BLKÖ:Rauchenbichler, Hermann Anton von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rauch, Athanasius
Band: 25 (1873), ab Seite: 40. (Quelle)
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Rauchenbichler, Hermann Anton von (Oberlieutenant im Salzburger 1. Landwehr-Bataillon im Jahre 1809, geb. zu Salzburg im Jahre 1780, gest. ebenda 16. April 1834). Ein Sohn des ehemaligen Salzburger Stadtrathes Joseph Rauchenbichler, welcher ob seiner Verdienste als Stadtrath, Stadtkämmerer und Bruderhausverwalter mit Diplom vom 27. April 1807 in den Adelstand mit dem Prädicate von Rauchenbichl erhoben worden war. Anton war noch Studirender, als ihn die Kriegswirren des Jahres 1809 in’s Feld riefen; er wurde am 1. März 1800 zum Oberlieutenant der 4. Compagnie der 1. Salzburger Landwehr-Bataillons ernannt und übernahm das Commando der Gollinger Compagnie. Er ging nun zunächst, 25. April, mit Depeschen an das kais. Hoflager nach Oberösterreich, von dort aus mit Aufträgen an den commandirenden General in Tirol, Feldmarschall-Lieutenant Marquis de Casteler. Mittlerweile war Salzburg bereits in Feindeshand gefallen. R. mußte also auf Umwegen zu Chasteler zu gelangen suchen. Am 5. Mai händigte er die Depeschen dem General in Innsbruck ein und kehrte nun mit den ausgedehntesten Vollmachten zur Organisirung des Landsturms nach Salzburg zurück. Nun entwickelte R. eine großartige Thätigkeit, [41] vertheilte im Pinzgau die ihm von Chasteler nachgesandten Proclamationen und organisirte innerhalb drei Tagen den Landsturm. Am 9. Mai begannen am sogenannten Hirschbühl die Feindseligkeiten. Am 11. Mai erfolgten die Angriffe auf den Paß Strub, dann jene auf Loser und Lüftenstein. An letzterer Stelle hielt R. tapfer Stand und warf den Feind von den Höhen von Kirchenthal entschieden zurück. Am 13. Mai erneuerte der Feind, doch ebenso ohne Erfolg, seinen Angriff. Während der Feind an diesem Tage einen Verlust von 400 Todten und Verwundeten zu verzeichnen hatte, betrug der Verlust der Unseren nur 4 Todte, 11 verwundete k. k. Feldjäger und 28 vom Landsturm. Daß der Landsturm, der ungleich Größeres hätte leisten können, mitten in seiner Thätigkeit aufgelöst und dadurch alle jene Vortheile nicht erzielt wurden, die mit Sicherheit zu erreichen waren, dieß und die Ursachen dieser kopflosen Vorgänge schildert Schallhammer in dem in den Quellen bezeichneten Werke. R. ging nun über die Gebirge nach Steiermark und wurde bald darauf in das combinirte innerösterreichische Landwehr-Bataillon des Major B. Verner eingetheilt, mit welchem er den Feldzug in Ungarn mitmachte. Nach dem Znaimer Waffenstillstände nahm er seine Entlassung aus der Landwehr. Nach dem Friedensschlusse kehrte er in’s Privatleben zurück. Er starb, 54 Jahre alt, in der Vorstadt Stein zu Salzburg und auf dem Gottesacker des Dorfes Gniggl zeigte eine kleine Pyramide[WS 1], deren Inschriften Schallhammer beschreibt, seine Ruhestätte. Seine zwei Brüder Joseph und Alois Felix wurden in die Adelsmatrikel des Königreichs Bayern eingetragen.

Süß (Maria Vinc.)[WS 2], Die Bürgermeister von Salzburg von 1433 bis 1840 (Salzburg 1840, Oberer, 8°.) S. 132, in der Anmerkung. – Schallhammer (Anton Ritter von), Kriegerische Ereignisse im Herzogthume Salzburg in den Jahren 1800, 1805 und 1809 (Salzburg 1853, Mayr, gr. 8°.) S. 302 u. f.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Pyramyde.
  2. Vorlage: Süß (Moriz Vinc.).