BLKÖ:Rogendorf, Christoph Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rogendorf, Caspar von
Band: 26 (1874), ab Seite: 269. (Quelle)
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2. Christoph Freiherr von R. (geb. 19. November 1510, Todesjahr unbekannt). Ein Sohn Wilhelm’s (I.) von R. aus dessen Ehe mit Elisabeth Gräfin von Oettingen. Erhielt in Rücksicht der Verdienste seines Vaters in noch jungen Jahren die Stelle eines Obristen der kais. deutschen Leibgarde. Christoph führte ein bewegtes Leben, er kämpfte in Spanien und Afrika, kehrte dann in sein Vaterland zurück, wo ihm sein Vater die im Jahre 1537 zur Reichsgrafschaft erhobene Herrschaft Guntersdorf abtrat. Ueber seinen nachtheiligen Einfluß auf die Kriegsoperationen seines Vaters Wilhelm vor Ofen im Jahr 1541 vergleiche das Nähere bei Wilhelm [S. 271, Nr. 10]. Christoph vermälte sich mit der Witwe des Herzogs Friedrich von Sachsen, einer gebornen Gräfin Mannsfeld, mit der er in unglücklicher Ehe lebte und sie, nachdem ihn seine Gläubiger von allen Seiten bedrängten, heimlich verließ. Er floh nach Constantinopel, wo ihn Sultan Suleimann in seine Dienste nahm, wo er aber durch seine Verschwendung und Spielsucht auch bald um alles Ansehen kam. In der Türkei, wo er auch zum türkischen Glauben übertrat, bekleidete er die Stelle eines Hof- und Staatsfouriers (sogenannten Muteferrika). Dort soll er nur wenige Jahre geblieben und zuletzt in Dienste des Königs von Frankreich getreten und dort auch gestorben sein. König Heinrich II. von Frankreich hatte ihn mit dem Marquisat der Isles d’Or und d’Hières in der Provence belehnt. Christoph führte den Beinamen Conté, was wohl Condé heißen sollte, da seine Großmutter von mütterlicher Seite die Erbin der Herrschaft Condé im Hennegau war. Was mit Christoph’s Söhnen, deren einer den im Hause Mannsfeld öfter vorkommenden Taufnamen Johann Hoyer führte, geschehen, ist nicht bekannt. Mit ihnen beiden erlosch die von Wilhelm begründete Linie der Rogendorf. [Hammer, Geschichte des osmanischen Reichs (Pesth 1834), Bd. II, S. 201, 203; Bd. IV, S. 879. – Bergmann, am bez. Orte, Bd. I, S. 226.] –