BLKÖ:Rothschild, Anselm Maier Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 27 (1874), ab Seite: 123. (Quelle)
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5. Anselm Maier Freiherr von Rothschild (geb. zu Frankfurt a. M. 12. Juni 1773, gest. 6. December 1855). Der älteste Sohn des eigentlichen Begründers der Rothschild’schen Großmacht, Maier Anselm’s Rothschild, und der Gutle Schnapper. In seinen Manieren und seinem sonstigen Wesen und Denken, in der Einfachheit seines Lebens und Schlichtheit seines Handelns am meisten der Mutter ähnlich, bewahrte er diese ihn scharf charakterisirenden Eigenthümlichkeiten sein ganzes Leben hindurch. Im Jahre 1813 trat er als Chef an die Spitze des Rothschild’schen Stammhauses in Frankfurt a. M., wurde dann kön. preußischer geheimer Commercienrath, erhielt 1816 mit seinen Brüdern den österreichischen Adelstand, 1822 das österreichische Baronat und wurde im Jahre 1820 bayerischer Consul in Frankfurt und Hofbankier. Auf den ihm und seiner Familie verliehenen Freiherrntitel legte er keinen großen Werth und sprach öfter die Besorgniß aus, daß die folgenden Generationen seiner Familie durch Ueberhebung, Prachtliebe und Genußsucht dem Geiste und Glauben ihrer Väter entfremdet werden möchten. Wie sehr diese Ansicht in ihm vorwiegend blieb und seine Gedanken beherrschte, dafür spricht folgende Thatsache: als sein Bruder Karl Maier eines Tages mit ihm von seinen Söhnen sprach und im Gespräche diese einmal „die jungen Barone“ nannte, fiel ihm Anselm Maier mit folgenden Worten in die Rede: „Lasse mir den Ausdruck hinweg und sei darauf bedacht, daß deine Buben tüchtige Kaufleute werden! denn mit dem Baronstitel können sie nichts verdienen“. Dabei war Anselm Maier in seiner äußeren Erscheinung ganz der sich seiner mächtigen Stellung bewußte Frankfurter, der seinen Stolz in einer fast bürgerlichen Wohlbehäbigkeit fand, die mit der Diplomatie an seinem Platze nicht kokettirte, sondern nur rivalisirte. In Frankfurt selbst war er weniger beliebt als gefürchtet, weil er, während er allen Orten gegenüber sich als Geldmacht stellte, den Frankfurtern gegenüber sich als Geldübermacht zeigte. Um diese Stellung zu behaupten, war er auch immer der Errichtung einer Bank in Frankfurt, wodurch seine Uebermacht nothwendig große Einschränkung erleiden mußte, principiell entgegen. Dabei hing er gläubig an der alten Orthodoxie und ging darin bis zur Ostentation, indem er sich bei den glänzenden diplomatischen Gastmahlen, die er gab, aller Speisen enthielt, die von dem Schatten eines rabbinischen Verbotes bedeckt waren. In Glaubenssachen hatte er eine gewisse Scheu vor dem Antasten derselben. „Was so lange gut gethan, wird es auch noch später thun“. So hatte denn die jüdische Orthodoxie an ihm einem unersetzlichen Halt verloren, denn nicht nur unterstützte er „die Frommen“ am liebsten, er verwendete sich auch bei den Nachbarstaaten mit seinem ganzen, nicht unmächtigen Einflusse für altgläubige Rabbiner, und fühlte sich in seinem jüdischen Conservatismus so wohl, daß jeder Versuch, ihn aus demselben zu reißen, ihn unduldsam und leidenschaftlich machte. In politischen Dingen hielt er sich nie an eine Partei und nur Oesterreich machte darin eine Ausnahme, dessen rücksichtsloser Conservatismus ganz mit seinem [124] altgläubigen zusammenstimmte und für das er in allen Fällen eine unverkennbare Vorliebe zeigte. Als die Freiheitsbewegungen sich immer mächtiger äußerten, bemerkte er bei einer Gelegenheit: „Die Menschen wollen ihre Freiheit und lassen sich nur gern befehlen, wenn es zu ihrem Vortheile geschieht; meistentheils ist es aber gut, daß sie gehorchen müssen“. Sein Ausspruch: „warum Freiheit“, ist ein geflügeltes Wort geworden. Vom Herzen gut, verwendete er außerordentliche Summen zu milden Spenden, aber auch darin ging er seinen eigenen Weg, von dem er sich durch nichts ableiten ließ, auch dann nicht, wenn er durch Weigerungen oder geringe Spenden in manchen Fällen sich Vorwürfe gefallen lassen mußte, die ihn, da er nach Principien und reiflicher Ueberlegung handelte, ungerecht trafen. Abgesehen von seiner Geschäftsbedeutenheit, in der man ihm Wenige an die Seite stellen konnte, war er ein Mann von durchdringendem Verstande und bewunderungswürdiger Menschenkenntniß. Ein genialer Instinct befähigte ihn, selbst über Personen, deren Denkweise und geistiges Interesse ihm durchaus fern lag. ein treffendes Urtheil zu fällen. Geistreichthum, Gelehrsamkeit oder weltmännische Gewandtheit vermochten ihn nicht zu täuschen, er verstand es, stets den inneren Kern von der Schale zu lösen, und alles Scheinwesen und innere Leerheit, unter welche Hülle sie sich bergen mochten, fand sein Scharfblick bald heraus. Dagegen galt ihm alles Echte, Wahre, Brave über Alles, und ein geistvoller Mann sagte von ihm, der alte Amschel Maier behandelt „reelle“ Menschen gern „al pari“. Wenn er auch die Aufrichtigkeit idealer Richtungen nicht geradezu leugnete, so hielt er doch das persönliche Interesse für die Haupttriebfeder menschlicher Handlungen; und wenn er zugab, daß hie und da Jemand einen höheren Gedanken, auch ohne Eitelkeit, ohne eben einen Vortheil dabei zu suchen, sondern aus Begeisterung für die Sache zu fassen und auszuführen vermöge, so war er doch hinterher geneigt, einen solchen Idealisten nicht für besonders klug zu halten. Im gesellschaftlichen Verkehre trat er schlicht, aber mit einer Zuversicht auf, die er sich im großen Verkehre mit Hoch und Nieder, wobei er das Niedere öfter mehr schätzte als das Hohe, angeeignet hatte. Gegen Frauen beobachtete er eine sehr verbindliche Redeweise, eine lebhaft aufgetragene, doch nicht tactlose Galanterie bis in sein hohes Alter. Männern gegenüber trat wohl mehr der Bankier, aber auch da, möchte man fast sagen, mit motivirten Unterschieden auf und ohne geistreich sein zu wollen, brachte er oft ungesucht die geistreichsten Dinge vor. So z. B. als man in zahlreicher Abendgesellschaft den durchreisenden Thorwaldsen feierte, sagte Rothschild zu dem Künstler, als er ihm vorgestellt wurde: „Sie sehen so schön aus, Herr Ritter, daß man glauben sollte, Sie hätten sich selbst gemacht“. Thorwaldsen erklärte später, ein erfrischenderes Compliment nicht gehört zu haben. Wissenschaft und Literatur berührten ihn im Ganzen wenig. In seiner Erziehung war darauf nie Bedacht genommen worden, obwohl er aus eigenem Antriebe diesen Mangel im gesellschaftlichen Verkehre in höheren Kreisen, dem er sich vermöge seiner Stellung nicht ganz entziehen konnte, fühlend, zu ersetzen und noch in späteren Jahren Manches in geschichtlichen und sprachlichen Kenntnissen nachzuholen beflissen war. Aber einmal doch, wenn auch nicht gerade aus Liebe zur Wissenschaft, wohl aber aus Liebe zu seinem Volke, dem anzugehören er nie einen gewissen Stolz verleugnete, hatte er einen von Forschern gewürdigten Eifer für Wissenschaft gezeigt, als er nämlich bei Gelegenheit der Sequestration der Klöster in Spanien seinem Commanditen in Madrid den Auftrag gab, alle etwa aufgefundenen Schriften von und über Juden für seine Rechnung zu kaufen. Seine Kunstliebe bezog sich vornehmlich auf Münzen und antike Metallarbeiten, doch auch über Gemälde sprach er, ohne übrigens ein Kunstkenner zu zu sein, manches zutreffende Urtheil. Wie er übrigens über dieses von Anderen beneidete Glück des Reichthums dachte, belehrt uns der nachstehende Vorfall. Ein junger Pariser, der sein Gast war und über die Herrlichkeiten und Genüsse, die seinem Auge sich darboten, Rothschild gegenüber bewundernd sich äußerte, ließ sich, als er von seinem freundlichen Wirthe sich verabschiedete, die Worte entschlüpfen: „Ach. wer so glücklich wäre, mit ihnen tauschen zu können“. Da ergriff Rothschild mit ernster Miene die Hand seines Gastes und sagte: „Lieber Freund wer wäre wohl geneigter dazu als ich – – wenn so etwas nur möglich wäre! Hören Sie mich an! Sie bewunderten meine Pferde. Es ist ohne Zweifel ein großes Vergnügen, sie zu reiten, allein seit Jahren verbietet [125] mir mein Arzt, eines derselben zu besteigen; meine Magennerven gestatten mir nicht zu fahren; was die culinarischen Genüsse anbelangt, so haben sie für mich jedes Mal, wenn ich zu schwach bin, der Lust dazu zu widerstehen, die widerwärtigsten Folgen; ich habe eine Idiosynkrasie gegen Blumendüfte, so geht mir der Genuß des herrlichen, von so Vielen bewunderten Wintergartens verloren; mich an den Statuen und Bildern, die sich in meinen Gemächern befinden, zu ergötzen, fehlt mir als vielbeschäftigtem Kaufmann die Zeit; das einzige Wesen, das ich wahrhaft geliebt, konnte ich niemals besitzen – um kurz zu sein, von allem meinem Reichthume habe ich nichts als – die Pflicht, ihn zu verwalten. Nun sagen Sie mir, wollen Sie noch mit mir lauschen?“ Der geistreiche Pariser, der diesen Vorfall später in französischen Blättern erzählte, entgegnete, einer directen Antwort ausweichend, sich verabschiedend: „Herr Baron, sie sind nicht nur reich, sie wissen auch Andere zu bereichern“. Was die Stelle in obiger Antwort: „Das einzige Wesen, das ich wahrhaft geliebt, konnte ich niemals besitzen“, betrifft, so bezieht sie sich auf eine Jugendliebe Rothschild’s, welche er dem Willen seines Vaters opfern mußte. Er hatte Eva Hanau, welche ihm von seinem Vater zur Frau bestimmt worden, geheirathet. Aber ungeachtet dessen, daß Eva nicht die Frau seiner Wahl war, ist die Ehe eine glückliche gewesen, jedoch kinderlos geblieben. Anselm Maier starb im hohen Alter von 82 Jahren. Er hat bedeutende Summen zu wohlthätigen Zwecken, vornehmlich für seine Glaubensgenossen, für die übrigen Confessionen nur einen verschwindend kleinen Theil, bestimmt, welche Thatsache in einem Nekrologe mit den bitteren Worten glossirt wurde: „Von den vielen percents, die er – Dank der modernen Finanzweisheit – dem christlichen Wohlstande aus der Tasche holte, ist der christlichen Armuth kaum ein armseliges permill zu Gute gekommen“. (Nun, man vergleiche doch nur die Testamente zahlloser steinreicher Christen, die keinen Groschen weder für Christen noch Juden hinterlassen und höchstens geistliche Genossenschaften, die sich die Verdummung des Volkes zur Lebensaufgabe gemacht, mit einigen Summen bedenken.) Bald nach Anselm Maier’s Tode erschienen Nekrologe, die ihn verhimmelten, und wieder andere, die ihn in den Staub zogen. Die einen sind Ausflüsse widriger Sykophantennaturen, die ihr Schmarotzermetier bei den Erben fortzusetzen beabsichtigten; die anderen sind unwürdige Ergebnisse des allzeit fertigen Religionshasses, der es nicht verwinden kann, daß Fleiß und Industrie eines Juden segensvoll gedeihen und es in ihre unthätigen, in planloser Gläubigkeit gefalteten Hände nicht Ducaten regnet. Noch zu Anselm Maier’s Lebzeiten war ein Werk erschienen, das sich: „Ruhm Israels. Biographie der Freiherrn von Rothschild“ betitelt. Man wollte die Entstehung dieser ekelhaften Speichelleckerei von Anselm Maier beeinflußt wissen. Eine bodenlos alberne Stelle im Texte dürfte nach vorstehendem Charakterbilde hinreichen, die Absurdität dieser Annahme darzuthun. Es heißt in der erwähnten Schrift unter Anderem: Es seien bis jetzt im auserwählten Volke Gottes drei große Männer erstanden: Moses, David und Rothschild, der vierte, der Messias nämlich, sei noch zu erwarten. Aus den zahllosen, über ihn erschienenen Nekrologen und Biographien werden im Folgenden nur die bezeichnendsten ausgewählt, obwohl auch diese kein vollständiges Bild dieses eigenthümlichen Mannes geben, über den eine wahrheitsgetreue Schilderung und Charakteristik unbedingt ebenso lehrreich als von hohem Interesse sein müßte. Selbst eine Sammlung seiner merkwürdigen, zutreffenden Aussprüche und bei Gelegenheiten geäußerten Ansichten würde eine ganz ergötzliche Lecture und einen pikanten Beitrag zu seiner Charakteristik bilden. Die Könige und Fürsten folgender Staaten: Spanien, Belgien, Großherzogthum und Churfürstenthum Hessen, Neapel, Bayern und die Niederlande haben ihn mit ihren Groß-, Commandeur- und Ritterkreuzen ausgezeichnet. [Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta, 4°.) 1856, Nr. 5, S. 67: „Correspondenz aus Frankfurt a. M. ddo. 2. Jänner 1856“ (eine höchst interessante, die abgeschmackten Lobhudeleien der zahllosen Speichellecker berichtigende und auf ihr wahres Maß zurückführende Charakteristik). – Breslauer Zeitung 1856, Nr. 7 u. 39: „Anselm von Rothschild“. – Didaskalia. Blätter für Geist, Gemüth u. s. w. (Frankfurt a. M., 4°.) 1855, Nr. 296; „Dem Andenken Amschel’s von Rothschild“, von Friedrich Stoltze (Gedicht); ebd. 1856, Nr. 22: „Aus dem Leben M. A. v. Rothschild’s“. – Das Haus Rothschild. Seine Geschichte und seine Geschäfte (Prag und [126] Leipzig 1857, Kober, 8°.) Bd. I, S. 173 bis 205: „Das Stamm-Geschäftshaus zu Frankfurt a. M.“. – Illustrirte Zeitung (Leipzig, J. J. Weber) 1856, Nr. 653, 5. Jänner, S. 28: „Anselm Maier v. Rothschild“; – dieselbe 1861, Nr. 963 vom 14. December, S. 433: „Das Grabmal des Freiherrn von Rothschild“ (mit Illustration). – Pascheles (Wolf), Illustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5617 (1856) (Prag, 32°.) S. 90: „Anselm Maier von Rothschild“. – Pester Lloyd 1856, Nr. 2, im Feuilleton: „Anselm von Rothschild“. – Pesther Tagblatt. Redigirt von Dr. S. Saphir. II. Jahrg. (1840), Nr. 138 u. 139: „Bankier Amschel von Rothschild zu Frankfurt a. M.“, gezeichnet von J. B. Rousseau. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1856, Nr. 2: „Aus dem Leben Anselm’s von Rothschild“. – Reichenberger Zeitung 1861, Nr. 129: „Mythus über Anselm von Rothschild“. – Rheinische Blätter (Beiblatt des Mainzer Journal, 4°.) 1855, Nr. 293: „Rothschild’sches Majorat“; 1856, Nr. 9: „Aeußerungen Anselm’s von Rothschild“. – Sonntags-Zeitung (Pesth, gr. 4°.) 1856, Nr. 5: „Anselm Maier von Rothschild“. – Wanderer (Wiener polit. Blatt) 1856, Nr. 49: „Die Münzsammlung des Hauses Rothschild“. – Wiener Kirchenzeitung, herausg. von Sebast. Brunner (4°.) 1856, Nr. 8, S. 60: „Der Frankfurter Rothschild“. – Wiener Mittheilungen. Herausg. von Letteris,1855, S. 208: „Rothschild’s Testament“. – Freiherr Anselm von Rothschild soll auch den Helden eines Drama’s: „Roth-Schild“ von A. Reich, bilden, das im Jahre 1864 im Friedrich Wilhelmstädter Theater zu Berlin gegeben wurde. Das künstlerisch werthlose Stück hat sich bei der Darstellung bewährt und gefallen. Herausgeber dieses Lexikons meint, der Held dieses Stückes ist wohl Anselm’s Vater, Maier Amschel, da auch der Churfürst von Hessen darin vorkommt. – Porträte. 1) Gest. von Deucker (Bockenheim, Levy, Fol.); – 2) im Holzschnitt in der Illustrirten Zeitung Nr. 653, 3. Jänner 1856 – und 3) in Wolf Pascheles’ illustr. jüd. Volkskalender; – 4) Holzschnitt mit der Unterschrift: Anselm Maier v. Rothschild, Chef des Frankfurter Stammhauses von 1812 bis 1855 (ältester Sohn des alten Maier Amschel) auf S. 558 des Werkes von Franz Otto: Das Buch berühmter Kaufleute oder der Kaufmann zu allen Zeiten (Leipzig und Berlin, zweiter u. verm. Abdruck 1870, Otto Spamer, gr. 8°.). – 5) ein schon ziemlich seltenes Bild ist die in Gustav Kühne’s „Europa“ (Leipzig, Georg Wigand, schm. 4°.) um die Mitte der Fünfziger-Jahre erschienene Charge Rothschild’s in der Collection mit der Ueberschrift: „Eine Gallerie von Zeitgenossen“, von Herbert K(önig), 14. Unterschrift: Der wahre Autokrat (nach bekannter Melodie): „Ich bin der König dieser Welt, Ich gebe ihr Gesetze etc.“ – Anselm Maier’s Freiherrn Rothschild Grabmal. Dasselbe befindet sich auf dem neuen jüdischen Begräbnißplatze bei Frankfurt a. M. wenige Schritte von der Grabstätte des Freiherrn Karl Maier v. Rothschild. Das Denkmal ist von S. von der Launitz entworfen und in weißem Marmor ausgeführt. Es besteht aus einem auf hohem Sockel ruhenden Sarkophag, den ein reicher Teppich im vollen Faltenwurfe umhüllt und welcher auf beiden Seiten das Wappen des Rothschild’schen Hauses trägt. Die vier Ecken schmücken in hebräischer Quadratschrift sinnreiche Bibelsprüche, wie z. B.: „Des Gerechten Andenken wird zum Segen“ u. dgl. m. Das Wappen ist bei der gebotenen Einfachheit – da bildliche Verzierungen nach dem jüdischen Gebrauche unstatthaft sind – würdig gehalten. Eine Abbildung desselben brachte die Leipziger Illustrirte Zeitung, Nr. 963, 14. December 1861, S. 433.]