BLKÖ:Reiffenstuhl, auch Reiffenstuel, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Reiffenstein & Rösch
Band: 25 (1873), ab Seite: 195. (Quelle)
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Reiffenstuhl, auch Reiffenstuel, Anton (Landschaftsmaler, geb. zu Salzburg). Zeitgenoß. Entstammt einer zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts aus Chiemsee in’s Salzburgische eingewanderten Künstlerfamilie, von der mehrere in der Kunstwelt einen Namen haben, so z. B. der Hofbaumeister des Herzogs Maximilian I. von Bayern, Hans Simon Reiffenstuel (gest. 1624), der Erbauer der künstlichen Soolenleitung von Reichenhall nach Traunstein, dann dessen Sohn Simon (gest. 1620), einer der Mittheilnehmer an dem Baue der berühmten und trefflichen Wasserleitung in München, dem auch noch die Erbauung der Isartrift, des Triftabrechens, des Triftholzgartens u. m. a. zugeschrieben werden. Der Erste, der von der Familie Reiffenstuel nach Salzburg gekommen, ist der Handelsmann Georg Niklas Reiffenstuel, der sich im Jahre 1707 mit Maria Barbara, Tochter der angesehenen Salzburger Bürgerfamilie Paurnfeind vermälte und der Stammvater der noch heute in Salzburg lebenden und wohlhabenden Sprossen dieses Geschlechtes ist. Von diesem erschienen mehrere zu verschiedenen Zeiten als Würdenträger der Salzburger Stadtgemeinde, so z. B. Georg Niklas Reiffenstuel, Verwalter des Gotteshauses in Mülln, von 1732 bis 1741 als Stadtrath, Johann Christian Reiffenstuel, Stadtpfarr- und Armensäckelverwalter, von 1768 bis 1772 gleichfalls als Stadtrath u. s. w. Anton Reiffenstuel, ein Sproß dieser Familie, lebte in den [196] Dreißiger- und Vierziger-Jahren unseres Jahrhunderts in Salzburg, wo er sich, wie Süß berichtet, „in der Kunst der Landschaftsmalerei durch seinen von besonderen Talenten unterstützten Fleiß, auf eine hohe Stufe schwang“. Der größte Theil seiner Arbeiten mag wohl in seiner Vaterstadt geblieben sein, wie es denn auch nicht bekannt ist, ob er die Kunst blos als Dilettant oder aber zum Lebensunterhalte ausübte. In den Jahren 1832, dann 1839 und 1840 hat er auch die Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien mit seinen Arbeiten beschickt, und zwar waren daselbst zu sehen im Jahre 1832: „Ansicht des sogenannten Hammers in Oberalben, am Fusse die Stadt Hallein“; – „Ansicht von der Knigl nach Salzburg“; – „Berchtesgaden mit dem Watzmann“; – „Ansicht von dem Hammerwerke Hammerau bei Salzburg“; – im Jahre 1839: „Alpen auf dem Schafberge gegen Süden“; – „Alpen auf dem Schafberge mit der Fernsicht gegen Norden“; – im Jahre 1840: „Alpenlandschaft aus dem Hochgebirge von Salzburg“. Später hat er nicht mehr ausgestellt, und ist über den Künstler, der, wenn er noch lebt, schon bei Jahren sein muß, nichts bekannt geworden.

Süß (Maria Vincenz), Die Bürgermeister in Salzburg von 1433 bis 1840 (Salzburg 1840, 8°.) S. 92 im Texte und in der Anmerkung, S. 104 im Texte. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XII, S. 385 [mit ausführlicheren Nachrichten über die älteren, in Bauern ansässigen Sprossen dieser Familie, namentlich über Hans Simon und Simon Reiffenstuel]. – Kataloge der Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien. 1832, S. 15, Nr. 53, 56, 57; S. 21, Nr. 166; 1839, S. 12, Nr. 53; S. 14, Nr. 100, 1840, S. 11, Nr. 63. –