BLKÖ:Neswadba, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Nestroy, Johann
Band: 20 (1869), ab Seite: 225. (Quelle)
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Neswadba, Joseph (Tonsetzer, geb. zu Vyskeř im Bunzlauer Kreise Böhmens 19. Jänner 1824). Sein wahrer Name ist Hamáček, warum er denselben mit dem nicht besser klingenden Neswadba vertauscht, ist nicht bekannt. Der čechische Dichter und Schriftsteller Simon Karl Macháček [Bd. XVI, S. 200] war es, der für seine Ausbildung und Erziehung sorgte, und fast läßt sich aus den beiden einander gegenstellten Namen Macháček und Hamáček, deren letzterer nur aus einer Versetzung der ersten zwei Silben des ersteren gebildet ist, auf Weiteres schließen. Frühzeitig lernte N. Musik und frühzeitig begann er Compositionsversuche. Bald wurde er in Folge seiner musikalischen Kenntnisse Capellmeister eines Theater-Orchesters, welche Stellung er auf das Eifrigste zur weiteren Ausbildung in der Musik benützte, so daß er nach dem Austritte des tüchtigen Franz Skraupa als Capellmeister an das ständische Theater nach Prag berufen wurde. Auf diesem Posten wirkte er einige Zeit, begab sich aber dann nach Berlin, wo er durch zwei Jahre das Orchester der italienischen Oper mit aller Umsicht dirigirte. Von Berlin ging er im Jahre 1861 als Capellmeister nach Hamburg und von dort im Jahre 1864 nach Darmstadt, um daselbst die Stelle eines Hofcapellmeisters als Nachfolger des berühmten Schindelmeisser zu übernehmen, welche er zur Stunde noch bekleidet. N. hat schon während seines Aufenthaltes in Prag, überhaupt sehr frühzeitig, zu [226] componiren angefangen. Vornehmlich ist es die Lieder-Composition, in welcher N. bisher das Glücklichste geleistet. Er hat einige Lieder seines väterlichen Freundes Macháček und noch einige deutsche, dann einen Grabchor mit deutschem und čechischem Texte, der bei Veit in Prag in Stich erschienen, ferner auch mehrere Concertstücke, unter anderen eine große Ouverture (Opus Nr. 15) componirt, aber nur Einiges davon ist durch den Druck veröffentlicht worden. Schon im Jahre 1860 trugen zwei bei Hoffmann in Prag erschienene Lieder: „Frag’ nicht“ und „Sehnsucht“ die Opus-Zahl 28, diese mag nach acht Jahren wohl um noch einmal so viel gestiegen sein. Die Jahre der schönsten Manneskraft, in denen N. eben steht, lassen noch Schönes von seinem nicht gewöhnlichen Talente erwarten.

Fremden-Blatt von Gustav Heine (Wien, 4°.) 1864, Nr. 105. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Frz. Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 790.