BLKÖ:Rasp, die Freiherren- und Grafenfamilie von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rasp, Georg
Band: 25 (1873), ab Seite: 3. (Quelle)
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Zur Genealogie der Freiherren- und Grafenfamilie von Rasp. Die Rasp gehören einer alten Adelsfamilie an. Träger dieses Namens erscheinen bereits im 14. Jahrhunderte. So kommen schon ein Ulrich Rasp 1390 in Bayern, ein Peter Rasp 1393, Hildebrand und Erhard R. 1406 vor; im Jahre 1412 lebte ein Eberhard R. als Pfleger zu Schärding; in einer mit den Herzogen Wilhelm und Ludwig im Jahre 1457 geschlossenen Vergleichsurkunde über einen bei Braunau befindlichen Edelsitz, erscheinen Wolfgang Rasp von Dieffenbach und sein Sohn Leonhard. In Schwaben war ein Kaspar Rasp im Jahre 1509 Landrichter. In Kärnthen lebte bereits im Jahre 1380 ein Hans Rasp von Raspenfeld und ein Friedrich Rasp ist im Jahre 1391 zu Traberg als Chorherr gestorben. Eine Margarethe Rasp hat sich im Jahre 1390 mit einem von Rosenberg vermält. Die nachmals in Krain seßhaft gewordene Familie Rasp stammt aus Bayern, und zwar von Georg Rasp, der in Passau im Jahre 1491 gestorben und in der dortigen Domkirche begraben liegt. Das auf seinem Grabstein befindliche Wappen ist dasselbe, welches die krainischen Rasp führten. Georg’s Sohn Paul (geb. 1462) war der Erste, der nach Krain gekommen, wo er 1515 als landesfürstlicher Vicedomscher Rath zu Laak bestellt, im Jahre 1519 vom Kaiser zum Landesverweser ernannt und von der Landschaft zum Verordneten gewählt worden. Er war mit Ursula von Gallenberg vermält und starb zu Laak im Jahre 1524, wo er auch begraben liegt. Sein Sohn Seyfried (gest. 1549) war Hauptmann zu Flödnigg. Mit seiner Gattin Margaretha von Dietrichstein hatte er den Sohn Johann Rasp zu Osterberg (gest. 1617). Aus des Letzteren Ehe mit Elisabeth von Siegersdorff stammt Johann Seyfried Rasp von Osterberg (gest. 1622), Pfleger zu Oberstein, kais. Rath, General-Einnehmer in Krain und 1618 Landesverweser. Johann Seyfried liegt zu Lustal begraben. Er war mit Katharina von Ramschißl vermält und soll der erste Freiherr in der Raspischen Familie sein, worüber sich jedoch im Adelsarchiv keine Urkunde vorfindet. Sein Sohn Johann Ludwig (gest 1646) hatte Dorothea Rauber [4] zur Gemalin, und deren Sohn Johann Augustin (gest 13. Juli 1666) war mit Johanna Rosina Waxenberg (Wagensperg) vermält. Johann Augustin erhielt im Jahre 1666 bei Gelegenheit der stattgehabten Erbhuldigung den Freiherrnstand. Johann Augustin’s Sohn Johann Ludwig Freiherr von Rasp wurde für seine Verdienste als Hofrechte-Beisitzer und landständischer Verordneter mit Diplom ddo. 13. Juni 1708 in den Grafenstand erhoben. Er war mit Rosina Therese von Bernburg vermält, welche ihm den Sohn Johann Adam gebar, und dessen Sohn Franz Augustin Graf Rasp scheint der Letzte dieser – nämlich der gräflichen – Linie gewesen zu sein. Die zweite Linie, aus welcher der Maria Theresien-Ordensritter Lorenz August abstammt, stiftete ein Bruder des Grafen Johann Ludwig, der Land- und Hofrechte-Beisitzer Johann Jacob von Rasp. Dieser hatte aus seiner Ehe mit Maria Anna Freiin v. Apfaltern den Sohn Ferdinand Ernst, dessen Sohn aus seiner Ehe mit Marin Anna Freiin von Erberg unser Maria Theresien-Ordensritter Lorenz August ist. Auch dieser Zweig scheint erloschen zu sein, denn weder in den genealogischen Almanachen und Werken, noch in den verschiedenen Staats-Schematismen erscheint mehr der Name dieser Familie.

Wappen. In Gold eine steinerne Säule, oben mit drei, vorn blau, in der Mitte gelb und hinten schwarz tingirten Straußfedern geschmückt, dann zu beiden Seiten mit einem abgestutzten, in die Höhe gerichteten, roth bekleideten Arm belegt, der an der Hand einen blauen Handschuh hat. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt, aus dessen Krone die vorbeschriebene steinerne Säule mit beiden Armen emporwächst. Die Helmdecken zu beiden Seiten sind roth, mit Gold belegt.