BLKÖ:Pawlikowski, Constantin Cholewa von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pawlis, Johann
Band: 21 (1870), ab Seite: 395. (Quelle)
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Noch ist ein Constantin Cholewa von Pawlikowski, gewöhnlich nur Pawlikowski genannt (geb. in Galizien um das Jahr 1802), bemerkenswert. Dieser ist, wenn nicht ein Bruder des obenerwähnten Sammlers Joseph Gualbert P.[WS 1], so doch ein naher Verwandter desselben und seit mehr als zwei Jahrzehnden in Wien ansässig, wo er viele Jahre hindurch in der Vorderbrühl bei Mödling, in der sogenannten Klause, lebte, in der letzten Zeit aber in die Residenz zurückkehrte, wo er sich zur Zeit, aber sehr leidend, aufhält. P. ist von großer Begeisterung für Musik beseelt und legte eine werthvolle und sehr reichhaltige Sammlung alter und seltener Musikalien an, die bei Kennern in großem Rufe stand. Zu Anfang der Vierziger-Jahre bewarb sich P. um die Pachtung des k. k. Hof-Operntheaters, auch war die Sache dem Abschlusse schon ziemlich nahe, kam aber schließlich doch nicht zu Stande. Später wurde sein Name in anderer, dieser operistischen Richtung ziemlich entgegengesetzten, viel genannt. P. hatte sich nämlich an den katholischen Bestrebungen, welche seit den Fünfziger-Jahren sich in Wien kundgaben und gegen die rationalistische Richtung der Zeit Front machten, in ganz entschiedener und einerseits eigenthümlicher Weise, nämlich durch die sogenannte „Judenfresserei“ hervorgethan und bekannt gemacht. Einige Zeit aber, 1854 bis 1857, glänzte sein Name auch unter den Vorständen des Severinus-Vereins, später legte er dieses Amt nieder. Wie bemerkt, ganz besonders hatte P. es auf die Juden, die gerade in den Fünfziger-Jahren an ihrer Emancipation mit rastloser Energie arbeiteten, abgesehen und war gegen dieselben in einer Reihe von geharnischten Schriften aufgetreten, in welchen er mit dem erstaunlichsten, einer besseren Sache würdigen Eifer und Fleiße die Materialien zu ihrer Verurtheilung (?) zusammenbrachte. Diese Werke ließ er theils in Wien, theils im Auslande drucken. Da dieselben in den Bücherkatalogen von Kayser, Heinsius und Kirchhof vergeblich gesucht werden, so mögen sie als bibliographische Curiosa ihrer Art mit ihren vollständigen Titeln hier angeführt stehen. Es sind folgende: „Eine Christenantwort auf die Judenfrage“, 3 Hefte (Wien 1859/60, Mayer u. Comp. 8°.); – „Hundert Bogen aus mehr als fünfhundert alten und neuen Büchern über die Juden neben den Christen. Ein literar-historischer Beitrag zur Geschichte der Juden seit Christus. Zusammengestellt und mit den nöthigen Registern versehen“, 1. Abthlg. (Freiburg im Breisgau 1859, Herder, 8°.); – „Die unschuldig verfolgten wehrlosen Juden und Rebb Mayer Mintz, der Kämpfer für Recht und Wahrheit“ (Wien 1860, Mayer, 8°.); – „Der Talmud in der Theorie und in der Praxis. Eine literar-historische Zusammenstellung“ (Regensburg 1866, Manz, 8°.). Seit dieser Zeit (1866) hat P. nichts mehr erscheinen lassen. Wohl aber dürfte er auch der Verfasser der viele Jahre früher erschienenen Schrift: „Krótka nauka o chowie owiec poprawnych“, d. i. Kurze Anleitung zur Zucht veredelter Schafe (Lemberg 1840, Milikowski, 12°., 5 Taf. Abbildungen), sein.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Johann Gualbert P..