BLKÖ:Nagy, Emerich

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Nagy, Anton
Band: 20 (1869), ab Seite: 46. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Nagy, Emerich|20|46|}}

Nagy, Emerich (ungarischer Poet, geb. zu Kun-Kis-Ujszállás im Kumanier Districte 8. Februar 1818, gest. zu Debreczin 31. Jänner 1840). Die unteren Schulen besuchte er in seinem Geburtsorte, dann ging er nach Debreczin, wo er das Gymnasium und die philosophischen Studien beendete. Frühzeitig gab sich sein Interesse für ungarische Sprache und Literatur kund, das durch Joseph Péczely, der in Debreczin diese Gegenstände vortrug, geweckt und genährt wurde. Auch versuchte er sich damals schon in poetischen Arbeiten, und der von Péczely herausgegebene Almanach „Lant“, d. i. die Harfe, enthält in den Jahrgängen 1834 und 1835 die ersten Proben des jungen vielversprechenden Poeten. Dem Lehramte sich widmend, erhielt er in Debreczin im Jahre 1839 die Professur der Dichtkunst, aber schon hatte ihn jenes Uebel, das ihn auch im Blüthenalter dahinraffte, an’s Krankenbett gefesselt, und auf seine Bitte wurde er bis zu seiner Genesung durch einen Supplenten vertreten. Die Genesung erfolgte nicht. Kurz vor seinem Ableben erhielt er noch von der Kisfaludy-Gesellschaft für sein anonym eingesendetes Gedicht: „Árpád“ den Preis. Diese Gesellschaft gab dann auch aus seinem Nachlasse die erste Sammlung seiner Gedichte: „Erinnerung und Dichtung“ (Ofen 1841) heraus, welche durch eine zweite, von seinen Freunden Johann Nagy und L. Losonczy (Pesth 1846) veranstaltete vervollständigt wurde. Einen Tag vor seinem Tode dichtete er das von Kertbény übersetzte und im „Album hundert ungrischer Dichter“ mitgetheilte „Schwanenlied“, daher er in poetischen Kreisen „Der Schwanenliedsänger“ genannt zu werden pflegt.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjté Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Jos. Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) S. 336. – Kertbeny (C. M.), Album hundert ungrischer Dichter. (Dresden, Pesth, Wien 1854, 12°.) S. 132 u. 511. – Ungarns Männer der Zeit. Biografien und Karakteristiken hervorragendster Persönlichkeiten. Aus der Feder eines Unabhängigen (Prag 1862, A. G. Steinhauser, 8°.) S. 294.