BLKÖ:Köváry, Ladislaus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 268. (Quelle)
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Köváry, Ladislaus (Topograph und Alterthumsforscher, geb. zu Torda in Siebenbürgen 7. Juli 1820). Entstammt einer siebenbürgischen Adelsfamilie. Besuchte die Schulen zuerst zu Torda, dann zu Klausenburg, wo er die Philosophie und die Rechte hörte. Nach beendeten Studien begab er sich im Jahre 1842 nach Maros-Vasárhély und trat als Schreiber bei der Gerichtstafel ein. Im Jahre 1848 wurde er in der statistischen Abtheilung des ungarischen Ministeriums angestellt. Nach Bewältigung der Revolution seines Postens verlustig, lebte er zurückgezogen seinen literarischen Arbeiten, bis er im Jahre 1854 als Conservator der Alterthümer zu Klausenburg angestellt wurde, welche Stelle er noch zur Stunde bekleidet. K. ist ein auf den Gebieten der Topographie, Statistik und Alterthumskunde fruchtbarer und vornehmlich um die Landeskunde Siebenbürgens vielverdienter Mann. Viele seiner kleineren Arbeiten sind im: „Erdélyi Naptár“, d. i. im siebenbürgischen Kalender, enthalten; historische Aufsätze und Novellen, meist mit geschichtlichem Hintergrunde, brachten und bringen noch die magyarischen Taschenbücher und Journale; seine im Jahre 1847 begonnene Jugendbibliothek „Győrke könyvtára“ hat er bis zum [269] 9. Hefte fortgeführt. Auch hat er im Jahre 1848 selbst eine Zeitschrift „Ellenör“, d. i. der Controlor, begründet und sie bis zu seinem Eintritt in die Dienste des Ministeriums fortgesetzt. Selbstständig hat er bisher herausgegeben: „Székelyhonról“, d. i. aus dem Szeklerlande (Klausenburg 1842); er gibt in vorherrschend unterhaltender Weise Nachrichten über Geschichte, Sitten, Gebräuche, Denk- und Merkwürdigkeiten des Szeklerlandes; – „Erdély Statistikája“, d. i. Statistik Siebenbürgens (ebd. 1847); – „Erdély régiségei“, d. i. Siebenbürgens Alterthümer (Pesth 1852), behandelt sowohl die Ueberreste aus der dacisch-römischen. wie jene der sogenannten hunischen Zeit; – „Erdély folde ritkasagai“, d. i. die Naturseltenheiten Siebenbürgens (Klausenburg 1853, 8°.); – „Erdélyi nerezetesebb családai“, d. i. Siebenbürgens vorzüglichere Adelsfamilien (Klausenburg 1854, 8°.), mit biographisch-genealogischen Nachrichten über mehr als dritthalbhundert siebenbürgische Adelsfamilien; dieses Werk aber ist durch Nagy’s „Magyarország családai“ nunmehr überflüssig geworden; – „Erdély tőrténelme“, d. i. Geschichte Siebenbürgens, 3 Bde. (Pesth 1858 u. f., Ráth, gr. 8°.); – „Erdély története. 1848–1849-den“, d. i. Geschichte von Siebenbürgen in den Jahren 1848 und 1849 (Pesth 1861, Emich, 8°.); – „A magyar családi és köréleti viseletek“, d. i. Trachten und Gebräuche des ungarischen Familien- und Gemeinlebens (Pesth 1861. Ráth, 8°.). Ein zu strenger Maßstab ist wohl an Köváry’s literarische Productionen nicht zu legen, aber als Volksschriftsteller, der die siebenbürgische Geschichte und Landeskunde nach allen Seiten hin unter den verschiedenen Gesellschaftsschichten der ungarischen Nation zu verbreiten sucht, hat K. unbestreitbare Verdienste.

Magyar és erdélyiorszagyi nagyképes naptára. Gyüjté Müller Gyula és Váhot Imre, d. i. Ungarischer und siebenbürgischer großer Bilderkalender, herausg. von Julius Müller und Emerich Vahot. Jahrg. 1857, S. 172 [mit schlechtem Porträt in Holzschnitt]. – Az ország tükre, d. i. Der Landesspiegel (Pesth, Fol.) 1863, Nr. 19. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1855, Gustav Emich, 8°.) S. 284. – Transsilvania. Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, gr. 4°.) 1856, Nr. 6: „Die Werke Ladislaus Köváry’s“. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die ungarischen Familien mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. VI, S. 453. – Jelenkor. Politikai és társas élet Encyklopaediája, d. i. Die Gegenwart. Politische und Real-Encyklopädie (Pesth 1858, Gustav Heckenast, gr. 8°.) S. 70. – Porträte. 1) Von Marastoni lithogr. 1863, im Journal „Az ország tükre“ 1863, Nr. 19 – und 2) auf dem zweiten Blatte: „Magyar irók arczképcsarnoka“ 1857 (Pesth, gr. Qu. Fol.).