BLKÖ:Petrossi, Ferdinand

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Petrović
Band: 22 (1870), ab Seite: 123. (Quelle)
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Petrossi, Ferdinand (k. k. Hauptmann des Generalstabes, geb. im Jahre 1840, gest. zu Teplitz in Böhmen 12. Juli 1867). Erhielt in einem kais. Militär-Institute seine Erziehung und trat, 19 Jahre alt, im J. 1859 in die active Armee, machte noch im nämlichen Jahre den italienischen Feldzug mit, in welchem ein Schuß durch die Lunge ihn eigentlich fernerhin kriegsuntauglich machte. Sein Ehrgeiz aber ließ ihm keine Ruhe und er diente trotzdem mit solchem Eifer fort, daß im Nachrufe „seine Thätigkeit und seine Anstrengung als eine unter allen Umständen ausgezeichnete“ genannt werden. Die freien Stunden seines Dienstes widmete er mit unausgesetztem Fleiße seiner weiteren Berufsausbildung und zu wissenschaftlichen Arbeiten in seinem Fache, durch die er sich einen in militärischen Kreisen anerkannten Namen machte. Er hat folgende Werke herausgegeben: „Die Wehrkraft Frankreichs in ihrem Verhältnisse zu den Hilfsquellen des Landes. Mit 20 Karten im Farbendruck auf 4 Tafeln“ (Wien 1861, Gerold, Lex. 8°.); – „Vademecum für den militärischen Recognoscenten. Organisatorische und taktische Notizen über das Heerwesen der grösseren europäischen Staaten“, 5 Hefte (Wien 1863, Geitler, kl. 16°.), behandelt im 1. Hefte die französische Armee, im 2. das deutsche Bundesheer, im 3. die russische Armee, im 4. die sardo-italienische Armee und das Heerwesen der Schweiz, im 5. die britische und die türkische Armee; – „Dänemarks Land- und Seemacht. Nach authentischen Quellen bearbeitet. Supplement zum Vademecum für den militärischen Recognoscenten“ (Wien 1864, Geitler, 16°.); – „Das Heerwesen des österreichischen Kaiserstaates. Ein Handbuch für Officiere aller Waffen. Nach authentischen Quellen ...“, 2 Bände (Wien 1865, 1. Band mit 104 in den Text gedr. Holzschn. u. 1 Karte, 2. Bd. mit 27 in den Text gedr. Holzschn., gr. 8°.); – „Feldtaschenbuch für die k. k. Officiere aller [124] Waffen, mit besonderer Berücksichtigung des Generalstabsdienstes zusammengestellt. Mit in den Text gedruckten Holzschnitten und 22 lith. Tafeln“ (Wien 1866, Gerold, 8°.). Auch gab er in diesem Jahre eine von ihm entworfene „Militär-Administrationskarte des österreichischen Kaiserstaates im Farbendruck“ (Wien, Braumüller, gr. Qu. Fol.) heraus. Bis zum Jahre 1866 war er zum Hauptmann im Generalstabe vorgerückt und bei Ausbruch des Krieges mit Preußen und Sardinien als bewährte Arbeitskraft der Operationskanzlei der Südarmee zugetheilt worden. Bei Custozza leistete[WS 1] er Angesichts des Feindes ausgezeichnete Dienste. Dann bekam er Befehl, sich zur Nordarmee zu begeben, wo er bei einem Streifcorps seine Verwendung finden sollte. Aber bald nach seiner Ankunft auf böhmischem Boden hatte er sich bei einem angestrengten scharfen Ritt bis auf die Haut durchnäßt und derart erkältet, daß er das Bett hüten mußte, welches er auch seither nicht mehr verließ. Er wurde zu besserer Pflege von Böhmen nach Wien und im Jahre 1867, sobald es die Witterung gestattete, von Wien nach Teplitz gebracht, wo er die letzten Monate „in nervöser Aufregung, jeden Besuch von sich weisend, nur mit der allernothwendigsten Pflege versehen, in gänzlicher Verlassenheit“ zubrachte, bis ihn, den erst 27jährigen, der Tod von seinen langen Leiden erlöste. Kein Verwandter, schreibt sein Nekrologist, kein Freund folgte seinem Sarge, und Diejenigen, die die letzte Scholle Erde auf sein Grab warfen, waren Kameraden, die ihn nicht kannten.

Der Kamerad (Wiener militär. Blatt, 4°.) Jahrg. 1867, S. 553: „Sterbefall“. – Literarisches Centralblatt für Deutschland, herausg. von Zarncke (Leipzig, Avenarius, 4°.) Jahrg. 1865, Sp. 1216; Jahrg. 1867, Sp. 571.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: leitete.