BLKÖ:Rank, Joseph (Compilator)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 24 (1872), ab Seite: 345. (Quelle)
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Noch sind zwei Brüder, Joseph und Karl Rank, anzuführen, welche jedoch mit unserem deutschen Joseph Rank in gar keiner verwandtschaftlichen Beziehung stehen. Dieser mußte gar aus Anlaß einer stattgehabten Verwechslung in den öffentlichen Blättern dagegen Einsprache erheben.

1. Joseph Rank (geb. zu St. Hubertschloß im Saazer Kreise Böhmens 22. October 1833), kam nach Prag zu seinem Onkel, dem bekannten Lexikographen Joseph Franta-Šumavsky [Bd. IV, S. 340], bei dem er sich mit der vaterländischen Literatur bekannt machte. Auch gewann er bei den lexikographischen Arbeiten seines Oheims große Vorliebe für die slavischen Sprachen, deren verschiedene Dialecte er eifrig studirte. Zugleich betrieb er Musik und nahm bei J. Mayer, dem nachmaligen Orchester-Director des Prager Theaters, Unterricht in derselben, und besuchte in den Jahren 1851–1853 die Prager Orgelschule. Schon seit 1853 unterstützte er seinen Onkel Franta bei der Bearbeitung des von demselben begonnenen panslavischen Wörterbuches, dessen Vollendung jedoch durch Franta’s im December 1857 erfolgten plötzlichen Tode unterbrochen wurde. In diesem Jahre trat nun R. bei dem Prager Stadtarchiv in öffentlichen Dienst und hatte dort Gelegenheit, sich mit dem Urkundenschatze dieser Anstalt bekannt zu machen. Im Jahre 1861 wurde R. Adjunct bei diesem Archive, bei der in den Jahren 1863–1864 durchgeführten Aemter-Organisirung Hilfsämter-Adjunct, in welcher Eigenschaft er bis zur Stunde bedienstet ist. Seit Anfang der Sechziger-Jahre beschäftigt sich R. mit sprachlich compilatorischen Arbeiten der verschiedensten Art, welche ihrem Gehalte nach nicht über den Charakter gewöhnlicher Buchmacherei hinauskommen. Auch hat er sich im Jahre 1863 mit einem Libell im publicistischen Gebiete versucht, auf welchem er jedoch von der competenten Kritik entschieden zurückgewiesen wurde. Seither hat er das Feld der grammatikalischen Compilation nicht wieder verlassen und folgende Schriften herausgegeben: im Vereine mit Joh. Hlavata die dritte und vermehrte Ausgabe des in erster, von Joh. Vočadlo veröffentlichten: „Český právník k potřebě každého občana, zvláště úředníků“ i t. d., d. i. Der čechische Rechtsfreund zum Gebrauche für jeden Staatsbürger, insbesondere für Beamte u. s. w. (Prag 1862, Kober, 8°.); – „Kapesní slovník novinářský, v němž se nacházejí zvláště slova z cizích jazykův“, d. i, Kleines Zeitungslexikon, worin die Wörter fremder Sprachen zu finden sind (ebd. 1862, Kober, gr. 16°.); – „Novy slovník kapesní jazyka českého i německého dle Jungmanna, Šumavského a. mn. i.“, auch mit deutschem Titel: Neues Taschenwörterbuch der böhmischen und deutschen Sprache nach Jungmann, Šumavsky u. A. (Prag 1863, Gottlieb Haase Söhne, 12°.), böhmisch-deutscher und deutsch-böhmischer Theil, [346] beide bereits in 2 Auflage, – „O požárech a hašení ohně“, d. i. Von Feuersbrünsten und wie sich davor zu bewahren (Prag 186.), wahrscheinlich eine Assecuranz-Reclame; – „Poláci a Rusové. Úvahy Slovanské“, d. i. Die Polen und die Russen. Beobachtungen eines Slaven (Prag 1863, Kober, 8°.); – in Gemeinschaft mit Franz Vichterle: „Sokol, národní kalendář česko-slovanský na obyčejný rok 1863“, d. i. Der Falke. Čecho-slavischer Volkskalender auf das gemeine Jahr 1863 (Prag 1863, Alex. Storch, 16°.); – „Malý slovník kapesní jazyka českého i německého. Dil česko-německý“, auch mit deutschem Titel: „Kleines Taschenwörterbuch der böhmischen und deutschen Sprache. Böhmisch-deutscher Theil“ (Prag 1866, Haase, 12°.); – „Deutsch-böhmischer Theil“ (ebd. 1867, 12°.); – „Rukovět ku poznání ruského jazyka. I. Navedení ke čteni“, d. i. Leitfaden zur Erlernung der russischen Sprache. I. Anleitung zum Lesen (Prag 1867, Grégr, 8°.); – „Rukovět ku poznání ruského jazyka. Navedení k rychlému psaní písma ruského“, d. i. Handbuch zur Erlernung der russischen Sprache. Anleitung zum fertigen Schreiben des Russischen. 1. u. 2. Aufl. (Prag 1868, Kober, 12 lith. Tafeln); – „Konversační knížka jazyka českého a ruského. Dle J. Corneta, d. i. Conversationsbuch der böhmischen und russischen Sprache. Nach J. Cornet (Prag 1868, Kober, 8°.). Ein polnisch-čechisches und ein russisch-čechisches Wörterbuch hat R. druckfertig liegen, Ueberdieß war und ist R. Mitarbeiter an verschiedenen čechischen Journalen, so 1848 und 1849 am „Večerný list“, d. i. Abendblatt, 1853 an der „Škola“, d. i. Die Schule, 1858 an den „Pražsky Noviny“, am „Lumír“ und „Sborník“, 1861 an den Národní listy“ u. s. w. –