BLKÖ:Rosenthal, David

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 27 (1874), ab Seite: 33. (Quelle)
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Noch sind bemerkenswerth:

1. David Rosenthal (Maler, geb. zu Pesth im Jahre 1820, endete sein Leben durch Selbstmord im Jahre 1851). Sohn eines israelitischen Kaufmanns in Pesth, trat er im Mai 1836, damals 16 Jahre alt, in die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien. Später begab er sich nach Paris, von wo er im Sommer 1851 nach Pesth zurückkehrte. Dort wurde er bald [34] nach seiner Ankunft, es hieß einiger unvorsichtiger Aeußerungen wegen, die er gethan, verhaftet. Im Gefängniß erhängte er sich. Compromittirende Papiere, die er schon früher einem Freunde in Aufbewahrung gegeben, wurden bei ihm nicht vorgefunden; auch hieß es, daß er bei dem damals von Napoleon in Anwendung gebrachten System der Signalisirung verdächtiger Individuen von Paris aus nicht signalisirt gewesen. Immerhin mußte er sich für schwer beinzichtet gehalten haben, daß er sogar zum Selbstmorde die Zuflucht nahm. Ueber seine Arbeiten als Künstler liegen spärliche Nachrichten vor. Im Jahre 1847 sah man auf der Ausstellung des Pesther Kunstvereins von einem Constantin Rosenthal das Bild: „Nachmittagsruhe“ (100 fl.). Findet hier ein Irrthum in den Taufnamen David und Constantin statt? Oder sind es zwei verschiedene Künstler David Rosenthal und Constantin Rosenthal? Uebrigens soll der in Rede stehende David R. als Maler von nicht großer Bedeutung gewesen sein. Auch soll er nach anderen Berichten im Gefängnisse sich nicht erhängt, sondern durch Anzünden der Matratze, auf der er lag, verbrannt und durch den Rauch erstickt, und endlich nach dritter Variante durch Phosphorzündhölzchen, deren Phosphor er verschluckte, sich vergiftet haben. [Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber, kl. Fol.) XVII. Bd. (1851), S. 147.] –