BLKÖ:Salm-Salm, Maximilian Friedrich Ernst Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 28 (1874), ab Seite: 144. (Quelle)
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Salm-Salm, Maximilian Friedrich Ernst Fürst (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des goldenen Vließes und des Maria Theresien-Ordens, geb. am 28. November 1732, gest. zu Antwerpen am 14., n. A. am 17. September 1773). Aus der Hoogstraaten’schen Linie des Hauses Salm-Salm. Ein Sohn des Grafen, nachmaligen Fürsten Nikolaus Leopold S., k. k. Feldmarschall-Lieutenants [S. 138, Nr. 20], aus dessen erster Ehe mit Dorothea Franziska Agnes Prinzessin Salm. Hirtenfeld nennt ihn irrig Maximilian Franz Ernst, statt Maximilian Friedrich Ernst. Der Fürst war, da er noch mehrere Brüder und darunter ältere besaß, anfänglich Malteser-Ritter, später dann Domicellar des Erzstiftes Cöln, verließ aber mit einem Male den geistlichen Stand und trat als Hauptmann in das Infanterie-Regiment Nr. 14, dessen Inhaber sein Vater, der obengenannte, im Jahre 1770 als k. k. wirklicher geheimer Rath, General-Feldmarschall und Gouverneur von Antwerpen verstorbene Graf Nikolaus Leopold S. war. Im Jahre 1755 war Maximilian Friedrich Ernst bereits Major. Im zweiten Feldzuge des siebenjährigen Krieges, 1757, zeichnete sich S. als Major bei Kollin am 18. Juni aus, wo er in Abwesenheit des Obersten und Oberstlieutenants die zwei Bataillone und Grenadier-Compagnien des Regiments commandirte. Der erste Angriff auf den Feind gelang, dieser aber griff mit neuen Verstärkungen [145] und mit solchem Erfolge an, daß das Regiment bereits zu weichen begann. In diesem verhängnißvollen Augenblicke stürzt S. in die Mitte desselben, ruft den Soldaten Muth zu, ordnet die zurückgedrängte Linie und rückt zu neuem Angriffe vor. Während des Gefechtes dreimal verwundet, achtet er dessen nicht, sondern fortwährend an der Spitze des Regiments persönlich am Kampfe theilnehmend, wirkt er ermuthigend durch sein Beispiel. Schon haben seine Leute drei Geschütze erobert, aber der Feind hält noch immer Stand, S. wird nun zum vierten Male verwundet, verliert sogar das Pferd unterm Leibe, beharrt aber noch todesmuthig im Kampfe, bis sein siegreich vordringendes Regiment den Feind ganz zurückwirft, er selbst aber vom Blutverluste ohnmächtig zusammenbricht und vom Kampfplatze getragen werden muß. Noch war S. nicht vollständig von seinen Wunden hergestellt, als er nichtsdestoweniger an den weiteren Kämpfen, überall durch seine Tapferkeit sich auszeichnend, theilnahm. In der dritten, zu Prag abgehaltenen Promotion am 4. December 1758 wurde S. mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Im Feldzuge des Jahres 1758 besetzte Salm Teschen und deckte mit zwei Grenadier-Compagnien die Brücke bei Ober-Raden. Nach dem Falle der Veste Sonnenstein fiel auf S. die Wahl zur Ueberbringung der daselbst erbeuteten zehn Fahnen nach Wien. Im Feldzuge des folgenden Jahres commandirte S. bei Aisch die Avantgarde, hatte aber das Unglück, vom Pferde zu stürzen und gefangen zu werden. Nach Beendigung des Krieges wurde S. General-Major und im Jahre 1772 Feldmarschall-Lieutenant. Bald darauf wurde er zum Gouverneur von Antwerpen ernannt, starb aber schon kurze Zeit darnach im Alter von erst 41 Jahren. Die Kaiserin Maria Theresia hatte den Fürsten mit dem Orden des goldenen Vließes geschmückt. Mit seinem älteren Bruder Ludwig Otto Karl hatte er am 11. Juni 1771 einen Vergleich geschlossen, in Folge dessen ihm jener den Besitz des Herzogthums Hoogstraaten, nach welchem diese Linie der Wild- und Rheingrafen Salm den Namen führte, abgetreten hat. S. war (seit 16. März 1757) mit Marie Luise Eleonore Prinzessin von Hessen -Rheinfels (gest. im Jahre 1800) vermält, aus welcher Ehe sieben Kinder entstammen, von denen der älteste Sohn, welcher diese Linie auch fortpflanzte. Fürst Constantin Alexander Joseph, als General-Major in preußischen Diensten stand.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 65 u. 1728.