BLKÖ:Ožegović de Barlabaševec, Emerich

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Otto, Frater
Band: 21 (1870), ab Seite: 140. (Quelle)
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Ožegović de Barlabaševec, Emerich[BN 1] (Bischof von Zengg und Modrus, geb. 15. September 1775, gest. zu Zengg 8. Jänner 1869). Entstammt einer alten croatischen Familie, welche mehrere ausgezeichnete Mitglieder aufzuweisen hat und über welche auf S. 142 die Quellen Näheres berichten. Das Gymnasium beendete er zu Warasdin, die philosophischen Studien in Agram. Nachdem er noch die Rechtswissenschaften gehört, trat er im Jahre 1799 in das Agramer bischöfliche Seminar und erhielt im J. 1801 die Priesterweihe. Nun trat er in die Seelsorge, wurde noch im nämlichen Jahre Pfarrer in Bisog, im J. 1807 Vice-Erzpriester in St. Iván. Im J. 1815 ernannte ihn der Kaiser zum Domherrn und in einiger Zeit zum Regens des k. adeligen Convictes zu Agram. Im Jahre 1826 wurde O. Prodirector der Agramer Studien-Akademie und des ganzen croatisch-slavonischen Schuldistrictes, auch bekleidete er in dieser Periode die Stelle eines Landtagsdeputirten von Seite des erwähnten Domcapitels. In Anerkennung seiner in allen diesen Functionen erworbenen Verdienste wurde er zum Erzpriester des Warasdiner Bezirkes bei dem Agramer Domcapitel, dann zum Titularbischofe von Dulma, zum Prälaten und Beisitzer zuerst bei der vormaligen königl. Banaltafel in Agram, später bei der bestandenen Septemviraltafel in Pesth ernannt. Im December 1833 verlieh ihm Se. Majestät Kaiser Franz das Bisthum von Zengg und Modrus. welche Kirchenwürde O. bis an seinen im hohen Alter von 94 Jahren erfolgten Tod, also durch 35 Jahre, bekleidet hatte. Im Jahre 1849 wurde O. geheimer Rath, im Jahre 1852 erhielt er das Großkreuz des Leopold-Ordens und im Jahre 1858 die Freiherrnwürde, die unter Einem auf seinen Bruderssohn, den Staatsrath Metell von O., übertragen wurde. Der Papst ernannte O. zum römischen Grafen und ertheilte ihm im Jahre 1864 die Bewilligung, in Berücksichtigung seiner Altersschwäche die heilige Messe sitzend zu lesen und nur die Wandlung und heilige Communion stehend zu verrichten. Bischof O. hielt in den Jahren 1848 und 1849 unerschütterlich zur kaiserlichen Regierung. Aus eigenen Mitteln erbaute er eine neue bischöfliche Residenz zu Zengg, gründete ein Obergymnasium daselbst und in den letzten Jahren ein Knabenseminar, um auch Unbemittelten Gelegenheit zur weiteren Ausbildung zu bieten. Auch sonst noch war er theils Gründer, theils unterstützendes Mitglied aller nationalen Vereine und Institute. Seine Stiftung für arme Gymnasialschüler in Zengg besteht aus zwei auf die Stiftung vinculirten National Anlehens-Obligationen über 23.000 und 6000 fl., von deren jährlichen fünfpercentigen Interessen die erforderlichen Auslagen zu bestreiten sind. So lange nicht größere Räumlichkeiten vorhanden sind, soll die Menge der Stiftlinge und Zahlzöglinge die Zahl 32 nicht überschreiten. So lange O. lebte, behielt er sich die Aufnahme der Stiftlinge persönlich vor. Der Biograph in der „Luna“ berichtet zwar, daß „die Gelehrsamkeit des Bischofs O. durch mehrere publicistische und historische Werke seltsam an den Tag gelegt wurde“, aber es ist mir nicht gelungen, dergleichen Werke aufzufinden, und nach Allem, was ich auffand, beschränkt sich die schriftstellerische Thätigkeit O.’s auf ein paar Festreden zu Ehren des Agramer Bischofs Verhovacz und auf das „Ritual il Obrednik biscupije senjske“, d. i. Rituale des Bisthums Zengg, welches O. im Jahre [141] 1859 bei Karl Albrecht in Agram herausgegeben hat.

Luna. Belletristisches Beiblatt der Agramer Zeitung (4°.) 1858, Nr. 30 [nach diesem geb. am 15. September 1775]. – Wiener Zeitung 1869, Nr. 8 [nach dieser geboren am 30. September 1775]. – Paul Jos. Šafařík’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Jos. Jireček (Prag 1865, Friedr. Tempsky, 8°.) II. Illyrisches und croatisches Schriftthum, S. 302.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Ožegović de Barlabaševec, Emerich [Bd. XXI, S. 140].
    Niemčić (Zdravko), Životopis preuz. i prečast. gospodina Baruna Mirka Ožegovića Barlabaševačkoga; biskup senjsko-modruškoga i t. d., d. i. Lebensbeschreibung des hochachtb. Herrn Baron Emerich Ozegović, Bischof von Sign u. s. w. (Agram 1865, Dragutin, 8°., 84 S.). – Uspomena na Mirka bar. Ožegovića-Barlabaševačkoga biskupa senjskoga i modruškoga ili krbavskoga, d. i. Erinnerung an Emerich Baron Ozegović u. s. w. (Wien 1869, Mechitaristen. gr. 8°., 34 S.). [Bd. 28, S. 368.]