BLKÖ:Rimmer, Albert

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 26 (1874), ab Seite: 159. (Quelle)
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Rimmer, Albert (Schriftsteller, geb. zu Olmütz 13. Januar 1818, gest. zu Wien 3. Juni 1855). Da ihn sein Vater, k. k. Major in der Artillerie, für den Soldatenstand bestimmt hatte, kam R. im Jahre 1829, damals 11 Jahre alt, in die Militär-Akademie nach Wiener-Neustadt, in welcher er acht Jahre blieb und dann als Officier in das k. k. Infanterie-Regiment Baron Gollner ausgemustert wurde. Er kam als solcher nach Bregenz in Station, blieb aber nicht lange in diesem Stande, sondern trat in den Civil-Staatsdienst, und zwar zu der damaligen k. k. Hofkammer in Münz- und Bergwesen über; später wurde er dem k. k. Ministerium für Landescultur und Bergwesen zugetheilt, starb aber in der Vollkraft seines Lebens, im Alter von erst 37 Jahren als k. k. Finanz-Ministerial-Accessist. Diese bedeutungslose [160] Diensteslaufbahn ist es nicht, die ihm eine Stelle in diesem Werke anweist. R. war ein fleißiger Schriftsteller, wozu ihn seine tüchtige vielseitige Bildung insbesondere befähigte. Wohl hat er kein selbstständiges Werk herausgegeben, denn ein in den Frankl’schen „Sonntagsblättern“ angekündigtes Werk aus seiner Feder, das die Schicksale und Wirksamkeit berühmter Männer der Gegenwart aus allen Sphären schildern, die Porträte derselben bringen und in Lieferungen erscheinen sollte, kam, obgleich er darüber mit einer Wiener Buchhandlung bereits abgeschlossen hatte, nicht zu Stande. Um so fleißiger aber hat er sich als Mitarbeiter an den besten periodischen Schriften seiner Zeit betheiligt, und außer thätiger Mitwirkung an L. A. Frankl’s „Sonntagsblättern“ lieferte er anonyme Beiträge für Biedermann’s „Deutsche Wochenschrift“, Baron Reden’s „Statistische Zeitschrift“ und die „Kölnische und Breslauer Zeitung“ in den Jahren 1845 bis 1848. Die meiste Thätigkeit jedoch entfaltete er für „Die Grenzboten“, welche eine große Mannigfaltigkeit von politischen und staatsökonomischen Aufsätzen seiner geschickten Feder enthielten. In seinem Nachlasse sollten sich zwei fertige Manuscripte finden, deren Druck die Ungunst der Zeitverhältnisse bisher verhinderte. Das eine ist ein Buch: „Ueber die neueste holländische Literatur mit Charakteristiken der vorzüglichsten Dichter und Schriftsteller, in Verbindung mit einer historischen Skizze der literarischen Entwicklung jenes Zweigvolkes germanischen Stammes“ und die Frucht einer stillen Vorliebe für das von Nichtkennern verschmähte, dem Plattdeutschen verwandte holländische Idiom; das andere eine mit Bildnissen gezierte und mit Auszügen aus ihren Schriften belegte Sammlung der berühmteren Frauen aller Nationen, die sich auf dem Felde der Literatur hervorgethan haben. Dieser Sammlung ist eine Einleitung über die Stellung der Frauen bei den verschiedenen Völkern und in den verschiedenen Epochen vorangeschickt. Was mit diesen Arbeiten geschehen, ist nicht bekannt. In seiner letzten Lebenszeit, hieß es, sei er irrsinnig gewesen, und zwar habe ihn seine Neigung für die Tochter eines hohen Staatsmannes, die er anfänglich erwiedert glaubte, bis sich das Gegentheil in einer für ihn sehr bedenklichen und unangenehmen Weise herausstellte, in Melancholie und allmälig in Irrsinn gestürzt. Noch ist das Folgende bemerkenswerth. Sein Schwager Lamplot (Pseudonym Talmpot) war bei der Artillerie angestellt und aus dessen Aufzeichnungen entstand das von Stephan Thurn (Pseudonym für Adolph Neustadt) herausgegebene Buch: „Aus der Kaserne“, das seiner Zeit in den betheiligten Kreisen großes Aufsehen erregte. – Der folgende Hauptmann Joseph Rimmer ist wohl allem Anscheine nach Rimmer’s älterer Bruder.

Frankl (Ludw. Aug. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, 8°.) IV. Jahrg. (1845), S. 647. – Neuigkeiten (Brünner polit. Blatt) 1855, Nr. 173. – Donau (Wiener polit. Blatt) 1855, Nr. 286.