BLKÖ:Purkyně, Emanuel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Purkinje
Band: 24 (1872), ab Seite: 94. (Quelle)
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Purkyně, Emanuel (Botaniker, geb. zu Breslau im Jahre 1832). Ein Sohn des Naturforschers Johann Evang. Purkyně [s. d. Folgenden]. Er erhielt den ersten Unterricht im elterlichen Hause und besuchte dann das Gymnasium in Breslau. Als sein Vater dem Rufe an die Prager Hochschule folgte, kam er mit ihm nach Prag und betrieb daselbst mit allen Eifer botanische Studien, für die er eine besondere Vorliebe hegte. Nebstbei lag er dem Studium der übrigen naturwissenschaftlichen Fächer an der Prager Hochschule ob und erlangte im Jahre 1857 die philosophische Doctorwürde. Nun wurde er Custos der Naturwissenschaftlichen Sammlungen im böhmischen Museum, legte einen botanischen Garten an, in welchem er alle in Böhmen vorkommenden Gewächse pflanzte. Doch war es ihm nicht lange gegönnt, sich der Ausführung dieses Lieblingsgedankens hinzugeben, denn er wurde bald zum Professor der Naturgeschichte am Altstädter Gymnasium in Prag und im Jahre 1860 zum Professor desselben Gegenstandes an der Forstschule zu Weißwasser bei Jungbunzlau ernannt. Daselbst legte er reichhaltige Sammlungen an. In den letzten Jahren sammelte und beschrieb er im großartigen Maßstabe die Potentilleen und schenkte die ganze Sammlung dem böhmischen Museum. Von seinem übrigen fachwissenschaftlichen Arbeiten sind seine botanischen Aufsätze in der naturwissenschaftlichen, von seinem Vater begründeten čechischen Zeitschrift „Živa“, dann seine Artikel im čechischen Conversations-Lexikon „Slovník naučný“ und einige zoologische Arbeiten in Wiegmann’s „Archiv für Zoologie“ bekannt. Auch gab er zur Orientirung für Landwirthe heraus: „Tabulky sloužící k tomu aby se z času květu obilí a z času žní v jisté kraiine ponebí této krajiny a z takových ůdání z rozličných krajin ponebí české země na všech místech poznalo“ (Prag 1858, Jeřabek, 4°.).

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, I. L. Kober, Lex. 8°.) Bd. VI, S. 1115, Nr. l.