BLKÖ:Rosenthal, Franz Anton

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rosenthal, David
Nächster>>>
Rosenthal, Samuel
Band: 27 (1874), ab Seite: 34. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rosenthal, Franz Anton|27|34|}}

2. Franz Anton Rosenthal (geb. zu Krakau im Jahre 1813), Sohn eines israelitischen Privatlehrers, trat 1830 zum Katholicismus über und beschäftigte sich mit literarischen Arbeiten. Er gab eine „Anleitung zum Uebersetzen aus dem Italienischen“ (Wien 1847, Gerold), dann eine „Anleitung, die italienische Sprache ohne früheres regelmäßiges Lernen der italienischen Grammatik sprechen zu können“ (ebd 1847) u. dgl. m. heraus. Den Wust der journalistischen Unternehmungen im Jahre 1848 vermehrte auch R. mit einem abgeschmackten, „Die goldene Mittelstraße“ benannten Blatte, das, ungelesen, einen Beitrag zur gedruckten Maculatur des genannten Jahres bildete. Im Jahre 1849 erschien unter seiner Leitung zu Wien die Zeitschrift; „Der Polygraph“, mit dessen Ankündigung alle Straßenecken Wiens beklebt waren. Schon dieses Unternehmen, das erfolglos blieb, erschien seinem Programme nach excentrisch. Dann gelang es ihm, einen Posten im Staatsdienste zu erhalten, und zwar zuerst bei der Cameral-Buchhaltung zu Mailand, später bei jener zu Wien, wo er aber wegen Vernachlässigung des Amtes und Unfähigkeit am 2. Jänner 1860 entlassen wurde. Nun verlegte er sich auf den literarischen Humbug, gab zuerst eine politische Tageszeitung unter dem Namen „Die Volksstimme“ heraus, häufte Humbug auf Humbug mit imaginären lucrativen Unternehmungen in einer Weise, die mehr über die Leichtgläubigkeit der Betrogenen, als über das Wagniß des Thäters staunen macht. Zuletzt mußte das Gericht einschreiten. Ehe aber ein richterlicher Ausspruch gefällt wurde, gaben die beigezogenen Aerzte das Gutachten ab, daß aus den von Rosenthal bereits in früheren Jahren herausgegebenen Schriften sich ergebe, daß Rosenthal am Wahnsinn leide, worauf ein gerichtlicher Ablassungsbeschluß gefällt und Rosenthal aus der Untersuchungshaft entlassen wurde. [Presse 1863, Nr. 281, 282, 283: „Aus dem Gerichtssaale“. – Fremden-Blatt. Von Gust. Heine (Wien, 4°.) 1863, Nr. 282: „Aus dem Gerichtssaale“.] –