BLKÖ:Rota, Anton

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 27 (1874), ab Seite: 90. (Quelle)
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Rota, öfter auch Rotta, Anton (Maler, geb. zu Görz 28. Februar 1828). Sein Vater Anton und seine Mutter Josepha geborne Stubel waren Slovenen von Abstammung. Da der Sohn Talent für die Kunst zeigte, kam er frühzeitig an die Kunstakademie nach Venedig, wo er sein Talent ausbildete und auch seinen bleibenden Aufenthalt nahm, daher er öfter als Venetianer angegeben erscheint. Das erste Bild, mit dem er größeres Aufsehen erregte, war „Der barmherzige Samaritan“, welches Graf Larisch als Eigenthum erwarb. Seit dem Jahre 1853 hat er in Mailand, Venedig und anderen Städten Italiens seine Werke ausgestellt, von denen mehrere später auch in den jährlich veranstalteten Kunstausstellungen der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde in Prag zu sehen waren. Von seinen Werken sind bekannt 1853: „Zwei Tagediebe, die ein Zigarrenstümpfchen anzünden“, ein seinem Gegenstande noch unbedeutendes, aber im Detail mit Meisterschaft ohne Gleichen ausgeführtes Bildchen; – „Tizian unterrichtet Irene von Spilimberg in der Malerei“, wurde von der Venetianer Kunstakademie mit dem Preise ausgezeichnet; das Canadelli’sche „Album Esposizione“ 1853 brachte nach einer Zeichnung von Pellegrini einen ziemlich matten almanachartigen Stich dieses Bildes von Gandini, mit einer breitspurigen erläuternden Darstellung von Filippo Villani; – 1854: „Ein Fischersohn aus Chiozza zieht das Priesterkleid an“; – „Arme Leute, die in einer Fischerbarke um Almosen betteln“, einen Stich dieses Gemäldes von Carrelli brachte im Jahre 1854 das Canadelli’sche „Album Esposizione“ mit einer Erläuterung von G. A. Borella; – 1855: „Graf Justinio Recanati bietet sich zu Treviso im Jahre 1797 Bonaparte als Geisel an“, wurde auf der Mailänder Kunstausstellung genannten Jahres mit dem Preise Priuli ausgezeichnet; – 1856: „Franz I. von Frankreich und seine Schwester“, Bestellung des cavaliere Jacob Treves de’ Bonfili und im Canadelli’schen „Album Esposizione“ für 1856 von Carelli gestochen und von G. A. Borella erläutert; – „Zwei Hundeporträts“; – „Die Eifersucht“, dargestellt in zwei Halbfiguren, dieses und die beiden Hunde Bestellung der Gräfin Julie Samayloff. In den Ausstellungen zu Prag waren von Rota’s Arbeiten zu sehen im Jahre 1853: „Eine Bettlerfamilie“; – 1856 und 1857: „Aus dem venetianischen Volksleben“ (240 fl. C. M.); – 1858: „Der erste Kummer“ (240 fl.); – 1863: „Die Poesie der Lagunen“ (325 fl.); – „Kinder eines Malers“ (280 fl.); – „Kinderfreude“ (400 fl.). Von anderen Werken Rota’s sind mir noch bekannt: „Bachanal am Lido im Jahre 1700“; – „Der Schwefelhölzchenverkäufer“; – „Der Schuhflicker“; – „Die singende Odaliske“, die allem Anscheine nach mit dem im Prager Kataloge 1863 als „Die Poesie der Lagunen“ bezeichneten [91] Bilde identisch sein dürfte. In den Jahren 1869 und 1870 beschickte der Künstler auch die Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins und waren daselbst zu sehen im October 1869: „Die Söhne des Malers“ (400 fl.); – „Fischerknaben“ (900 fl.), und im December d. J. wie im Mai 1870: „Zwei Studienköpfe“ (à 250 fl.). Antonio Rota zählt zu den besseren italienischen Genremalern der Gegenwart. Den Mangel an Ideen, der sich bei Wahl seiner Objecte nur zu sehr bemerkbar macht, sucht er durch eine sorgfältige Behandlung, die in der That nichts zu wünschen übrig laßt, zu verdecken. Seine historischen Bilder entbehren des künstlerischen Schwunges und lassen im Ganzen kalt.