BLKÖ:Rousseles d’Hurbal, Franz Vicomte

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Rouland, Nina
Band: 27 (1874), ab Seite: 174. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Rousseles d’Hurbal, Franz Vicomte|27|174|}}

Rousseles d’Hurbal, Franz Vicomte (k. k. österreichischer General-Major und Commandeur des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Neufchateau im französischen Departement Vosges im Jahre 1760, gest. in seiner Heimat im Jahre 1840). Trat in das Dragoner-Regiment Max Graf Latour, nachmals 4. Chevaux-legers-Regiment, im Jahre 1781 als Officier ein und diente in demselben 26 Jahre bis zu seiner Vorrückung zum Oberstlieutenant. Im Jänner 1807 wurde er zum Oberst im 6. Kürassier-Regimente [175] befördert und im Jahre 1809 nach der Schlacht bei Aspern General-Major. In Folge des Wiener Friedens mußte Vicomte Rousseles Ende Mai 1811 als geborner Altfranzose die österreichischen Dienste, in denen er 30 Jahre gestanden, verlassen, erhielt in seiner Heimat eine Anstellung als General-Lieutenant und starb daselbst im hohen Alter von 80 Jahren. Der Vicomte hatte in der österreichischen Armee alle Feldzüge von 1790 bis 1809 mit großer Auszeichnung mitgefochten, und sich im April 1806 das Ritterkreuz, auf dem Schlachtfelde von Aspern aber das Commandeurkreuz des Maria Theresien-Ordens erkämpft. Zu seinen bedeutendsten Waffenthaten zählen: sein Kampf bei Donauwörth am 8. December 1805, wo er, von allen Seiten vom Feinde eingeschlossen, gegen 8000 Reiter der Murat’schen Vorhut nach sechs glücklich ausgeführten Attaquen mit seiner ganzen Division und nur geringem Verluste an Verwundeten sich durchgeschlagen hat. – Am 11. October d. J. griff er bei Jungingen ein feindliches Dragoner-Regiment mit einem Theile des Chevaux-legers-Regiments Latour mit so glücklichem Erfolge an, daß der Feind großen Verlust erlitt und eine Standarte auf dem Kampfplatze zurückließ. Durch den glücklichen Ausgang dieses Gefechtes wurde auch unsere von allen Seiten hart bedrängte Infanterie gerettet. – Nach der durch den Feldmarschall-Lieutenant von Werneck, dessen Armeecorps bei Herbrechtingen von allen Seiten eingeschlossen war, am 17. October d. J. abgeschlossenen Capitulation hatte Rousseles, der mit zwei Divisionen zur Recognoscirung detachirt gewesen, den Entschluß gefaßt, mit seinen Reitern durch den Feind sich durchzuschlagen. In der That führte er sein Vorhaben glücklich aus, legte eine Strecke von mehr als 80 Meilen mit großer Ausdauer zurück, und rettete seine beiden Divisionen und eine aus Hohenlohe-Dragonern, Mack- und Erzherzog Franz-Kürassieren zusammengesetzte Abtheilung vor feindlicher Gefangenschaft. Für diese Waffenthaten erhielt R. in der 71. Promotion (April 1806) das Ritterkreuz. Neue Bravour entwickelte Vicomte R. im Treffen bei Eckmühl, am 22. April 1809, wo er mit nur 2000 Mann Cavallerie gegen den fünfmal stärkeren Feind tapfer Stand hielt. In der Schlacht bei Aspern aber führte der damalige Kürassier-Oberst R. mit seinem Regimente mehrere sehr gelungene Attaquen aus und erfocht sich außer dem General-Majorsrange noch das Commandeurkreuz, womit der Generalissimus selbst ihn schmückte.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 770, 877, 1745 u. 1746.