BLKÖ:Portenschlag-Ledermayer

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Porth, Emil
Band: 23 (1872), ab Seite: 129. (Quelle)
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Die Portenschlag-Ledermayer, welche ursprünglich Portenschlager hießen, stammen aus Salzburg, wo ein Joseph Clemens Portenschlager zu Anbeginn des 18. Jahrhunderts die Studien beendete, das Magisterium und im Jahre 1731 zu Innsbruck die medicinische Doctorwürde erlangte. Nun übersiedelte er nach Oberösterreich, wurde als Landschaft-Syndicus in Stadt Steyer angestellt und machte sich daselbst als Armenarzt und bei Epidemien durch seine energische Wirksamkeit unvergeßlich. – Sein Sohn Joseph, der Vater des berühmten Botanikers Franz P. betrat gleichfalls die Laufbahn des Vaters, die medicinische, wurde Doctor der Medicin und erwarb sich in den Seuchen der Jahre 1771 und 1772 durch seine werkthätige Hilfe einen sehr geachteten Namen. Die „Oesterreichische Biedermanns-Chronik“ (Freiheitsburg 1784, 8°.) rühmt ihm S. 243 nach, „daß er keine Mühe bei den Besuchen der Kranken weder bei Nacht noch bei Tage sparet, und was noch seltsamer ist, sogar vielen armen Patienten die Medicin aus eigenen Kosten bestreitet; er kann mit Grund der würdige Nachfolger eines berühmten Stoll geheißen werden, da er so getreulich seinen Grundsätzen in Ausübung der Arzneivorschriften nachahmt“. P. schrieb außer der Biographie seines Sohnes Franz eine Monographie: „Ueber den Wasserkopf“ (Wien 1812, gr. 8°.). Seiner Verdienste wegen um die leidende Menschheit wurde er im Jahre 1784 in den österreichischen Adelsstand erhoben und ihm die Anhängung des Namens der ausgestorbenen Familie Ledermayer und die Aufnahme ihres Wappens in das seinige gestattet. – Von seinen beiden Söhnen widmete sich der eine, Franz, dem Studium der Botanik [seine ausführliche Biographie wurde oben S. 127 mitgetheilt]; – der zweite, Joseph, wurde gleichfalls Arzt in Wien und war in seinem Fache auch schriftstellerisch thätig; er übersetzte aus dem Französischen de Caro’s Werk über die Kuhpocken (Wien 1802) und begann im Jahre 1802 die Herausgabe der „Annalen der Kuhpockenimpfung“, welche jedoch nicht über das erste Heft hinaus gediehen sind. Auch redigirte er mehrere Jahre das Wiener Journal der „Sammler“, lange Zeit ein sehr beliebtes Blatt, das mit Geist und Geschick ausgewählten Nachdruck brachte, – In neuester Zeit diente ein Portenschlag-Ledermayer in der kaiserlichen Armee, welche er jedoch als k. k. Oberlieutenant verließ, worauf er sich nach Nordamerika begab und in den Reihen der Unionsarmee den amerikanischen Krieg mitgemacht hat. Nach Beendigung desselben kehrte er 1864 nach Wien zurück und brachte Nachrichten über mehrere österreichische Officiere mit, welche gleich ihm in der amerikanischen Unionsarmee gefochten haben. [Bohemia (Prager politisches und Unterhaltungsblatt, 4°.) 1864, Nr. 107, S. 132. – Adelstands-Diplom ddo. 11. December 1784]. – Wappen. Quadrirter Schild; l: in Schwarz ein aufrecht schreitender goldener Löwe mit ausgeschlagener Zunge und über sich geworfenem Doppelschweife; 2: ein rothes, in der Mitte quergetheiltes Feld, in dessen oberer Hälfte der Vordertheil eines rechtsgekehrten Steinbockes, in der unteren Hälfte ein aufgerichteter silberner Sparren zu sehen ist, den in der Mitte wie zu beiden Seiten ein sechseckiger silberner Stern begleitet; 3: in Gold zwei von einander gekehrte, mit ihren grünen [130] Stengeln kreuzweis geflochtene blaue Weintrauben; 4: in Silber ein aus dem unteren Rande von den Knien hervorwachsender Ungar in rothem Gewande mit silbernen Knöpfen, eine silberne Binde um die Lenden, einem rothen, weißausgeschlagenen türkischen Bunde um den Kopf, in der Rechten einen eisernen Pusikan schwingend, die Linke in die Hüfte stemmend. Auf dem Helme erhebt sich ein rechtsgekehrter gekrönter Turnierhelm. Aus der Krone wächst zwischen zwei mit den Sachsen nach innen gekehrten Adlerflügeln, deren rechter gold über schwarz, linker roth über Silber quergetheilt ist, der Ungar des Feldes 4 hervor. Die Helmdecken sind rechts schwarz mit Gold, links roth mit Silber belegt.