BLKÖ:Oetvős, August

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Offenbach, Jacques
Band: 21 (1870), ab Seite: 38. (Quelle)
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Oetvős, August (Arzt und Alterthumsforscher, geb. zu Karlsburg in Siebenbürgen 27. April 1811, gest. ebenda 25. October 1861). Der Sohn eines Kaufmanns in Karlsburg, er besuchte die unteren Schulen, später das bischöfliche Lyceum in seiner Vaterstadt. Im Jahre 1828 begab er sich nach Pesth und widmete sich dort dem Studium der Medicin, welches er auch dort vollendete. Nun ging er nach Wien und begann 1834 die Praxis im allgemeinen Krankenhause an der Klinik des Professors Seeburger. Im Jahre 1836 erlangte er die medicinische Doctorwürde, bei welcher Gelegenheit er die Schrift: „Erdélyország Gyógyvizeiről“, d. i. Von den Gesundbrunnen in Siebenbürgen, herausgab. Nun kehrte er in sein Vaterland zurück und ließ sich in Karlsburg als praktischer Arzt nieder. Im Jahre 1839 wurde er Ehrengerichtstafel-Beisitzer des Comitates, und im Jahre 1841 nahm ihn die k. ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft unter die Zahl ihrer ordentlichen Mitglieder auf, auch wurden ihm bei seiner stets zunehmenden Beliebtheit andere bürgerliche und Ehrenämter übertragen. Im Jahre 1848 aber wählte ihn die Stadt Karlsburg zu ihrem Repräsentanten auf dem im besagten Jahre nach Pesth einberufenen Landtage. Neben seinem Berufe als gesuchter Arzt und neben seiner auch sonst noch seine Thätigkeit in Anspruch nehmenden Beschäftigung erübrigte er nichtsdestoweniger Zeit zu historischen Studien und Forschungen, auf welchem Gebiete er zu den Ersten in Siebenbürgen gehörte. Er war Siebenbürgens allgemein anerkannter Alterthumsforscher und ihm verdankt man die Aufhellung und Conservirung manches Schatzes, der sonst unberücksichtigt geblieben, vielleicht auch im Wechsel der alles zerstörenden Zeit wohl gar ganz der Vernichtung anheim gefallen wäre. Auf diesem Gebiete auch schriftstellerisch thätig, hat O. folgende Arbeiten durch den Druck veröffentlicht: „Rejtelmes levelek elsö Rákóczy György korából“, d. i. Mysteriöse Briefe aus der Zeit Georg Rakoczy’s; dieser Schrift ist Rakoczy’s Bildniß, Facsimile nebst Auflösung der geheimen Chiffren beigegeben; dann befindet sich in diesem Werke auch der Chiffrebrief Peter Pazman’s, des damaligen Cardinalprimas von Ungarn, an Rakoczy. Mehrere kleinere Abhandlungen und Aufsätze geschichtlichen und antiquarischen Inhalts, z. B. die Biographie des Siebenbürger Bischofs Nikolaus Kovács, die fürstliche Einsetzung Georg Rakoczy’s II. u. dgl. m. vornehmlich aber mehreres die Entdeckung und Bekanntmachung der in der Umgebung von Karlsburg befindlichen [39] Alterthümer Betreffendes, sowie auch alte Urkunden und sonstige Geschichtsdocumente, veröffentlichte er im Klausenburger „Hirlap“. In den letzten Jahren legte er alle anderen durch das Vertrauen der Bevölkerung ihm übertragenen Würden nieder und lebte ausschließlich als praktischer Arzt. Als ihn die k. ungarische Akademie der Wissenschaften zu ihrem Mitgliede erwählte, hielt er in seiner akademischen Antrittsrede einen Vortrag über das „Fürstenthum der Katharina von Brandenburg“.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakabb és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.) I. Theil, S. 348. – Pest-Ofner Zeitung 1861, Nr. 255.