BLKÖ:Naláczy, Joseph Baron

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Namias, Giacinto
Band: 20 (1869), ab Seite: 77. (Quelle)
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Naláczy, Joseph Baron (ungarischer Schriftsteller, geb. im Jahre 1748, gest. im April 1818). Stammt aus einer alten siebenbürgischen Adelsfamilie, deren genealogische Register bis zum 16. Jahrhunderte zurückführen, in welchem ein Nikolaus Naláczy als der Ahnherr dieses Geschlechtes erscheint, dessen zwei Urenkel Stephan und Andreas das Geschlecht fortgepflanzt haben, das noch zur Stunde, in zwei Linien blüht. Der in Rede stehende Joseph ist ein Sohn Stephan’s (gest. 1760) aus dessen Ehe mit Susanna Toldalaghy. Joseph erhielt eine sorgfältige Erziehung. Bei dem geistigen Erwachen seiner Nation, welche gegen das Ende des 18. Jahrhunderts durch einige Feuergeister aus seiner Unthätigkeit aufgerüttelt ward, glaubte auch N. etwas Verdienstliches zu thun, wenn er ein Product der französischen Muse in ungarischer Bearbeitung in die Literatur seines Landes verpflanzte. So gab er denn heraus: „A szerencsétlen szerelmesek avagy Gróf Comens“ (Kolosvári 1793, 8°.), es ist dieß eine Uebersetzung der französischen dreiactigen Tragödie in Versen: „Les amants malheureux ou le comte de Comminge“, welche der fruchtbare französische Romandichter Fr. Th. Mar. de Baculard d’Arnaud (geb. 1718, gest. 1805) im Jahre 1765 herausgegeben hat. Naláczy fügte noch eine Beschreibung des Klosters La Trappe und die Geschichte des Grafen von Comminge hinzu. Früher noch veröffentlichte Naláczy das Drama: „Eufemia, avagy: a Vallás győzedelme“ (Posony 1783), auch eine Uebersetzung des französischen dreiactigen Drama „Euphemie ou le triomphe de la Religion“ (Londres et Paris 1768, 8°.), desselben französischen Poeten. Joseph starb als Obergespan des Zaránder Comitates. Aus seiner Ehe mit Therese Toroczkay (gest. 1816) stammt nebst anderen Kindern ein Sohn Joseph (gest. 22. Februar 1836), der letzte männliche Sproß dieser Linie, denn aus Joseph’s Ehe mit Katharina Gräfin Bethlen entstammt nur eine Tochter Josepha zuerst an Grafen Csáky, dann an Olivier Grafen Bethlen vermält.

Danielik, Magyar irók etc. Zweiter, den ersten ergänzender Band, S. 224. – Toldy (Ferenc), A Magyar nemzeti irodalom története a legrégibb időktől a jelenkorig rövid előadásban, d. i. Geschichte der ungarischen National-Literatur von der ältesten Zeit bis auf die Gegenwart (Pesth 1864–1865, G. [78] Emich, 8°.) S. 126 u. 127. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Ráth, 8°.) Bd. IX, S. 97. – Kővári (László), Erdély nevezetesebb családai, d. i. Ungarns adelige Familien (Klausenburg 1854, Barrán und Stein, 8°.) S. 192.