BLKÖ:Nestler, Johann Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 20 (1869), ab Seite: 204. (Quelle)
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Nestler, Johann Karl (landwirthschaftlicher Schriftsteller, geb. zu Wurbenthal in Oesterreichisch-Schlesien im Jahre 1783, gest. zu Olmütz 9. Juli 1842). Die Gymnasialclassen besuchte er zu Nikolsburg und zu Kremsier, im Jahre 1800 bezog er die Universität in Olmütz, wo er bis 1806 Philosophie, Theologie und Jurisprudenz hörte. Seine Berufsstudien unterbrechend, nahm er im letztgenannten Jahre eine Erzieherstelle an, die er bis 1812 versah, worauf er selbst zu Klafterbrunn in Niederösterreich eine Erziehungsanstalt gründete. Im Jahre 1819 kehrte er in sein Vaterland Mähren zurück, wo er sich ganz seiner Lieblingsbeschäftigung, der Landwirthschaft, widmete. Im Jahre 1821 kam er als Adjunct der landwirthschaftlichen Lehrkanzel nach Wien und im Jahre 1823 erhielt er die Professur der Landwirthschaft zu Olmütz, welche er bis zu seinem im Alter von 59 Jahren erfolgten Tode bekleidete. N. war für sein Fach und auch sonst vielfach literarisch thätig. Er schrieb – anfänglich anonym – viel für die von André herausgegebenen Zeitschriften und für die Mittheilungen der mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues; auch nahm er an der Begründung des Journals Moravia, eines die genauere Kenntniß der Heimat vermittelnden und auch sonst inhaltreichen Blattes wesentlichen Antheil. Von den unter seinem Namen erschienenen selbstständigen Schriften sind bekannt: „Mittheilungen über die zweckmässigste Wahl, Bereitung und Verwendung des Düngers“ (Brünn 1835); – „Allgemeine Naturgeschichte“ (ebd. 1836), gemeinschaftlich mit Diebl herausgegeben; – „Welche in Mähren und Schlesien erzeugte Nahrungsmittel sind unbeschadet ihrer Ernährungsfähigkeit auf eine einfache Weise für die Zeit der Noth aufzubewahren?“ (Brünn 1837), diese Schrift wurde von der mährisch-schlesischen Gesellschaft des Ackerbaues mit dem Preise gekrönt. Nebenbei sei bemerkt, daß die vorgenannten Schriften Nestler’s in dem Kayser’schen „Bücher-Lexikon“ und überhaupt in den Bücherkatalogen nicht verzeichnet stehen.

Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliograph. Institut, gr. 8°.) Bd. XXIII, S. 370. – Pierer’s Universal-Lexikon, 4. Auflage, 11. Bd. S. 799. – Wigand’s Conversations-Lexikon (Leipzig, O. Wigand, gr. 8°.) Bd. IX, S. 464.