BLKÖ:Opitz auch Opiz, Johann Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Opitz, Georg Emanuel
Band: 21 (1870), ab Seite: 67. (Quelle)
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Opitz, auch Opiz, Johann Ferdinand (Schriftsteller, geb. zu Prag 11. October 1741, gest. zu Časlau 11. Jänner 1812). Nachdem O. in Prag die Schulen besucht und seine Studien beendet, trat er in Privat-, dann in Staatsdienst, in welchem er zuletzt die Stelle eines Banco-Gefälls-Inspectors zu Časlau bekleidete. O. war in der Josephinischen, sogenannten Aufklärungsperiode, mehrfach schriftstellerisch thätig und hat u. a. herausgegeben: „Mein mittägiger Spaziergang“ (Wetzlar 1770, 8°.); – „Beschreibung der Hauptstadt Prag“ (Prag 1774, 8°.); – „Etwas für das Fach der [68] deutschen Staatsklugheit“ (Prag 1775, 8°.), erschien ohne Angabe des Namens; – „Ueber die Verschiedenheit der Kleidertrachten“ (Leipzig 1775, 8°.), erschien gleichfalls anonym; – „Philemon, oder der Becher der Liebe; eine Idylle“ (Prag 1781, 8°.); – „Der Köcher; ein Recept für mein krankes Vaterland“ (Prag 1782, 8°.); – „Die Bücherfreiheit“ (Brünn 1784, 8°.); – „Allgemeines Comptoir für Deutschlands Gelehrte und Künstler“ (1784); – „Wer war und wie hiess Melchisedechs Vater, eine gelehrte Dorfgeschichte in drei Büchern“ (Philadelphia 1792 [Leipzig, bei Andrä], 8°.), erschien auch anonym. Seine gelehrten Artikel stehen zumeist in den wöchentlichen Wetzlarischen Anzeigen. In Handschrift hinterließ er eine literarische Chronik von Böhmen in zwanzig Quartbänden, welche zufolge letztwilliger Verfügung in den Besitz der kön. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften überging. O. war wirkliches Mitglied der Arkadier zu Rom und Görz, der patriotischen Gesellschaften zu Stockholm und Hessen-Homburg, der ökonomisch-sittlichen in Burghausen, der Oberlausitzer Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz, der Naturforscher-Gesellschaft Westphalens zu Burghausen [nicht, wie es in den „Vaterländischen Blättern“ steht, zu Brockhausen] und Ehrenmitglied der herzogl. deutschen Gesellschaft in Helmstädt.

Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, A. Strauß, 4°.) Jahrgang 1812, S. 127. – Porträt. Unterschrift: Johann Ferd. Opiz (sic), Bankalgefaele (sic) Inspector in Tschaslau, der Akamien u. s. w. mitglied u. s. w. Jo. Berka ad vivum delin. et sc. Pragae 1791 (8°.).