithogr. anonym. (Leipzig, Breitkopf und Härtel, Fol.). – 6) Cath. Escherich del., ad viv. Wrenk sc. (Schwarzk., Fol.).
IV. Urtheile über Hummel als Musiker. Ein französischer Kritiker schreibt über ihn: „Hummel est le plus grand compositeur qui ait jamais écrit pour le piano, et sans lui, sans l’édute consciencieuse de ses chefs-d’oeuvre, il ne saurait y avoir d’éducation pianistique, nous ne dirons pas complète, mais seulement passable. Qu’on aime la musique large et expressive, brillande et légère, ou forte et difficile, on ne saurait trouver un meilleur guide: après avoir épuisé les genres le plus divers, les plus opposés, après avoir passé en revue tout ce qu’on a publié depuis Clementi jusqu’à Liszt inclusivement, c’est a lui qu’on en revient encore et toujours, pour peu qu’on soit doué du sentiment du beau, du vrai, de ce qui est éternellement jeune et sublime. Hummel compte un grand nombre de disciples illustres. M. Kalkbrenner, quoique elève de M. Luis Adam, Mme Pleyel quoique élève de M. Kalkbrenner et M. Bertini, appartiennent à cette belle école. Au nombre de ses representants figurent encore MM. Moschelès, Ries, Pixis, Mendelssohn, Hiller, Weber, Osborne, Bénédict etc. c’est-a-dire l’élite des pianistes-compositeurs.“Kahlert schreibt aber: „Nur noch geringe Spuren sind vorhanden von der Trennung, die zu Anfang unseres Jahrhunderts zwischen der süd- und norddeutschen Art des Clavierspiels bestand; sie laßt sich auf den berühmten in Kaiser Joseph’s Zimmern ausgefochtenen Wettstreit zwischen Mozart und Clementi zurückführen, trat aber unter den Nachfolgern Hummel und Field weit schärfer hervor. Clementi wurde, weil Field in Rußland blieb, in Deutschland durch Louis Berger, der sich in Berlin niederließ, vertreten, der bei Weitem nicht eine der Hummel’schen ebenbürtige Schöpfungskraft besaß, aber der Wienerschule gegenüber sich durch Bildung eines intensiveren [425] länger klingenden Tones auf dem Klaviere auszeichnete. Gesangvolle Spielart galt ihm als das höchste und ließ ihn auf die reichen und mannigfachen Complicationen schnell verfliegender Töne, wodurch Hummel fesselte und hoch ergötzte, verzichten .… Ein weites Feld der Erweiterung und Fortbildung bot dem Virtuosen das Gebiet der sogenannten Passagen, welche bei Mozart als Nebensache, als dienendes Beiwerk erscheinen, bei Hummel aber so vieles Neue enthalten, daß in ihnen vorzüglich der Beweis seiner Erfindsamkeit ruht. Wie kritisch er hier verfährt, um Langweiliges zu vermeiden, Gemeinplätzen aus dem Wege zu gehen und Steigerung des Eindruckes hervorzubringen, dieß zu studiren, ist sehr der Mühe werth und wird schnell die Ueberzeugung liefern, daß er aus der polyphonen Schule Bach’s seinem Talente dauernde Stützen geholt hatte. Allein in diesem Puncte stoßen wir auch auf Hummel’s Schwäche, nämlich übertriebene Ausdehnung des Tonstückes, Aufhäufung des Nebenwerkes und Hinneigung zu jenem gefährlichen Auswuchs, der in der Rhetorik den Namen: „Phrase“ führt. Von dieser Phraseologie kann ihn nicht immer freisprechen, der seinen ordnenden künstlerischen Verstand, seinen wohlgepflegten Sinn für Eurhythmie, mit einem Worte, seinen guten Geschmack, bewundert. In ihr liegt der Grund, weßhalb er vielen Hörern gegenwärtig veraltet erscheint ..... Hummel und Field starben beide in einem und demselben Jahre (1837), als diejenige Stimmung und Empfänglichkeit, die ihren Leistungen entgegengekommen und die sie gehoben und gefördert hatte, bereits aus der Welt geschwunden war, um einer neuen Platz zu machen. Beide gingen von verschiedener Ansicht über die Art das Clavier zu behandeln aus, beide aber hatten nichtsdestoweniger etwas Wichtiges mit einander gemein, nämlich die Anerkenntniß von den Grenzen, oder von der naturgemäßen Sphäre, worin das Clavier herrscht.“

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Presburger