BLKÖ:Prchal, Johann Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pražák, Wenzel
Band: 23 (1872), ab Seite: 231. (Quelle)
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Prchal, Johann Wenzel (Bildhauer, geb. zu Kremsier in Mähren 17. August [232] 1744, gest. um 1809). Sein Vater war Hofbildhauer des Bischofs von Olmütz und lebte in Kremsier, wo er seine Kunst ausübte. Den ersten Unterricht in derselben erhielt Johann Wenzel bei seinem Vater, dann kam er nach Wien und setzte an der Akademie der bildenden Künste seine Studien fort. Nach mehrjährigem Aufenthalte in Wien kehrte er in sein Vaterland zurück und ließ sich 1774 in Iglau häuslich nieder. Er arbeitete in Holz, Stein und Stuccatur. Von seinen zahlreichen in verschiedenen Ortschaften und Städten zerstreuten Werken sind anzuführen: im Markte Triesch (Br. Kr.) in der Pfarrkirche zum h. Martin die Stucco- und Bildhauerarbeiten in der h. Kreuzcapelle und die schöne Kanzel in der Kirche; in der Stadt Teltsch in der Pfarrkirche zum h. Jacob die sämmtlichen Bildhauerarbeiten des Hochaltars und der sechs Seitenaltäre, sowie der Taufbrunnen; im Markt Alt-Reisch in der Pfarrkirche zu Allerheiligen die Bildhauerarbeiten der drei Altäre (die Bundeslade und Cherubim u. s. w.); im Markte Neu-Reisch in der Pfarrkirche zu St. Peter und Paul, sämmtliche Holz- und Stuccoarbeiten [doch scheint es, daß dieselben von Johann Wenzel’s Vater herrühren, denn sie sind um das Jahr 1764 ausgeführt, in welcher Zeit sich unser Künstler noch in Wien befand); in der Stadt Sternberg in der Pfarrkirche Maria Verkündigung die Bildhauerarbeiten am Portal und an dem Grabdenkmal der Grafen Sternberg in der Maria Hilfcapelle daselbst; in Kremsier an der Marchbrücke gegen Hullein zu die Bildsäule des h. Wendelin und das Crucifix mit den Statuen der schmerzhaften Mutter Gottes und des h. Johannes. P. war ein geschickter Künstler, der seine Arbeiten meist selbst staffirte. Sein Todesjahr ist nicht bekannt. Dlabacz in seinem 1818 erschienenen Werke führt ihn noch nicht als gestorben auf; Nagler bemerkt, daß er nach 1809 – damals war er schon 65 Jahre alt – gestorben sei.

Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines, historisches Künstler-Lexikon für Böhmen u. s. w. (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 503. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. III, S. 29. – Meusel (J. G.), Künstler-Lexikon von 1808 und 1809 (8°.) Bd. II, S. 147. – Wolny (Gregor), Kirchliche Topographie von Mähren (Brünn 1857, gr. 8°.) I. Abtheilung, Olmützer Diöcese, Bd. II, S. 45 u. 117; II. Abtheilung, Brünner Diöcese, Bd. III, S. 41, 100, 399 u. 403.