BLKÖ:Reiffenstuell, Ignaz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 25 (1873), ab Seite: 196. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 104113251, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Reiffenstuell, Ignaz|25|196|}}

Noch ist des Jesuiten Ignaz Reiffenstuell (geb. zu Lilienfeld in Niederösterreich 15. October 1664, gest. zu Wien 28. Februar 1720) zu gedenken. Es ist nicht bekannt, ob er zu der oberwähnten Salzburger Familie gehört. Im Jahre 1681, Alter von 17 Jahren, trat er zu Wien in den Orden der Gesellschaft Jesu. Daselbst vollendete er die Studien, erlangte die philosophische und theologische Doctorwürde, lehrte dann kurze Zeit Philosophie und Polemik in Wien, wurde aber bald seiner ausgezeichneten Rednergabe wegen im Predigtamte verwendet, welches er zuerst in Gratz, dann in Wien in den Kirchen des Ordens, später in der Metropolitankirche zu St. Stephan bis an sein Lebensende versah. Zugleich war er als Schriftsteller thätig, und außer einer ansehnlichen Menge von besonders gedruckten Gelegenheits-, Fest- und Leichenreden sind von ihm in lateinischer Sprache im Druck erschienen: „Theses Aristotelicae ex universa Logica antithesibus logicis id est aeternae veritatis axiomatibus etc. illustratae ...“ (1703, cum symbolis, 4°.); – „Ephemerides Leopoldinae seu facta Leopoldi I. Imperatoris memorabilia in singulos anni dies distributa. Semestre I. et II.“ (1701 et 1702, 12°.); – „Cosmus in Microcosmo, seu mundus opere sex dierum creatus in homine velut microcosmo consumatus, partim scholastice partim ethice dilucidatus“ (Viennae 1704, 4°.); – „Vienna gloriosa, seu descriptio toto orbe celeberrimae Caesareae nec non archiducalis Residentiae“ (Viennae 1703, Fol.); davon erschien auch im Jahre 1713 eine deutsche Octavausgabe; – „Geographia austriaca“ (Fol.). Von seinen Fest- und Leichenreden sind erwähnenswerth jene anläßlich der Leichenfeier des Kaisers Leopold I. 1705 und des Kaisers Joseph I. 1711 erschienenen, ferner die Festrede bei Gelegenheit der Einführung des Grafen Sigismund von Kolonics auf den Bischofstuhl in Wien, und die Grabrede auf den Bischof Franz Freiherrn von Rumel, beide aus dem Jahre 1716. [Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 296.]