BLKÖ:Ožegović von Barlabaševec, Metell Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 21 (1870), ab Seite: 141. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 102483753X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ožegović von Barlabaševec, Metell Freiherr|21|141|}}

Ožegović von Barlabaševec, Metell Freiherr (k. k. Staatsrath, geb. zu Agram im Jahre 1814). Metell ist ein Sohn des ehemaligen kön. ungarischen Rathes und Landrichters von Croatien und Slavonien Stephan Ožegović und ein Neffe des Bischofs von Zengg, Emerich O. [s. d. Vorigen]. Schon im J. 1831, also im Alter von kaum 17 Jahren, war er Vicenotar und „im Jahre 1836 Obernotar des Warasdiner Comitates. Im Jahre 1845 kam er als Hofsecretär zu der damaligen kön. ungarischen Hofkanzlei und wurde schon 1847 kön. ungarischer Statthaltereirath und im folgenden Jahre politischer Sectionschef des gewesenen Banalrathes in Agram, von wo er im December 1848 als Ministerialrath in das Ministerium des Innern mit theilweiser Verwendung im Justizministerium kam. Im Jahre 1851 erfolgte seine Ernennung zum Rathe bei dem obersten Gerichts- und Cassationshofe, aus welchem er später mit gleichzeitiger Verleihung der geheimen Rathswürde in den Staatsrath berufen wurde. In diesem blieb O. bis zu dessen Auflösung im Jahre 1868 in Thätigkeit und erhielt bei letzterem Anlasse in Anerkennung seiner ausgezeichneten Dienstleistung das Commandeurkreuz des Leopold-Ordens, dessen Ritterkreuz ihm schon im April 1854 verliehen worden war. O. hat, obwohl erst 55 Jahre alt, eine bereits 37jährige Dienstleistung in bewegten Zeiten vor sich. Er stand ebenso für die Rechte des Thrones wie für jene des croatisch-slavonischen Vaterlandes mit Mannesmuth, seinem durch Erfahrung geläuterten Wissen und Energie ein. Die Städte Agram, Warasdin, Kopreiniz, Buccari und Pozeg schickten ihm zu einer Zeit die Diplome des Ehrenbürgerthums, als noch nicht in einem anderen slavischen Lande mit der fabriksmäßigen Erzeugung dieses Ehrentitels Mißbrauch getrieben worden war. Nach der Bewältigung der Revolution in Ungarn hatte O. an der Neugestaltung der Zustände in Croatien und Slavonien und an der administrativen Organisirung derselben nicht geringen Antheil. Im Jahre 1861 wurde ihm die croatische Hofkanzlerschaft angetragen, welche, nachdem er sie entschieden ablehnte, Herr von Mazuranic [Bd. XVII, S. 199]] annahm; als dann im November 1865 dieser Letztere sein Amt niederlegte, wurde O. neuerdings als Candidat dieser Hofstelle genannt, welche jedoch bald nach dem Ausgleiche mit Ungarn aufgehoben wurde. Seit Aufhebung des Staatsrathes lebt O. zurückgezogen von Staatsgeschäften und wurde sein Name nur anläßlich eines Familienereignisses genannt, als er nämlich selbst am 18. Mai 1864 die silberne Hochzeit feierte und am nämlichen Tage die Vermälung seines Sohnes Ludwig Freiherrn Ožegović mit Olga Gräfin Erdödy von Monyorokerek und seiner Tochter Freiin Ida von Ožegović mit Alfred Freiherrn von Moscon, Erbherrn von Pischätz, stattfand. Den Freiherrnstand, der dem Staatsrathe Metell von O. nach Verleihung des Commandeurkreuzes des Leopold-Ordens statutengemäß [142] seit 1868 zukam, erlangte derselbe bereits mit Allerh. Entschließung vom 6. März 1858. Sein Oheim Emerich Ožegović, der Bischof von Zengg, hatte die Uebertragung des Freiherrnstandes, in den er im Jahre 1858 erhoben worden, auf seinen Bruderssohn erbeten, und war diese Bitte auch mit der oberwähnten Entschließung genehmigt worden.

Luna. Belletristische Beilage der Agramer Zeitung (4°.) 1858, Nr. 31. – Narodné Noviny, d. i. Volkszeitung (Agram, kl. Fol.) 1858, Nr. 162, 164, 165, 166, 167 u. 169, im Feuilleton: „Na slavu ... baronu Metelu Ožegovíću“, od Janka Ev. Boroveckoga. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 130: Correspondenz aus Wien vom 10. Mai. – Croquis aus Ungarn (Leipzig 1843, O. Wigand, kl. 8°.) Bd. II, S. 138. [Der Croquist schreibt: Ein Mann von Vernunft und Herz; schade, daß beides durch Gaj geleitet wird, dem Gott einen schönen Verstand gegeben, welchen aber der Teufel in eigener Person dirigirt.]